Polizei: Fake-Einsätze lohnen sich nicht

Wer aus Jux die Polizei alarmiert oder seine Späße mit vorgetäuschten Straftaten macht, muss zahlen

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Oberbayern – Die Polizei, dein Freund und Helfer? Im Normalfall schon. Wenn jemand polizeiliche Hilfe braucht, sind die Beamten in der Regel schnell vor Ort. Wer sich aber  einen Spaß daraus macht, eine Streife nur aus Jux oder Langeweile zu alarmieren, wird schnell erkennen: Hier versteht die Polizei gar keinen Spaß. Da es in der Vergangenheit im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd immer wieder zu solchen Vorfällen kam, warnen die Verantwortlichen die Bürger davor, die Beamten zu Fake-Einsätzen zu rufen. Denn das kann teuer werden …  

Die Polizei nennt dazu als Beispiel folgende Fälle:

 

▶ Fall 1:
Am 02. Februar hielt ein Priener, als Mitfahrer in einem Pkw, beim Überholvorgang eine Spielzeugpistole aus dem offenen Fenster. Er deutete mit der Waffe in Richtung des überholten Fahrzeugs. Da die Spielzeugpistole den Anschein einer echten Schusswaffe machte, fürchteten die Insassen des Fahrzeugs um ihr Leben und riefen unsere Kolleginnen und Kollegen auf den Plan. Letztendlich waren 9 Polizeifahrzeuge im Einsatz, um den potentiellen Gefährder zu suchen und zu stoppen.
⏹ Der „Spaß“ kam den jungen Mann teuer zu stehen, knapp 1.000 Euro Einsatzkosten wurden in Rechnung gestellt!

▶ Fall 2:
Vorweg: Wer meint, dass er oder andere Hilfe benötigen – Notruf wählen! Keine Frage und überhaupt kein Problem, wenn es dann doch nicht so schlimm ist und der Notruf unnötig war. Es wird NICHTS in Rechnung gestellt. Aber wer IN VOLLER ABSICHT Not vortäuscht, bekommt mit uns richtig Probleme:

Am 23. Februar meldete sich ein Freilassinger per Notruf in unserer Einsatzzentrale und gab an, dass sein Nachbar auf dem Balkon stehe und mit der Zündung einer Bombe drohe. In kürzester Zeit waren 5 Streifenbesatzungen vor Ort, ebenso wie Feuerwehr und Rettungsdienst, die sich in „sicherer Entfernung“ aufstellten. Relativ schnell bemerkten die Kolleginnen und Kollegen jedoch, dass an der Geschichte etwas nicht stimmte. Der Notrufer war vor Ort nicht ausfindig zu machen – der angebliche Bedroher hingegen schon. Dieser wunderte sich noch halb im Tiefschlaf über den Gesprächsbedarf der eingesetzten Kräfte. Schon bald fiel der Verdacht auf einen anderen Hausbewohner und als dieser angetroffen und mit dem Sachverhalt konfrontiert wurde, half auch alles Leugnen nicht. Denn als bei Rückruf der Notrufernummer etwas in der Hosentasche des Verdächtigten klingelte war der Spuk vorbei.
⏹ Die Einsatzkosten von knapp 500 Euro wurden in Rechnung gestellt!

❗Wenn außergewöhnliche Einsatzmittel wie Hubschrauber, besonderes Gerät oder Spezialkräfte eingesetzt werden, dann kann eine Rechnung schnell einen 5-stelligen Betrag ausweisen. Das Ganze neben möglichen Bußgeldern oder verhängten Strafzahlungen. Und: auch Rettungsdienst und Feuerwehr können Fake-Einsätze über die zuständige Kommunalbehörde berechnen lassen.

⏭ In jedem Fall gilt: Es ist äußerst unangenehm, wenn man selbst dringend auf Hilfe angewiesen ist und warten muss, weil unsere Kolleginnen und Kollegen bei vorgetäuschten Notlagen oder Vorfällen gebunden sind. Daher werden wir auch künftig diese Kosten in Rechnung stellen!

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