Gedenkfeier für die Kriegsopfer

Am Sonntag auf der Kampenwand beim höchsten Bergkreuz der Bayerischen Alpen

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Aschau – Was für ein atemberaubender Anblick: Die Kampenwand mit dem Gipfelkreuz! Für viele Einheimische und Urlaubsgäste ist es ein erstrebenswertes Ziel bei einem Bergausflug – ein Symbol persönlicher Stärke, wenn man es erreicht: Das Kreuz am Gipfel. Auf der Kampenwand ist es aber weit mehr als das: Vor nunmehr genau 67 Jahren wurde das Kampenwand-Kreuz errichtet zum Gedenken an die Opfer der Weltkriege! Am kommenden Sonntag, 26. August, wollen die Chiemgauer mit den Veteranen- und Soldatenkameradschaften aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein den Gedenktag feiern.

Derzeit sind die Gemeinden Aschau im Chiemgau und als heuriger Mitausrichter die Gemeinde Pittenhart eifrig damit beschäftigt, den Gedenktag vorzubereiten.

Das Kreuz und die Idee

Wie erwähnt steht seit 67 Jahren auf dem 1.664 hohen Ostgipfel der Kampenwand das mit zwölf Metern höchste Bergkreuz der Bayerischen Alpen. Es ist aus Eisen geschmiedet, hat ein Gewicht von 54 Zentnern und wurde ohne technische Hilfsmittel heutiger Tage unter oft extremen Bedingungen errichtet.

Am 26. August 1951, also auf den Tag genau vor 67 Jahren, wenn heuer das Gedenken sein wird, weihte es der Hohenaschauer Schlosskaplan Monsignore Dr. Alois Röck im Beisein der Erbauer, der Veteranenvereine und Chiemgau-Gemeinden zum Gedenken an die in den beiden Weltkriegen Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen des Chiemgaues.

Bereits 1923 stand ein hölzernes Gedenkkreuz auf dem Ostgipfel. Ein Blitzschlag zerstörte dieses in den letzten Kriegsjahren. Als der Höslwanger Schreinermeister Franz Schaffner das zerstörte Kreuz nach Rückkehr aus der Gefangenschaft so vorfand, fasste er den Entschluss, ein neues Kreuz zu bauen.

Sein Nachbar, der Schmiedemeister Josef Hell war davon so angetan, dass sie in guter Einigkeit ans Werk gingen. Die beste Lösung sahen sie in einem wetterfesten Eisenkreuz. Bis zur Verwirklichung und Einweihung hatten die Männer des Chiemgaues eine harte Arbeit zu leisten.

Die Idee von Höslwang sprach sich schnell herum. Einem mühselig erstellten Modell zufolge verwendete man vorwiegend Alteisen (Sauerstoffflaschen, Panzerteile) und machte sich an die Schweiß-Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Einzelteile (Balkenbreite  0,6 m, Querbalken 3,5 m, Höhe 12 m) waren im Sommer 1949 fertig. Grundbesitzer Baron Ludwig Benedikt von Cramer-Klett willigte ein und mit Rosenheims Landrat Georg Knott überwand man bürokratische, denkmalschützerische und Transport-Hürden.

Mit viel Geschick und freiwilligen Helfern machte man sich ans Werk, so dass am 26. August 1951 der kirchliche Segen vor rund 3.000 Besuchern aus dem gesamten Chiemgau erteilt werden konnte.

Die Bergmesse nun am kommenden Sonntag, 26. August, beginnt um 10.30 Uhr an der Gedächtniskapelle „Maria, Königin des Friedens“, die Kampenwandbahn fährt an diesem Tag ab 7 Uhr.

Repros:

Das Gipfelkreuz auf der Kampenwand-Ostwand (Foto: Stampfl/Repro: hö)

Einweihung des Gipfelkeuzes mit Msgr. Röck am 26. August 1950 (Foto: Anner/Repro: hö)

Fotos:

Luftaufnahmen aktuell von der Kampenwand mit dem Kreuz von Rainer Nitzsche.

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