Mehr Motorrad-Tote in Bayern

Bilanz der Schwerpunktkontrollen Motorradsicherheit und Maßnahmen gegen Lärmbelästigung

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Südliches Oberbayern – Motorradfahrer sind und bleiben mit am stärksten gefährdet im Straßenverkehr. Deshalb fand unter der Devise „Ankommen statt Umkommen“ im Juli eine bayernweite Schwerpunktaktion für mehr Motorradsicherheit statt. Heute zogen der Inspekteur der Bayerischen Polizei Harald Pickert und der Polizeipräsident des PP Oberbayern Süd Robert Kopp bei der Autobahnpolizeistation Holzkirchen Bilanz und stellten zugleich neue Maßnahmen zur Verhinderung von Lärmbelästigung vor.  

Die Motorradsicherheit steht im Jahr 2018 im besonderen Fokus des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel.“ Die Motorradfahrer sind und bleiben mit am stärksten gefährdet im Straßenverkehr, dies zeigt leider auch die Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallstatistik 2018: Bayernweit kamen im ersten Halbjahr 2018 66 Motorradfahrer ums Leben, das bedeutet ein Plus von fast 14 Prozent. Auf den Straßen im südlichen Oberbayern wurden davon 10 Biker tödlich verletzt.

Aufgrund dessen wurden im Juli einen Monat lang in ganz Bayern verstärkt Motorradfahrer kontrolliert und auf die bestehenden Gefahren hingewiesen. Über 22.700 Fahrzeuge wurden kontrolliert und dabei fast 3.300 Motorradfahrer beanstandet. Die häufigsten Verstöße waren dabei Geschwindigkeitsüberschreitungen, technische Mängel und verbotswidriges Überholen.

Um die Motorradsicherheit nachhaltig zu erhöhen und um insbesondere den „High-Risk-Bikern“ professioneller, flexibler und wirkungsvoller auf Augenhöhe begegnen zu können, wurde im Polizeipräsidium Oberbayern Süd bereits im Jahr 2015 die Kontrollgruppe Motorrad (KG Motorrad) eingeführt. Die durchweg positiven Erfahrungen führen nun zu einer bayernweiten Einführung.

„Als passionierter Motorradfahrer liegt mir die Verkehrssicherheit besonders am Herzen. Es ist schlichtweg verantwortungslos wenn eine Minderheit von Motorradfahrern durch rücksichtslose und risikoträchtige Fahrweise nicht nur sich selbst sondern auch andere gefährdet. Mit unseren präventiven und repressiven Maßnahmen ist es uns im südlichen Oberbayern gelungen, die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer von 29 im Jahr 2015 auf 15 bzw. 16 in den beiden letzten Jahren zu senken. Trotzdem wir dürfen nicht nachlassen – jeder tote oder verletzte Motorradfahrer ist einer zu viel!“, sagt Polizeipräsident Robert Kopp.

In der KG Motorrad des PP Oberbayern Süd sind inzwischen 12 Beamtinnen und Beamte tätig, die seit kurzem über ein geeichtes Schallpegelmessgerät verfügt. Der Verkehrslärm beeinträchtigt das Leben vieler Menschen in Deutschland und kann auch eine ernste Gefahr für die Gesundheit darstellen. EPHK Michael Janski, Leiter der Autobahnpolizeistation Holzkirchen stellte dieses im Rahmen einer Vorführung zusammen mit dem Leiter der KG Motorrad, PHK Roman Gold, vor.

Zudem wurde durch das Polizeiverwaltungsamt ein sogenanntes Lärm-Display vorgeführt. Die Beschaffung der Lärm-Displays wurde aufgrund der positiven Erfahrungen vom Bayerischen Staatsministerium des Innern und für Integration zur Beschaffung durch die Kommunen freigegeben.

Foto: KG Motorrad

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