Manipulierte Auspuffanlagen viel zu laut

Wegen Bikertreffen in Kärnten: Motorräder im Fokus der Polizeikontrollen

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Oberbayern Süd – In Zusammenhang mit der 21. European Bike Week am Faaker See in Kärnten, bereitete sich die KG Motorrad speziell auf eine Kontrollwoche vor. Vergangene Woche, von Dienstag bis Sonntag, kontrollierten die Beamten 465 Motorräder, von denen 257 beanstandet wurden. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 55%.

Entlang der Hauptverkehrsadern in Bayern waren in der letzte Woche zahlreiche hochwertige Motorräder nicht zu überhören. Der Grund ist einfach: Am Faaker See in Kärnten fand vom 4. bis 9. September die 21. European Bike Week statt. Dieses Harley-Davidson-Treffen ist das größte Motorradtreffen Europas. In den vergangenen Jahren feierten dort rund 120.000 Anhänger der amerikanischen Kultmarke. Die Anzahl der Harleys wird jährlich auf 70.000 bis 80.000 geschätzt. Die Besucher reisen mit ihren geliebten und gepflegten Bikes aus ganz Europa an. Dazu durchfahren die Biker auch den Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Die Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bereitete sich speziell auf diese Kontrollwoche vor. Neben eigens geschulten Beamten des Präsidiums Oberbayern Süd, unterstützten auch die neu gegründeten Kontrollgruppen der Polizeipräsidien München, Schwaben Süd-West, Schwaben Nord, Oberbayern Nord, Niederbayern und Oberpfalz tatkräftig. 32 Strafverfahren wegen Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs und ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis wurden eingeleitet. Gegen 142 Motorradfahrer wird aufgrund einer Ordnungswidrigkeit, hauptsächlich wegen illegaler oder manipulierter Auspuffanlagen, ermittelt. 93 Motorradfahrer wurden mit einem Verwarnungsgeld belegt. Bei 148 Motorrädern musste die Weiterfahrt unterbunden werden, beziehungsweise wurde nur unter Auflagen gestattet.

Aufgefallen sind die meisten beanstandeten Motorräder durch ihre übermäßige Geräuschentwicklung durch den Anbau von illegalen Auspuffanlagen oder durch Manipulation zugelassener Auspuffanlagen. Die maximal zulässigen Geräuschwerte ihrer Fahrzeuge wurden oft bei weitem übertroffen, was als Folge zu Lasten der Anwohner ging. Den diesjährigen Höchstwert hatte ein junger Pole, dessen Motorrad samt illegalem Auspuff ein Standgeräusch von 119,7 dB(A) statt erlaubter 92 dB(A) erzeugte. Der Fahrzeugführer trug übrigens Ohrstöpsel und meinte, trotzdem sei seine Maschine unerträglich laut. Medizinisch wird der Wert 120 dB(A) als Schmerzgrenze bezeichnet.

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