Kolbermoor: Wenn Helfer beleidigt werden …

Feuerwehr-Einsatzkräfte beschimpft und bedroht - Stellungnahme

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Kolbermoor – Ehrenamtliche Helfer sind oft extrem gefordert bei schweren Unfällen. Immer wieder müssen sie sich im Umfeld ihrer Arbeit mehr und mehr mit uneinsichtigen Menschen beschäftigen. Der aktuellste Fall hat sich in Kolbermoor vor wenigen Tagen ereignet. Die dortige Feuerwehr hat ihren Unmut über die unerfreulichen Szenen am Rande ihres Helfer-Einsatzes auf ihrer Homepage veröffentlicht. Hier der Wortlaut …

Es geht um einen Verkehrsunfall in Kolbermoor zwischen einem Pkw-Lenker und einer Roller-Fahrerin. Die Feuerwehr Kolbermoor wurde zur Verkehrsabsicherung und Reinigung der Fahrbahn alarmiert. Der Bericht:

„Während wir mit dem Kommandowagen, dem Kleinalarmfahrzeug und einem Löschgruppenfahrzeug an der Einsatzstelle eintrafen, wurde die verletzte Rollerfahrerin bereits vom Rettungsdienst versorgt. Umgehend leiteten wir Absperr- und Umleitmaßnahmen ein, um die Unfallstelle entsprechend abzusichern. Auch ein Sichtschutz für die verletzte Person kam zum Einsatz.

Zusätzlich rückte noch unser Mehrzweckfahrzeug aus, um die Verkehrsregelung auf der stark befahrenen Staatsstraße im Berufsverkehr zu unterstützen. Nachdem der Rettungsdienst mit der verletzten Person die Einsatzstelle verlassen hat, mussten die Umleitmaßnahmen trotzdem aufrecht erhalten werden, um der Polizei die zeitaufwendige Aufnahme und Vermessung der Unfallstelle zu ermöglichen.

Als die Arbeiten der Polizei abgeschlossen waren, konnten wir die Reinigung der Fahrbahn und die Beseitigung der auslaufenden Betriebsstoffe bis ca. 20 Uhr abschließen.

Leider mussten wir bei diesem Einsatz feststellen, dass auch uns die Welle von Respektlosigkeit, Beleidigungen und Gewalt von Bürgern gegenüber Einsatzkräften nicht verschont.

Zahlreiche Autofahrer zeigten wenig bis gar kein Verständnis für die geringfügigen Umleitungsmaßnahmen und zeigten unseren Einsatzkräften den Mittelfinger, sprachen Beleidigungen aus oder drohten sogar mit körperlicher Gewalt.

Dies passierte den Einsatzkräften der Feuerwehr Kolbermoor in dieser Form zum ersten Mal. Dementsprechend sind wir sehr negativ überrascht und entsetzt.

Wir opfern unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Mitmenschen und machen das auch gerne. Deswegen sind wir umso mehr enttäuscht, wenn uns solche Dinge widerfahren. Bei unseren Einsätzen geht es oft um die Gesundheit und das Leben von Menschen. Genau wie bei diesem Einsatz.

Deshalb unsere Frage an die schwarzen Schafe unter den Autofahrern: Möchten Sie sich beleidigen lassen, wenn Sie anderen unentgeltlich helfen oder sich selbst in einer Notsituation befinden und ihre Helfer beleidigt oder bedroht werden?

Für unsere Gesellschaft sind freiwillige Hilfsorganisationen essentiell und ohne diese würde das bei uns sehr gut funktionierende System der Sicherheit und Ordnung zusammenbrechen. Bereits jetzt haben die Hilfsorganisationen Probleme ausreichend freiwillige Helfer zu finden. Warum sollte es irgendwann noch Menschen geben, die diesen freiwilligen Dienst leisten, um sich dann in Ihrer Freizeit beleidigen oder bedrohen lassen zu müssen?

Um die rabiate Art und Weise einzelner Verkehrsteilnehmer nicht ausufern zu lassen, werden auch wir dieses Verhalten soweit wie möglich zur Anzeige bringen.

An dieser Stelle soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass es Gott sei Dank noch viele Menschen gibt, die unsere Arbeit anerkennen und uns Feuerwehrler unterstützen. Vielen Dank dafür!“

Quelle: Feuerwehr Kolbermoor

 

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Ein Gedanke zu „Kolbermoor: Wenn Helfer beleidigt werden …

  1. Auch wenn das jetzt wohl viele wieder nicht hören wollen. Aber das sind definitiv die Auswüchse unserer Wohlstandsgesellschaft im Jahr 2018. Dass die ehrenamtlichen (!) Einsatzkräfte Beleidigungen, Bedrohungen, usw. konsequent anzeigen, ist folgerichtig. Jedoch haben solche Maßnahmen nur dann einen dauerhaften Effekt, wenn die Strafen endlich spürbar verschärft werden!

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