„Ehrenamt stärken und nicht für staatliche Aufgaben missbrauchen!“

SPD-Landtagskandidatin Alexandra Burgmaier zu Besuch bei Vereinen in Großkarolinenfeld

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Großkarolinenfeld – Das Ehrenamt muss entbürokratisiert werden: das war der dringende Wunsch von Vertretern mehrerer Vereine an SPD-Landtagskandidatin Alexandra Burgmaier bei ihrer Ortsbegehung in Großkarolinenfeld. In fast allen Bereichen plagten das Ehrenamt Nachwuchssorgen: dies sei kein Wunder bei den Anforderungen, die an Vereine mittlerweile gestellt würden, hieß es.

Vom Datenschutz bis hin zur Buchhaltung: teilweise würden hier höhere Anforderungen als an eine GmbH gestellt. So sei die Steuererklärung des Sportvereins ohne Steuerberater überhaupt nicht mehr machbar, erklärten Vertreter des TuS Großkarolinenfeld. Das bringe nicht nur unnötige Kosten mit sich, sondern schrecke die Vereinsmitglieder zunehmend ab, Positionen in der Vorstandschaft zu übernehmen. Nach Meinung von Alexandra Burgmaier könne es so nicht weiter gehen: „Warum machen wir es dem Ehrenamt so schwer?“, frage sie sich und forderte, die rechtlichen Hürden abzubauen und „die Kirche wieder im Dorf zu lassen“. Erst würden die Regeln immer mehr, und anschließend müsse das Bayerische Finanzministerium eine Ratgeber-Broschüre herausgeben, was alles im Verein zu beachten sei. Wer diese durchlese, werde sie vermutlich nicht mehr brauchen: der lasse die Übernahme eines Amtes im Verein nämlich schön bleiben. Ihre Aufgabe als Politikerin sehe sie darin, zusammen mit den im Ehrenamt Tätigen die notwendigen, aber auch die überflüssigen Regelungen zu erarbeiten und dann für einen praxisgerechten Vollzug der Regelungen durch die Verwaltungen zu sorgen.

Weiter warnte sie vor der bedenklichen Entwicklung, zunehmend staatliche Aufgaben durch Ehrenamtliche erledigen zu lassen.  Diese Form von outsourcing dürfe nicht sein und mache das Ehrenamt auf Dauer kaputt, so Burgmaier. Leider sei die Tendenz zunehmend: insbesondere in den Bereichen Sozialarbeit, Pflege und Integration käme der Staat teilweise seinen Aufgaben nicht nach und verlasse sich auf die diversen Hilfsorganisationen vor Ort. Die Politik müsse ihre Hausaufgaben aber schon selbst erledigen und das Ehrenamt als zusätzliche Bereicherung behandeln.

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