Bad Aibling: Viele Projekte, wenig Probleme

Entspannte Bürgerversammlung am Dienstagabend im Kurhaus

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Bad Aibling – Felix Schwaller ist ein Sportsmann. Denn mit Blick auf die Uhr sagte Bad Aiblings Bürgermeister zu Beginn der diesjährigen Bürgerversammlung: „Heute ist Fußball. Ich werde mich beeilen, damit wir rechtzeitig fertig werden.“ Ob er da schon wusste, dass heuer wenig bewegende Themen in der Stadt waren, die Bürgerseelen hochkochen lassen? Tatsächlich ist die umstrittene Architektur des neuen Lichtspielhauses erst mal auf Eis gelegt – am 2. Dezember ist Bürgerentscheid. Der wohl einzige kritische Punkt war deswegen wohl aus dem Spiel, um im sportlichen Bild zu bleiben.

Freie Fahrt also für die bürgermeisterliche Pflichtrunde. Und so referierte der Rathaus-Chef über Geleistetes und Geplantes. Auf der Liste standen die Fläche der Schön-Klinik Harthausen, die nach dem Umzug 2019 wieder neu bebaut werden kann. Ebenso die Ellmosener Wies, auf der es günstiges Bauland für Einheimische geben wird.

Schwaller: „Der Plan für die Bebauung des Kellerbergs ist zwar seit acht Jahren rechtskräftig, doch passiert ist da bis jetzt noch nichts.“ Seine Hoffnung ist, dass es durch den ausgeschriebenen Architekturwettbewerb nun endlich einen Schritt nach vorne geht.

Etwas weiter ist man auf dem Ludwigsbad-Areal. Dort gehen die Architekturpläne, nachdem im Stadtrat die maximale Bauhöhe auf 22 Meter festgelegt wurde, nun auf die Zielgerade.

In Sachen Kinderkrippe, Kinderhort, Kindergarten und Tagespflege kann Bad Aibling 1019 Plätze vorweisen, davon sind noch 43 frei.

Dann erwähnte Felix Schwaller die Bauprojekte der Stadt, die in diesem Jahr vollendet wurden: die endlich fertig gestellte Bahnunterführung und der Maximiliansplatz, das Feuerwehrhaus Willing, das Kinderhaus der Siebenten-Tags-Adventisten sowie den Parkplatz an der Lindenstraße. Und der Brandschutz im Kindergarten Willing wurde auf den neuesten Stand gebracht.

In Planung sind die Sanierung des Aiblinger Feuerwehrhauses, der Neubau der St.-Georg-Schule, der Mehrgenerationen Sport- und Spielpark im Kurpark, der 2019 fertig sein soll, auch das Heimatmuseum wird saniert.

Sehr froh zeigte sich Schwaller darüber, dass die RoMed-Klinik nicht fallen gelassen, sondern erneuert wird, was er nicht zuletzt der Tatsache zuschrieb, dass der kommende Geschäftsführer Jens Deerberg-Wittram schon seit vielen Jahren in Bad Aibling wohnt. Dabei kommt es den Verantwortlichen nicht auf Expansion an: „Das Krankenhaus wird nicht größer, dafür wird die Funktionalität verbessert.“ 25 bis 26 Millionen Euro werden alleine für den ersten Bauabschnitt locker gemacht. Dazu passt, dass auch das Ärztehaus in der Stadtmitte Formen annimmt – auch das soll 2019 fertig sein.

Für Fahrer von Elektroautos hatte der Bürgermeister ebenfalls frohe Kunde: In Kürze entstehen in der Stadt drei weitere Ladestationen.

Anschließend ging der Blick noch etwas noch vorne: Wenn die Stadt im Jahr 2020 das Jubiläum „175 Jahre Moorbad“ feiert, soll ein Moorbadehaus entstehen.

Zum Abschluss konnte sich Felix Schwaller eine kleine Spitze im Hinblick auf den zurückliegenden Wahlkampf nicht verkneifen. Denn nachdem er die Arbeit des Kreis Migration würdigte, dessen Mitarbeiter derzeit 146 Flüchtlinge betreuen, merkte er an: „Ich bin seit 2015 immer wieder bei den Flüchtlingen. Ob am Anfang in der Turnhalle, dann in den Containern und bei Treffpunkten wie im Café Friends: ich muss sagen, dass ich noch nie krank geworden bin oder mich angesteckt habe …“ Der Adressat war allen Anwesenden klar.

Dann überließ er die Bühne Stadträtin Katharina Dietel von den Grünen, die wie in jedem Jahr das Stadtradeln wieder organisierte und betreute. Hier gab’s neben den Siegern Ludger Otto in der Einzelwertung und den Voll-IT-ioten bei den Teams nur Gewinner. Denn neben viel Spaß beim Radeln, den die Aktiven hatten, durfte sich auch die Umwelt freuen: Aufgrund der geradelten 82.263 Kilometer wurden 11,5 Tonnen CO2 eingespart, die Autos auf diese Distanz ausgestoßen hätten.

Für die Siegerteams gab’s obendrein auch noch je einen 250-Euro-Scheck von sowohl der Sparkasse als auch von der Volksbank-Raiffeisenbank. Einziger Wermutstropfen: „In diesem Jahr wurde Bad Aibling im Landkreisvergleich erstmals überholt, denn Bruckmühl hat 100.000 Kilometer zusammengebracht“, sagte Katharina Dietel.

Nachdem dieser Teil der Bürgerversammlung beendet war, ging das Mikro an die anwesenden Bürger. Doch da war wenig Zündstoff drin. Denn die Anfragen und Themen sind schnell erzählt: Die Vertreibung von vielen Bürgern aus der Innenstadt durch „soziale Sanierung“ in Gestalt von hohen Immobilienpreisen wurde moniert. Felix Schwaller führte hier die Sanierungsmaßnahmen und Neubauten in der Karl-Wagner-Straße ins Feld. Seine Einschätzung: „Wir sind bemüht, dass die Leute in der Stadt bleiben.“

Eine Bürgerin fragte dann nach einem eventuell geplanten Supermarkt im Osten Bad Aiblings. Hier machte Felix Schwaller Hoffnung. „Im Ludwigsbad-Areal sind Einzelhandelsgeschäfte geplant. Vielleicht auch am Kellerberg.“

Den Abschluss der kurzen Fragerunde machte dann der Mann, der für die Pflege der Brunnen in der Stadt zuständig ist. Ihn beschäftigte der um sich greifende Vandalismus. Er sagte: „Ich habe einen Wunsch – das Christkindl soll dieses Jahr eine Überwachungskamera am Ludwigsbrunnen installieren. Denn da war der Waschpulverspezialist wieder da.“ Und für den doch ziemlich kahlen Marienplatz wünschte er sich endlich eine ansprechende Bepflanzung. Dafür gab’s viel Applaus der Anwesenden und das Versprechen von Felix Schwaller, das zu prüfen und sich darum zu kümmern. Dann entließ er die Bürger der Stadt in den Abend. Um 21.47 Uhr. Fast pünktlich zum Anpfiff.

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