Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht

Christine Domek-Rußwurm ist neue Vorsitzende der Rosenheimer Aktion für das Leben - Felix Schwaller wird Stellvertreter

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Rosenheim – Die Rosenheimer Aktion für das Leben e. V. hat eine neue 1. Vorsitzende. Christine Domek- Rußwurm wurde jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf St. Peter einstimmig in dieses Amt gewählt. Domek-Rußwurm tritt die Nachfolge von Alfred Trageser an, der sich nach neun Jahren im Amt aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatte. Domek-Rußwurm bedankte sich für das Vertrauen. „Wir haben oft so viel Glück in unserem eigenen Leben gehabt und das möchte man auch zurückgeben an die Menschen, die es schwer im Leben habe“, sagte sie.

Foto: Der neu gewählte Vorstand der Rosenheimer Aktion für das Leben mit den beiden Geschäftsführerinnen – vorn: Hans-Peter Maier, Christine Domek-Rußwurm, Ulrike Plankl, Felix Schwaller, hinten: Manuela Damköhler, Eva Kose, Brigitte Plank (auf dem Bild fehlt Landrat Wolfgang Berthaler) (v.l.)   

Ihre drei Stellvertreter sind Landrat Wolfgang Berthaler, der in Abwesenheit einstimmig wiedergewählt wurde. Auch Ulrike Plankl wurde einstimmig wiedergewählt. Neu in dieses Amt gewählt wurde Felix Schwaller. Der Bad Aiblinger Bürgermeister tritt in die Fußstapfen von Josef Baumann, der sich ebenfalls aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Auch die Wahl Schwallers zum Stellvertreter fiel einstimmig. Schatzmeister ist und bleibt Hans-Peter Maier. Neue Schriftführerin ist Eva Kose. Die Wahl gilt für vier Jahre.

Nach ihrer Wahl zur neuen Vorsitzenden stellte Christine Domek-Rußwurm den spontanen Antrag, ihren Vorgänger als Ehrenvorsitzenden wieder in die Runde mit aufzunehmen. Diesem Antrag wurde zugestimmt und Alfred Trageser einstimmig gewählt.

Foto: Christine Domek-Rußwurm  mit ihrem Vorgänger Alfred Trageser. Dieser bekam bei seinem Abschied von den Geschäftsführern der „jungen Arbeit“ Astrid Langenegger und Hans Mitterer geschenkt. Sie stammt aus den eigenen Werkstätten und ist ein Dankeschön für die Unterstützung.

diese Bank Neben der Wahl wurde den 42 anwesenden Mitgliedern auch der Tätigkeitsbericht der Rosenheimer Aktion für das Leben präsentiert. Wie die beiden Geschäftsführerinnen Manuela Damköhler und Brigitte Plank berichteten, gab es im vergangenen Jahr 1.057 Beratungen. Die Tendenz ist hier seit Jahren steigend. Aktuell liegt die Zahl für 2018 schon bei rund 940 Beratungen.

Ein Großteil der Hilfesuchenden sind alleinerziehende Mütter oder Familien, die durch die Krankheit oder Arbeitslosigkeit eines Partners in finanzielle Not geraten sind. In knapp der Hälfte der Fälle reicht die umfassende Beratung, die auch immer die wirtschaftliche Situation miteinbezieht, aus. In den anderen Fällen braucht es eine längerfristige Unterstützung mit finanzieller Hilfe oder Sachspenden, um die Stromrechnung, das Schulgeld oder Windeln und Lebensmittel bezahlen zu können. „2017 haben wir 10.000 Euro an Darlehen ausgegeben und auch 10.000 Euro wieder zurück bekommen“, berichtet Brigitte Plank. In 19 Prozent der Fälle konnte mit Sachspenden weitergeholfen werden.

Wie Manuela Damköhler sagte, habe man im vergangenen Jahr einen größeren Wert auf Hausbesuche gelegt. „Erst da sieht man die Situation richtig und weiß, was die Familie und die Kinder wirklich brauchen“. Diese Besuche sollen weiter ausgebaut werden. 2018 gab es bisher schon 63 Hausbesuche, so Damköhler. In diesem Zusammenhang dankten beide dem bisherigen Vorsitzenden Alfred Trageser. „Vielen Dank für die super Zusammenarbeit in all den Jahren. Es ist auch Ihr Verdienst, das der Verein da steht, wo er jetzt ist.“

Derzeit hat der Verein 235 Mitglieder. Ein weiteres Mitglied ist am Abend dazu gekommen. Wie der stellvertretende Landrat Josef Huber bei seiner kurzen Rede sagte, habe er heute den Anmeldeantrag für den Landkreis Rosenheim ausgefüllt. „Der Landkreis Rosenheim engagiert sich schon seit dem Beginn vor 32 Jahren für den Verein, jetzt sind wir auch endlich Mitglied.“

Als Nächstes wurde der Tätigkeitsbericht des Patenprojektes „Jugend in Arbeit“ für das Schuljahr 2017/18 vorgestellt. Die drei Projektleiterinnen Regina Haidn, Silvia Schütz und Kerstin Stock berichteten, dass es inzwischen 14 Patengruppen im Landkreis Rosenheim gibt. Insgesamt engagieren sich derzeit 202 Paten, die 191 Jugendliche betreuen. 76 der betreuten Jugendlichen sind in einer Ausbildung oder haben diese in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen. 80 Schülerinnen und Schüler haben die nächsthöhere Klasse erreicht und 16 den Übertritt in eine weiterführende Schule geschafft. Viel Unterstützung gab es auch wieder vonseiten der Wirtschaft in der Region. Viele Unternehmen haben ihre Türen geöffnet, um den Jugendlichen ihre Betriebe und die möglichen Ausbildungsberufe vorzustellen. Außerdem gab es zahlreiche gemeinsame Ausflüge. Highlights waren ein Ausflug in den Bayerischen Landtag, der Besuch eines Bienenlehrpfades oder die Möglichkeit mit den Hagelpiloten über den Chiemsee zu fliegen.

Nach der Arbeit folgte dann das Vergnügen. Auch in diesem Jahr konnte für die Jahreshauptversammlung der Rosenheimer Aktion für das Leben e. V. ein hochkarätiger Redner gewonnen werden. Alois Glück, ehemaliger Präsident im Bayerischen Landtag und ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sprach zum Thema: „Familie und Kinder sind unsere wichtigste Gemeinschaftsaufgabe“. „Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun, als ihre Pflicht“, sagte Glück zu Beginn seines Vortrages. Er habe großen Respekt gegenüber dem, was hier geleistet werde. Die Rosenheimer Aktion für das Leben und das Patenprojekt seien herausragende Beispiele für bürgerschaftliches Engagement, so Glück. Wie er in seiner Rede sagte, sei die Familie von zentraler Bedeutung bei der menschlichen Entwicklung. Die Aufgabe des Staates sei es, die Bedingungen für Familien positiver zu gestallten. „Familie muss genauso wichtig werden wie der Umwelt- und Naturschutz. Wenn Bebauungspläne aufgestellt werden, wird immer gefragt, ist das naturverträglich? In Zukunft sollte man sich hier auch die Frage stellen, ist dies für Familien und Kinder geeignet?“, sagte Glück.

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