Rosenheim: Nach 15 Minuten, sieben Sekunden – 5:0!

Eishockey-Fans begeistert: Starbulls drehen am Sonntag auch gegen Weiden auf

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Rosenheim – Nach ihrem 7:4-Erfolg gegen die Landshuter haben die Starbulls Rosenheim auch am gestrigen Sonntagabend ihr Heimspiel in der Eishockey-Oberliga Süd gegen die Blue Devils Weiden mit 8:5 gewonnen. Vor 2.308 Zuschauern stellte das Team von Trainer Manuel Kofler schon im ersten Drittel die Weichen eindeutig auf Sieg und führte nach 15 Minuten Spielzeit bereits mit 5:0!

Damit können die Starbulls nach dem ebenfalls überaus torreichen 7:4-Derbysieg am Freitagabend in Landshut bereits das zweite Sechs-Punkte-Wochenende in Folge feiern.

Bereits am kommenden Mittwoch geht es in der Liga weiter, die Starbulls gastieren dann bei den Memmingen Indians.

Im Team der Starbulls fehlte Stürmer Michael Baindl, der am Freitag in Landshut noch als doppelter Torschütze glänzen konnte, wegen einer Oberkörperverletzung. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Auch Torwart Lukas Steinhauer, der beim Spiel in Landshut im zweiten Drittel ausgewechselt werden musste, konnte gegen Weiden verletzungsbedingt nicht auflaufen. Allerdings hatte sich Trainer Manuel Kofler bereits im Vorfeld darauf festgelegt, dass Luca Endres gegen die Oberpfälzer das Rosenheimer Tor hüten sollte. Eher überraschend war dagegen, dass bei den Gästen nicht der zuletzt sehr starke Daniel Filimonov zwischen den Holmen stand, sondern Johannes Wiedemann zum Zuge kam. Trainer Ken Latta wollte seinem Stammtorhüter eine Pause gönnen und Wiedemann Spielpraxis geben.

Und Wiedemann stand auch gleich im Fokus, denn die Starbulls begannen überaus druckvoll und engagiert. Schon in der dritten Spielminute zappelte die Scheibe dann zum ersten Mal im Netz der Gäste. Daniel Bucheli hatte abgezogen, Wiedemann reagierte noch gut, aber Fabian Zick versenkte den Nachschuss eiskalt zur 1:0-Führung. Völlig chancenlos war der Gästekeeper dann eine gute Minute später nach einer schönen Rosenheimer Kombination über Dominik Daxlberger und Dusan Frosch, die Vitezslav Bilek mit einem tollen Abschluss ins rechte obere Eck krönte – 2:0 (4.). Keine 60 Sekunden später erhöhte Michael Fröhlich auf Zuspiel von Neuzugang Robin Slalina auf 3:0 (5.).

Auch eine Auszeit von Gästetrainer Latta konnte den Rosenheimer Sturmlauf nicht stoppen. Für das 4:0 der Starbulls im Anschluss an ein Powerplay, als die Gäste gerade wieder komplett waren, sorgte Chase Witala (12.), ehe Matthias Bergmann mit einem satten Schlagschuss von der blauen Linie zum 5:0 ins rechte untere Eck traf – 15 Minuten und sieben Sekunden waren erst gespielt.

Noch in der gleichen Spielminute verkürzten die Oberpfälzer durch Kapitän Ralph Herbst nach Zuspiel von Martin Heinisch auf 5:1 (16.). Und nachdem Witala in Unterzahl und schließlich der frei aus wenigen Metern zum Schuss kommende Maximilian Vollmayer den sechsten Rosenheimer Treffer verpassten, traf Weiden zwanzig Sekunden vor der Pausensirene erneut. Ausgerechnet der neu von den Saale Bulls Halle verpflichtete Ex-Rosenheimer Herbert Geisberger war es, der einen Querpass von Philipp Siller zum 5:2 eindrückte.

Im zweiten Spielabschnitt zeigten sich die Gäste in der Defensive deutlich engagierter. Die Starbulls mussten mehr Aufwand betreiben, um zu Abschlüssen zu kommen – Anzahl und Qualität der Chancen konnten sich mit dem, was der erste Durchgang bot, nicht mehr messen.

Das 6:2 für die Hausherren resultierte schließlich aus einem überzeugenden Überzahlspiel, bei dem Maximilian Vollmayer den idealen Rückpass von Dusan Frosch kompromisslos im kurzen Eck versenkte (28.). Ein schneller Rosenheimer Gegenstoß nach einem abgefangenen Weidener Angriff führte zum 7:2. Witala legte uneigennützig quer und Fabian Zick schoss ins leere Eck ein (32.).

Die Starbulls hätten jetzt alles klarmachen können. Doch insgesamt sechs Minuten Überzahlspiel, zwei davon sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis, entsprang kein weiterer Treffer. Stattdessen waren es wie schon in der Schlussphase des ersten Drittels erneut die Gäste, die doppelt trafen.

Matt Abercrombie verwandelte den fälligen Strafschuss zum 7:3, nachdem Niki Meier gegen ihn die „Notbremse“ gezogen hatte (38.). Und fünf Sekunden vor der Sirene fand bei Weidener Überzahl ein Schuss von Christian Oullet, abgefälscht von einem Rosenheimer Schläger, den Weg zum 7:4 in die Maschen.

Im letzten Spielabschnitt verkürzten die Blue Devils gar auf 7:5. Erneut war es ein Treffer in Überzahl, erneut war Oullet der Torschütze – diesmal jedoch nach einer Einzelleistung gegen eine viel zu inkonsequente Rosenheimer Abwehr (46.).

Deutlich schöner war dann jedoch die Einzelleistung von Chase Witala, welcher exakt zehn Minuten vor Schluss der Endstand zum 8:5 entsprang. Der junge Kanadier tankte sich von der Mittellinie technisch hochklassig gegen gleich drei Gästespieler durch und zwirbelte trotz Bedrängnis die Scheibe an Gästekeeper Wiedemann vorbei unter die Latte (51.).

Die Trainer-Stimmen

Ken Latta (Blue Devils Weiden): „Wenn man 5:0 in Rückstand gerät, dann ist es natürlich schwierig zu punkten. Wir haben im ersten Drittel nur zugeschaut und erst ab dem 2. Drittel begonnen Eishockey zu spielen. Aber erst im letzten Drittel waren wir wieder voll da, so wie in den Spielen zuvor, in denen wir zuletzt viermal in Folge gepunktet haben. Wir müssen 60 Minuten so spielen. Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass sie nie aufgibt.“

Manuel Kofler (Starbulls Rosenheim): „Wir haben zu Beginn nahtlos an die Leistung vom Freitag angeknüpft. In den ersten 15 Minuten haben wir die Mannschaft gesehen, die das Derby in Landshut gewonnen hat. Aber schon Ende des ersten Drittels hat dann nicht mehr alles gepasst. Einige Spieler wollten Dinge machen, die sie nicht können. Jeder wollte ein Tor schießen, der Körpereinsatz war nicht mehr voll da. Wir haben das nach dem Spiel in der Kabine angesprochen. Wichtig sind aber die Punkte. Es war ein Pflichtsieg, der uns gelungen ist, und darüber bin ich glücklich.“

Bereits an diesem Mittwoch steht der 12. Spieltag in der Eishockey-Oberliga Süd auf dem Programm. Die Starbulls Rosenheim treten dann bei den Indians Memmingen an, die sie zum Saisonauftakt Ende September im emilo-Stadion mit 6:4 besiegten.

Im Gegensatz zu dieser Partie steht am Mittwoch aber ein anderer Trainer beim Gegner an der Bande. Die Indians haben Sergej Waßmiller – vormals Bayreuth Tigers (DEL 2) – für den entlassenen Waldemar Dietrich verpflichtet.

Spielbeginn im Stadion am Hühnerberg in Memmingen ist am Mittwoch um 20 Uhr.

Foto: Ludwig Schirmer

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