Beste Zeiten für den Traumberuf

Landkreis: Jugendliche bei uns können zwischen mehreren Lehrstellen wählen

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Landkreis – „Die Zahlen belegen auch in diesem Jahr, dass Jugendliche sich häufig zwischen mehreren Lehrstellen in unterschiedlichen Betrieben entscheiden konnten und sich auch entschieden haben“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur im Rahmen der Abschlussbilanz zum Ausbildungsmarkt 2017/2018, die ein ganzes Jahr betrachtet. Für Stadt und Landkreis Rosenheim heißt das: 320 unbesetzte Stellen, über ein Drittel mehr als im Vorjahr – aktuell gibt es demgegenüber etwa noch 40 „unversorgte“ Jugendliche.

Die Agenturleiterin zur Situation der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen: „Junge Menschen, die sich frühzeitig informieren, um den richtigen Beruf für sich zu finden, ansprechende Bewerbungsunterlagen haben und sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten, haben wirklich gute Chancen eine Ausbildungsstelle in ihrem Traumberuf zu bekommen. Es ist aber auf jeden Fall gut, auch beruflichen Alternativen gegenüber offen, mobil und zeitlich flexibel zu sein“, sagt Cujai.

Die Daten der Ausbildungsmarktbilanz zeigen, dass sich im Laufe des Berufsberatungsjahres 2 062 junge Männer und 1 420 junge Frauen bei der Arbeitsagentur Rosenheim, die Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, gemeldet haben, 625 von ihnen haben eine ausländische Nationalität.

Die Agenturleiterin spricht darüber, welchen beruflichen Weg diese jungen Menschen eingeschlagen haben: „2 118 Jugendliche haben eine Berufsausbildung begonnen, weitere 500 haben sich wegen Schulbesuchs oder der Aufnahme eines Studiums abgemeldet, 52 gaben gemeinnützige/soziale Dienste als Abmeldegrund an und 184 nahmen eine Arbeit auf. Zudem haben 139 Jugendliche als Alternative zur Ausbildung ein Berufsvorbereitungsjahr oder ein Berufsgrundbildungsjahr an der Berufsschule, beziehungsweise eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung begonnen“, so Cujai.

Die Leiterin: „Insgesamt sind in diesem Jahr noch 52 Bewerber auch weiterhin auf der Suche nach einer Lehrstelle. Sie gelten als unversorgt. Unsere Berufsberater/innen stehen in intensivem Kontakt zu diesen jungen Menschen und unterstützen sie dabei, im Idealfall noch heuer eine Ausbildung zu beginnen, oder eine berufliche Alternative zu finden.

Ich möchte im Zuge dessen an die Unternehmen appellieren auch denjenigen Jugendlichen, die noch dabei sind sich beruflich zu orientieren, oder vermeintlich schwächere Bewerber sind, eine Chance zu geben.

Junge Menschen, die in der Schule vielleicht keine Olympioniken waren, glänzen häufig bei der praktischen Arbeit. Sie überzeugen durch höfliches, pünktliches Auftreten und weil sie einfach wunderbar zur Belegschaft passen.

Wenn es mit dem Berufsschulstoff einmal nicht so rund läuft, kann die Agentur für Arbeit mit den sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) – quasi Nachhilfeunterricht – unterstützen. Das gilt auch für junge Menschen mit ausländischen Wurzeln oder diejenigen, die die Schule vielleicht schon im letzten oder vor mehreren Jahren verlassen haben, und nun doch eine betriebliche Ausbildung anstreben. Geben Sie Ihnen eine Chance! Sie erreichen den Arbeitgeberservice unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20, um sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.“

Mit Blick auf den Lehrstellenmarkt sagt Cujai:

„Für die Firmen verschärft sich das Problem, Auszubildende zu finden.

549, oder knapp 16 Prozent, der 3 724 zu besetzenden Ausbildungsplätze, die die Betriebe der Agentur für Arbeit Rosenheim im Laufe des Berufsberatungsjahres gemeldet haben, waren am 30. September noch unbesetzt. Die Agenturleiterin nennt mögliche Gründe dafür:

„Es gibt attraktive Ausbildungsberufe, die kaum bekannt sind und dementsprechend wenig nachgefragt werden. Zudem existieren Angebote, die die Jugendlichen wenig ansprechen. Weitere K.O.-Kriterien sind häufig die mangelnde Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder Arbeitszeiten, die außerhalb eines üblichen Rahmens liegen und von den Jugendlichen nicht wahrgenommen werden wollen oder können (Stichwort: Jugendarbeitsschutzgesetz).

Zudem variieren die Ausbildungswünsche der Jugendlichen seit Jahren kaum.

Bei den jungen Männern stehen die Berufe Kfz-Mechatroniker, Kaufmann Einzelhandel, Industriemechaniker und Verkäufer seit Jahren hoch im Kurs.

Bei den Mädchen rangieren die Medizinische Fachangestellte, die Kauffrau für Büromanagement, die Kauffrau Einzelhandel und die Industriekauffrau auf den vordersten Plätzen.

Die meisten Jugendlichen äußern in der Regel mehrere Berufswünsche, die Zuordnung erfolgt aber grundsätzlich nach dem Hauptberufswunsch.

Offene Lehrstellen gibt es heuer vor allem noch für Köche (40), Hotelfachleute (33), Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Bäckerei (28), Kaufleute Einzelhandel (27) und Zahnmedizinische Fachangestellte (26).

Die Agenturleiterin wendet sich auch an die Jugendlichen, die ab Herbst 2019 einen Ausbildungsplatz suchen: „Die Betriebe haben unserem Arbeitgeberservice bereits viele attraktive Lehrstellen mit Starttermin im kommenden Jahr gemeldet. Junge Menschen, die dann starten wollen, sollten sich deshalb dringend schon jetzt per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur, oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 bei unseren Berufsberatern melden.“

Die Abschlussbilanz des Ausbildungsstellenmarktes in den weiteren Regionen des Agenturbezirks Rosenheim:

Landkreis Miesbach: 86 freie Lehrplätze, 36 weniger als im Vorjahr; nahezu alle Jugendlichen sind versorgt.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 146 offene Stellen, 46 mehr als im Vorjahr; nahezu alle Jugendlichen sind versorgt.

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