Badeverbot in Pietzing wird aufgehoben

Proben am Simssee erneut bakteriologisch einwandfrei

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Simssee – Jetzt aber nichts wie rein in die Badehose und eintauchen in den Simssee – denn was kann es Schöneres geben, als ein erfrischendes Allerheiligen-Bad im See? Auf jeden Fall waren die sechs Wasserproben, die das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim am Montag am Badeplatz in Pietzing am Simssee genommen hat, auch diesmal bakteriologisch nicht zu beanstanden. Das haben die Untersuchungen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ergeben.

Die Ergebnisse sind heute  dem Rosenheimer Gesundheitsamt mitgeteilt worden. Das Amt hatte insgesamt sechs Proben im Bereich der Badestelle und des Zulaufs des Fellbachs genommen. Über diesen Bach war das gereinigte Abwasser aus der beschädigten Sammelleitung des Abwasserzweckverbandes Chiemsee in den Simssee geflossen.

„Wir haben somit auch eineinhalb Wochen nach dem Schaden an der Abwasserleitung keinen Anhalt dafür, dass es durch den Einlauf des gereinigten Abwassers über den Fellbach zu einer Kontamination des Badewassers in Pietzing mit Fäkalkeimen gekommen ist. Wir haben uns daher dazu entschlossen, das Badeverbot in Pietzing, das seit 22. Oktober besteht, wieder aufzuheben“, sagte der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl. „Natürlich können auch über gereinigtes Abwasser Bakterien und andere Keime in den Simssee gelangen, da es nicht steril ist. Ein gewisses Restrisiko für eine gesundheitliche Beeinträchtigung beim Verschlucken von Badewasser kann daher nicht ausgeschlossen werden. Eine gesundheitliche Gefährdung der Badenden durch mit Fäkalkeimen belastetes Badewasser besteht derzeit jedoch nicht“, so Hierl.

Auch auf die Fische im See dürfte das eingeleitete, gereinigte Abwasser keinen Einfluss gehabt haben. „Die Menge an geklärtem Abwasser, die durch das Schadensereignis in den Simssee gelangt ist, ist im Vergleich zu dem großen Wasservolumen des Sees so gering, das mit einer Schädigung der Simsseefische nicht zu rechnen ist“, teilte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mit.

Das Gesundheitsamt wird im Laufe der nächsten Woche vorsorglich erneut Wasserproben entnehmen und untersuchen lassen, um die Situation zu beobachten. Die Wasserproben werden auf die Parameter Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Beide kommen in der natürlichen Darmflora von Menschen und Tieren vor.

Das Abwasser aus der Kläranlage Stiedering ist zu 95 Prozent gereinigtes Schmutzwasser. Da die defekte Abwasserleitung derzeit nur durch ein Provisorium abgedichtet ist, tritt immer noch eine kleinere Menge Abwasser aus und fließt über den Fellbach bei Pietzing in den Simssee.

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