Bruckmühl: „Die Wurzeln der Gemeinde“

Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl von 9. Dezember bis 13. Januar

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Bruckmühl – „Die Geschichte endet nicht mit uns“, meinte schon der griechische Philosoph Sokrates (470 – 399 v. Chr.) vor mehr als 2000 Jahren. Rückschauend könnte man augenzwinkernd erwidern „stimmt“ – und hinzufügen, „sie beginnt auch nicht mit uns“. Mit der Ausstellung, die am kommenden Sonntag um 11 Uhr in der Galerie Markt Bruckmühl (Foto) eröffnet wird,  wollen die Organisatoren aus der Gemeinde ein Schlaglicht auf historische Entwicklungen im Mangfalltal werfen.

Rund 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung bestand das Mangfalltal noch aus einem unzugänglichen Sumpfgebiet, doch deuten steinzeitliche Funde aus der Gegend um Götting bereits auf Besiedelung hin. Etwa 2000 Jahre v. Chr. entstanden für den Handel mit Bronze Handelswege im Mangfalltal. Funde, ebenfalls aus Götting, belegen es. Auch für die Zeit der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert lassen Funde wie die Reihengräber in Kirchdorf oder ein Frauengrab in Götting eine Besiedelung vermuten. Die frühesten urkundlichen Erwähnungen von „Cotingas“ (Göttingen) stammen aus dem Zeitraum von 776 bis 783 n. Chr. Auf der anderen Seite der Mangfall liegt Kirchdorf, einer der ältesten und geschichtsträchtigsten Orte in der Gegend. Erstmals urkundliche Erwähnung findet „Chiridorf“ im Jahre 972. Da die Mangfall im Laufe der Zeit immer wieder dramatisch Hochwasser führte, siedelte an der Mangfall nur, wer das Wasser brauchte. Bis in die neuere Geschichte prägte der Wasserlauf die Geschicke seiner Anwohner. Bruckmühl, der Name lässt manches aus der Geschichte erkennen. Denn tatsächlich spielen Brücken und Mühlen bei den geschichtlichen und strukturellen Verschiebungen der Besiedelung im Mangfalltal eine wichtige Rolle.

Als Keimzellen von Bruckmühl gelten deshalb die Mühle zu Bruck und die Mühle am Heufeld.

Die Mühle am Heufeld fand bereits 1255 als „Haevuelt-Mühle“ urkundliche Erwähnung, sie gehörte der Pfarrei Högling. Die Mühle zu Bruck erscheint erstmals 1325 in Urkunden, sie gehörte zur Pfarrei Kirchdorf. In Betrieb ist heute im Gemeindegebiet nur noch die Riedlmühle in Holzham.

Eine Karte aus dem Jahr 1816 weist für Bruckmühl exakt drei Gebäude aus, eines davon war die Mühle zu Bruck. Die grundlegende wirtschaftliche Veränderung im Mangfalltal geht auf das Jahr 1857 zurück, mit der Eröffnung der „Maximilians-Bahn“ von Holzkirchen nach Rosenheim. Die Bahnverbindung trieb die industrielle Entwicklung in der Region voran. Trotz tragischer Rückschläge durch die Auswirkungen von zwei Weltkriegen, war der Fortschritt auch im Gebiet von Bruckmühl nicht aufzuhalten. Industriebetriebe siedelten sich an, Wohnraum musste geschaffen werden, es entstand eine blühende Infrastruktur. Im Jahre 1948 erfolgte dann die Umbenennung von Kirchdorf in Bruckmühl, 1975 schloss sich die Gemeinde Holzham freiwillig an und die Gemeinde Götting wurde im Zuge der Gebietsreform 1978 eingegliedert. Als Marktgemeinde mit rund 17.000 Einwohnern, als Schulstandort und Stammsitz wichtiger Unternehmen spielt Bruckmühl inzwischen eine wichtige Rolle in der Region.

„Die Geschichte soll nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten“, schrieb Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), deutscher Schriftsteller und Philosoph der Aufklärung einmal. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen mit unserer Ausstellung zu den „Wurzeln der Gemeinde“ Freude und Erkenntnis gleichermaßen. Text: Cornelia Ahrens

 

Eröffnung: Sonntag, 9. Dezember 2018 um 11.00 Uhr

Einführung: Altbürgermeister Franz X. Heinritzi

Dauer der Ausstellung: 9. Dezember 2018 bis 13. Januar 2019

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