Bad Aibling: Symbolische Blühstreifen auf dem Marienplatz

Martina Thalmayr von den Grünen stellt bunte Regenschirme auf - Hinweis auf das Volksbegehren

image_pdfimage_print

Bad Aibling – Heute geht es los, das bayernweite Volksbegehren „Rettet die Bienen”. Alle Wahlberechtigten sind dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, damit das bayrische Naturschutzgesetz dahingehend geändert wird, dass der Anteil des ökologischen Landbaus bis 2030 mindestens 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern ausmachen soll. Momentan sind es nur rund 10 Prozent. So soll das dramatische Insektensterben aufgehalten werden. Damit die Bürger noch mehr auf das Volksbegehren aufmerksam gemacht werden, hat Stadträtin Martina Thalmayr von den Grünen nun vor dem Rathaus Bad Aibling bunte Regenschirme als symbolische Blühstreifen aufgestellt.

Sie selbst sagt zum Volksbegehren und der Aktion:

„Der Zeitpunkt für das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen” ist vielleicht nicht der allerglücklichste. In der kalten Jahreszeit vermisst man sie ja eher nicht – die Bienen, Hummeln, Blumen etc. Dennoch klopft der Frühling schon wieder an, die ersten Schneeglöckchen spitzen aus dem Boden, die ersten Knospen schwellen – es geht dann immer schneller als gedacht und die Natur „explodiert”  – nur leider bei weitem nicht mehr so wie es sein könnte.
Kaum sind die Obstbäume abgeblüht, fallen die Bienen in das erste Futterloch des Jahres. Mitten im Frühjahr – eigentlich doch kaum zu glauben. Ich erlebe dieses Phänomen mit meinen Bienen Jahr für Jahr.
Monokulturen, sterile Gärten und zunehmend versiegelte Flächen machen den Bienen die Selbstversorgung schwer.
Der Rückgang der Insekten – denn nicht nur die Honigbiene ist leidtragende unserer abgewirtschafteten Natur – um 75 Prozent ist erschreckend und auch nicht von der Hand zu weisen. Jeder, der bereits vor 15 Jahren den Führerschein hatte, erinnert sich an die hunderten von Insekten, die die Windschutzscheibe verklebten. Jüngere Fahrer wissen nicht, wovon ich rede…

Der Rückgang der Insekten verläuft zeitgleich mit dem Rückgang blühender Wiesen und anderer natürlicher Lebensräume, welche die Insekten für Nahrung und Fortpflanzung benötigen. Darunter leiden auch alle Insektenfresser, allen voran viele Vogelarten.

Dieser Rückgang ist nicht nur ein Verlust unserer Lebensqualität, sondern eine konkrete Gefahr für unsere Zukunft. Denn wenn das Zusammenspiel zwischen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Menschen gestört wird, wird vieles, was wir heute als selbstverständlich erachten, in Zukunft nicht mehr möglich sein– allem voran die natürliche Bestäubung der Pflanzen durch Insekten.

Darum ist das Volksbegehren Artenvielfalt eine dringende Notwendigkeit, vielleicht gerade noch rechtzeitig die Notbremse zu ziehen – für eine Umwelt die auch für die nächsten Generationen noch Lebensgrundlage sein kann.
Die jungen Leute stehen auf – siehe Greta Thunberg – und zeigen uns zurecht die rote Karte und fordern uns auf ihre Zukunft nicht aufs Spiel zu setzten. Darum müssen wir handeln. Das sind wir unseren Kindern und Enkeln schuldig .

Die Regenschirme auf dem Marienplatz symbolisieren Blühinseln, die eine graue Landschaft schöner machen.
Sie sollen die Menschen aufhalten und dazu aufrufen mit Ihrem Ausweis ins Rathaus zu gehen und Ihren Beitrag für eine blühende Zukunft zu leisen – mit ihrer Unterschrift.
Die Idee mit den Schirmen stammt von mir privat – und mein Kunstvereins-Kollege Wilhelm Zimmer – Bildhauer aus Wasserburg hat sie mit mir umgesetzt. Hilfe bekam ich von der Journalistin Beate Hitzler, die mit zwei Flüchtlingen mit anpackte. Einige interessierte Bürger unterstützen mich finanziell mit einem Fünfer für jeden Regenschirm.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren