Bad Aibling: Ein Herz für Willing

Stadtrat beschließt Aufstockung der Sankt Georg Schule - aber nur, weil Schule Willing bleibt

image_pdfimage_print

Bad Aibling – So viel Herz für ein kleines Schulgebäude ist schon bemerkenswert. Mit 22:0 Stimmen entschied der Aiblinger Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend, dass die Willinger Grundschule auf jeden Fall erhalten bleiben muss. Was das mit der Sankt Georg Schule zu tun hat? Nur mit diesem eindeutigen Ja zu dem Gebäude in Willing konnten sich die Stadtratsmitglieder zu einer Rolle rückwärts in die Zukunft in Sachen Sankt Georg Schule durchringen. Denn beim Neubau soll jetzt ganze Arbeit geleistet werden: Er soll statt dreistöckig, wie im vergangenen Juli beschlossen, nun doch einen vierten Stock bekommen.

Bürgermeister Felix Schwaller, der schon immer für die vierstöckige Variante gekämpft hat, war dann auch die Erleichterung anzumerken, als das Votum mit 18:4 Stimmen nun doch für die Aufstockung ausfiel. „Ich danke Ihnen”, sagte er in die Runde. Zuvor gab es die erwartet langen Diskussionen, in denen die einzelnen Parteien und Stadträte dann ihren Sinneswandel erklärten, waren sie doch noch im vergangenen Sommer gegen diese Version.

Tatsache ist, dass bei einem vierstöckigen Bau mehr Fördergelder zu erwarten sind – der zusätzliche Stock wird die Kasse der Stadt dann mit „nur” 20.000 Euro mehr belasten. Angesichts der Mega-Gesamtsumme von 37 Millionen Euro ein Klacks. Dazu Felix Schwaller: „Das ist zwar auch Geld, doch irgendwann braucht man den Platz sowieso und dann würde es teurer werden.”

Genau dieses Mehr an Platz schürte die Sorgen vieler Stadträte im Hinblick auf Willing. Der Gedanke: Wenn dann in der Sankt Georg Schule mehr Klassen unterkommen könnten, würde die kleine Grundschule im Aiblinger Stadtteil irgendwann überflüssig. Deshalb wurde die Zustimmung zur großen Neubau-Variante an den Erhalt der Willinger Schule geknüpft.

Auch die CSU-Forderung nach einer Deckelung des städtischen Beitrags von maximal 21 Millionen, zusätzlich der Inflationsrate und ausgenommen der jetzt noch unübersehbaren Kosten für Abbruch und Entsorgung, fand ihre Mehrheit. Was wiederum spannende Diskussionen dann erwarten lässt, wenn die Baukosten heftig in die Höhe schnellen.

Genau dies befürchten die Stadträte Florian Weber (Bayernpartei), Wilhelm Bothar (ÖDP) und Dieter Bräunlich (ÜWG). Bräunlich prognostizierte: „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende bei 45 bis 50 Millionen Euro liegen werden.” Zudem plädierte er erneut, sich für einen dritten Schulstandort im Stadtgebiet umzuschauen und nicht an dieser beengten Stelle einen Neubau anzugehen. „Im  Norden entstehen neue Wohngebiete. Irgendwann müssen die Schüler von dort in den Süden fahren, weil die Luitpold-Schule dann zu klein ist. Mir geht das alles zu schnell”, sagte er.

„Wir planen jetzt hier schon seit sechs Jahren”, entgegnete Schwaller. „Wir haben alle möglichen alternativen Standorte geprüft, mit Grundstückseigentümern gesprochen – da gibt es keine Möglichkeiten. Außerdem fahren die Schüler derzeit von Süden nach Norden in die Luitpoldschule. Mit einer größeren Sankt Georg Schule können sie wieder zu Fuß oder mit dem Radl zum Unterricht kommen.”

Begleitend zu der Entscheidung, die vierstöckige Variante anzugehen, wurden noch zwei weitere Dinge beschlossen. So wird auf Antrag von Richard Lechner (SPD) eine Verbindung für Pkw zwischen dem neuen Schulparkplatz und den Parkplätzen der Kirche nebenan geschaffen und eine neue Hausmeisterwohnung im vierten Stock wird geschaffen. In der Hoffnung, dass die dann auch mit einem kompetenten Hausmeisterehepaar belegt werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren