Bad Aibling: Charlotte Knobloch kommt

Am Mittwoch im Kurhaus - Zeitzeugengespräch im Rahmen der Max-Mannheimer-Kulturtage

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Bad Aibling – Spätestens seit Ihrer Rede zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus vor dem bayerischen Landtag ist ihr Name wieder landauf landab in aller Munde – Charlotte Knobloch. Aus Protest gegen ihre Worte verließ die von ihr scharf kritisierte AfD nahezu geschlossen den Saal. Nun ist die Beauftragte des „World Jewesh Congress” für das Gedenken an den Holocaust morgen Abend im Kurhaus Bad Aibling zu Gast. Im Rahmen der Max-Mannheimer-Tage spricht sie ab 19 Uhr als Zeitzeugin mit dem SZ-Redakteur und Buchautoren Helmut Zeller über ihre Erlebnisse und ihre Erkenntnisse daraus.

Charlotte Knobloch wurde 1932 in München geboren. Sie überlebte den Holocaust bei einer katholischen Bauernfamilie in Mittelfranken, die sie als ihr nicht-eheliches Kind
ausgab. Nach dem Krieg kehrte Knobloch nach München zurück, wo ihr Vater, der Rechtsanwalt und spätere bayerische Senator Fritz Neuland, maßgeblich an der Wiedergründung und dem Neuaufbau der jüdischen Gemeinde beteiligt war. Mit ihrem Mann wollte sie möglichst bald auswandern. Doch die junge Familie blieb, wenn auch auf gepackten Koffern. 1985 wurde Charlotte Knobloch erstmals zur Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gewählt – ein Amt, in dem sie
zuletzt 2016 erneut bestätigt wurde. Von 1997–2006 war sie Vize-Präsidentin, von 2006–2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Am 9. November 2006 packte Charlotte Knobloch die sprichwörtlichen Koffer endgültig aus: Mit der Eröffnung der neuen Münchner Hauptsynagoge Ohel Jakob war die jüdische Gemeinde
ins Herz der Stadt zurückgekehrt. Seit 2013 ist Knobloch Beauftragte des World Jewish Congress für das Gedenken an den Holocaust. Die Erinnerung an das singuläre Menschheitsverbrechen und der Kampf für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit
gehören für Charlotte Knobloch untrennbar zusammen.

Zeitzeugengespräch mit
Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch
Mittwoch, 13. Februar, 19.00 Uhr
Kurhaus Bad Aibling, Wilhelm-Leibl-Platz 1

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