Landkreis: Er bleibt der Heimatpflege erhalten

Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan offiziell verabschiedet, Nachfolge ist offen

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Landkreis – 42 Jahre war Ferdinand Steffan als Kreisheimatpfleger tätig: „Da gehört man schon zum Mobiliar im Landkreis.“ Jetzt 75-jährig gab Steffan dieses Ehrenamt zum Jahresende auf. Ob er deshalb kürzer tritt darf bezweifelt werden. „Die Verpflichtungen laufen weiter“, sagte er bei seiner Verabschiedung und fügte an, „man fällt am 31. Dezember nicht aus dem Telefonbuch, die Leute rufen trotzdem an.“

 

Foto: Zur Verabschiedung von Ferdinand Steffan (7. von links) hatte der stellvertretende Landrat Josef Huber (links) den ehemaligen Kreisheimatpfleger Knut Stolte (2. von links) sowie die noch aktiven Kreisheimatpfleger Hans Michael Stratbücker (5. von links), Karl Aß (9. von links) und Daniel Hoheneder (10. von links) geladen.

 

Einen ehemaligen und alle aktiven Kreisheimatpfleger samt Ehefrauen hatte der stellvertretende Landrat Josef Huber zum offiziellen Abschiedsessen nach Höslwang geladen. Hinzu kam noch eine kleine Abordnung aus dem Rosenheimer Landratsamt, darunter Kulturreferent Christoph Maier-Gehring. Huber lobte Ferdinand Steffan: „Sie haben im nördlichen Landkreis gewirkt und Zahlreiches auf den Weg gebracht. Es wird nicht einfach sein, nach 42 Jahren Ferdinand Steffan, einen Nachfolger zu finden.“ Der stellvertretende Landrat lobte besonders das Engagement und den Sachverstand Steffans. In den Ergebnissen seiner Forschungen sah Huber wertvolles Wissen für die nächsten Generationen.

„Es war eine schöne Aufgabe“, meinte Steffan. Der 75-jährige war nicht nur Kreisheimatpfleger, sondern auch Museumsleiter in Wasserburg und Lehrer am Gymnasium. Aus seiner Sicht eine optimale Kombination. „Die Fächer Katholische Religion und Latein sind nicht die Favoriten der Schüler, da muss man sich was einfallen lassen.“ Steffan verband seine Schulfächer mit praktischem Denkmalschutz. So legte er mit seinen Schülerinnen und Schülern über viele Jahre die Mauerreste der ehemaligen Burg Kling frei oder ließ sie die lateinischen Inschriften in Kirchen übersetzen.

Er vergaß aber auch nicht die Archivarbeit zu erwähnen, die stille und leise Heimatpflege, wie er es nannte, „wenn man fertig ist, kann man etwas weitergeben“. Der Abschied nach 42 Jahren war für Steffan ein Akt, um Verantwortung abzugeben. Seine Begeisterung für die Heimatpflege schmälert dies aber auf keinen Fall. Am Tag seiner Verabschiedung war er morgens zwei Stunden am Computer gesessen um an mehreren Manuskripten zu arbeiten.

Wer die Nachfolge von Ferdinand Steffan im Ehrenamt des Kreisheimatpflegers übernimmt, ist offen.

 

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