Jetzt darf geschossen werden

Änderung der Jagdzeiten für Schalenwild – Regierung von Oberbayern erlässt Verordnung

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Oberbayern – Seit zwei Jahrzehnten wird sanierungsbedürftiger Schutzwald auf eng begrenzten Flächen effektiv vor Verbiss durch Schalenwild (Gams-, Reh- und Rotwild) geschützt. Die Verordnung über die Änderung der Jagdzeiten aus dem Jahr 2014 ist nun nach fünf Jahren außer Kraft getreten. Zur weiteren Ertüchtigung des Schutzwaldes hat die Regierung von Oberbayern auf Antrag der Bayerischen Staatsforsten die Schonzeit für bestimmtes Schalenwild auf eng begrenzten Flächen vom 22. Februar 2019 bis zum Ende der Schonzeit am 31.Juli 2024 erneut aufgehoben.

Das Schalenwild soll durch punktuelle Bejagung von diesen Flächen ferngehalten werden. Der getätigte Abschuss wird auf den von den Landratsämtern festgelegten Revierabschussplan des jeweiligen Jagdjahres angerechnet – zusätzliches Wild wird daher nicht erlegt.

Zweck der Verordnung ist der Schutz geschädigter Bergwälder. In Zeiten des Klimawandels kommt dessen Schutzfunktion für Mensch und Tier immer größere Bedeutung zu. Die durch heftige Schneefälle ausgelösten Katastrophenfälle im Januar 2019 im bayerischen Alpenraum zeigten wiederum die Notwendigkeit eines intakten Bergwaldes zum Schutz vor Lawinen auf. Das Jahr 2018 war gleichzeitig das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Erwärmung im Sommer führte zu einer Zunahme von Hochwasserereignissen, Stürmen und Waldbränden. Umso wichtiger ist es für die Sicherheit der Bevölkerung Oberbayerns, dass die Schutzwälder in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Rosenheim und Garmisch-Partenkirchen ertüchtigt werden, um ihre Schutzfunktionen vor Lawinen, Felsstürzen, Muren, Erosion und Hochwasser auch in Zukunft erfüllen zu können. Die Regierung von Oberbayern hat jede einzelne der 91 Flächen sorgfältig geprüft und bewertet. Der Schutz des Steinadlers, der Birk- und Auerhühner wurde hierbei berücksichtigt.

Um das Verfahren für die Öffentlichkeit transparent zu gestalten, haben die Bayerischen Staatsforsten und die Regierung von Oberbayern zusätzliche Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen: Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft arbeitet an einem umfangreichen wildbiologischen Forschungsprojekt in zwei Modellgebieten. Die Regierung von Oberbayern wird jährlich nach Ende der Schonzeitaufhebung Ortstermine anbieten, um Interessierte über die Verordnung sowie die Schutzwaldsanierung zu informieren.

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