Bad Aibling: Sportbusiness zum Anfassen

Spöko Summit 2019 – erfolgreiche Netzwerk- und Weiterbildungsveranstaltung im B&=-Parkhotel

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Bad Aibling – Der Spöko Summit feierte vom 18. bis 20. Februar im B&O Parkhotel in Bad Aibling seine Premiere und erwies sich mit über 60 Teilnehmern als ein voller Erfolg. Content, Community und Networking standen im Mittelpunkt der vom Geschäftsführer des Deutschen Fußball Internats Sebastian Raß initiierten Tagung rund um das Sportbusiness, Management und der Entertainment-Branche.

Foto oben: Carsten Paetzold, Geschäftsführer der Vitalökonomie GmbH, sprach über „#10yearschallenge – vom Einzelkämpfer zum Teamleader”

17 Referenten sprachen über Digitalisierung, Personalmanagement, Globalisierung und Finanzierung im Sport sowie Unternehmensgründung. Dabei las sich die Referentenliste wie das Who-is-Who der Sportbranche. Vom FC Bayern München, der SpVgg Greuther Fürth, dem FC Ingolstadt, der Stiftung Deutsche Sporthilfe, dem Deutschen Eishockey-Bund bis hin zur World Wrestling Entertainment und LOBECO waren viele Schwergewichte aus dem Sportbusiness dabei und wurden von den Bad Aiblinger Firmen, Mountain Element und dem Deutschen Fußball Internat optimal ergänzt.

Los ging es mit dem Themenblock Digitalisierung, mit vielen interessanten Einblicken und Zahlen. Während beispielsweise die Sportschau im Jahr 2009 eine Einschaltquote von 5,1 Mio. Zuschauern hatte, hat heute ein Spieler wie Frank Ribery 6,1 Mio. Follower in den Sozialen Medien und damit als einzelner Spieler eine deutlich höhere Reichweite als die Sportschau. Wenn man den Weltmarkt mit Superstars wie Ronaldo miteinbezieht, wird es noch extremer. Der portugiesische Weltstar kann mittlerweile 354 Millionen Menschen weltweit erreichen.

Die World Wrestling Entertainmet hat weltweit 1 Milliarde Fans auf den diversen Social Media Plattformen und unter den Top 10 der weiblichen Sportler mit den meisten Followern bei Instagram befinden sich 5 WWE Athletinnen. Die WWE erreicht 800 Millionen Haushalte in 180 Ländern und wird in 25 Sprachen angeboten. Umso überraschender, dass der deutsche Markt nahezu völlig außen vor bleibt.

Thomas Ehemann vom FC Bayern München stellte die Hackdays des FC Bayern München vor. Bei diesem Event wurden 200 Computerspezialisten aus 40 Ländern in die Allianz Arena eingeladen und unter der Führung von Telekom, Adidas, Audi, SAP, Siemens und DHL Geschäftsideen, Lösungen und Innovationen entwickelt.

Im nachfolgenden Block des Personalmanagements gab Ingo John, Personalchef der SpVgg Greuther Fürth, einen Überblick über die Besonderheiten der Fußballvereine als Arbeitgeber. Dabei überstrahlen deren hohe Emotionalität und Identifikation oft die Schattenseiten der Abhängigkeit des Arbeitsplatzes vom Tabellenstand, der besonderen Arbeitszeiten (Wochenende, Nachtarbeiten, etc.) sowie der Erreichbarkeit rund um die Uhr.

Nach dem Mittagessen stand dann das Highlight der Digitalisierung und Globalisierung an. Benno Ruwe wurde live aus dem Büro des FC Bayern München aus New York zugeschaltet und erklärte dem Plenum, warum das Büro des FC Bayern München in New York Sinn macht und mittlerweile auf zehn Mitarbeiter gewachsen ist. So hat der FC Bayern München wichtige neue Kooperationspartner wie ESBN und Fox Sports gewonnen und eine Partnerschaft mit dem FC Dallas geschlossen. Außerdem konnte man die Zahl der Fanclubs auf 149 steigern und für das FCB-TV 20.000 neue Kunden generieren.

Die von der Geschäftsführung Stiftung Deutsche Sporthilfe, vorgelegten Zahlen und Fakten ließen die Summit Teilnehmer staunen. Die Deutsche Sporthilfe hat in den letzten Jahren einen Wandel vom Spendensammler und Bittsteller hin zur vermarkteten Organisation durchlaufen. Dennoch sind die aktuell 17 Millionen Euro, die an 51.000 geförderte Athleten ausgeschüttet werden, erst möglich geworden, nachdem sich der Staat in die Athletenförderung mit aktuell 9 Millionen Euro pro Jahr einbringt. Dies ist allerdings erst vor wenigen Jahren erfolgt. Interessante Bemerkung am Rande war, dass bis heute die Prämien für olympische Medaillen in Deutschland von der Stiftung Deutsche Sporthilfe gezahlt werden und nicht wie in nahezu allen anderen Ländern üblich vom Staat.

Umso verwunderlicher war der anschließende Vortrag von Johannes Baumeister, der im Rahmen seiner Doktorarbeit der Frage nach geht, ob die für den Profi-Fußball verwendeten Steuergelder politisch und ökonomisch zu begründen sind. Während die Finanzierung der Polizeieinsätze rund um die Bundesligaspiele immer wieder in den Medien diskutiert werden, bleiben viele Subventionierungen durch die öffentliche Hand im Verborgenen, wie Sanierungshilfen in Chemnitz, Erfurt und Rostock, wo die Stadt die Insolvenz durch Geldmittel abwendete; Sponsoring von staatlichen Unternehmen wie Sparkasse Osnabrück, Stadtwerke Halle, Saalesparkasse, Lotto auf der Brust von Profivereinen oder als Bandenpartner in den Stadien. Die unglaublichste Zahl war jedoch die rund 1 Million Euro, die dem FC Bayern München e.V. aus dem Topf der pauschalen Vereinsförderung für seine nahezu 300.000 Mitglieder zusteht, die sicherlich zu einem äußerst geringen Anteil aktiv Sport beim FC Bayern München e.V. treiben.

Der zweite Tag stand dann ganz im Zeichen der Unternehmensgründer. Der Aiblinger Jungunternehmer Benno Keil referierte über die Dinge, die ihm erst klar wurden, als er schon längst Unternehmer war. Dabei war die große Herausforderung der Wechsel vom Selbstständigen hin zum Teamleiter, der sein Personal führt. Mit steigender Nachfrage war es wichtig, weniger selbst zu machen und mehr zu delegieren, damit das Unternehmen weiter wachsen und er selbst auch Freiräume schaffen kann.

Auch der zweite Aiblinger Jungunternehmer, Sebastian Raß, Geschäftsführer des Deutschen Fußball Internats, sprach über die besonderen Herausforderungen, die mit dem stetigen Wachstum eines Unternehmens einhergehen und gab Ratschläge, was er mit dem Wissen von heute anders machen würde. Von Beginn an einen sehr guten SteuerBERATER finden, sich schriftliche Ziele setzen, Herausforderungen akzeptieren und nach Lösungen suchen, sich selbst stetig fortbilden, die Hauptaufgaben einer Führungskraft im Auge behalten, das heißt: den Unternehmenszweck erfüllen sowie Mitarbeiter entwickeln, frühzeitig zu delegieren lernen sowie das mittlere Management rechtzeitig zu implementieren.

Abschließend zeigten sich die Organisatoren Sebastian Raß und Johannes Baumeister sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Die Grundziele, Inhalte vermitteln, Netzwerk reaktivieren und Gemeinschaft erleben, wurden zu 100 Prozent erfüllt und alle Teilnehmer waren äußerst zufrieden. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Veranstaltung im Jahr 2020 erneut durchgeführt wird und dann ganz im Zeichen des Summit noch etwas besser und erfolgreicher.

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