Landkreis: Familienpaten gesucht

Belasteten Familien unter die Arme greifen – ein Gewinn für beide Seiten

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Landkreis – Der Fachdienst Frühe Kindheit im Jugendamt des Landkreises Rosenheim sucht gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Rosenheim und dem Sozialdienst katholischer Frauen nach Männern und Frauen, die sich ehrenamtlich als Familienpaten engagieren wollen. Im vergangenen Jahr haben im Landkreis Rosenheim 27 Familienpaten insgesamt 29 Familien mit 51 Kindern betreut.

Foto (v.l.): Vier Powerfrauen mit Herz  – Patricia Calpin, Beate Zeif, Eva Götz-Huber, Margareta Kuntze

Im Vergleich zum Vorjahr waren das fünf Familien und zehn Kinder mehr. Der Bedarf ist groß, das wurde bei einem Pressegespräch am Dienstag mit Vertreterinnen der drei Organisationen im Landratsamt Rosenheim deutlich.

Die ehrenamtlichen Paten sollen belasteten Familien unter die Arme greifen, sie im Alltag unterstützen, für kleine Verschnaufpausen sorgen und bei der sozialen Integration in die Nachbarschaft und die Gemeinde helfen. Betroffen sind vor allem Einelternfamilien, junge Eltern oder Familien, die aus ihrer Heimat weggezogen oder geflohen sind und denen nun das helfende Netzwerk aus Familie und Freunden fehlt.

„Wichtig ist, wir sind keine Oma- und Opa-Vermittlung“, sagte Beate Zeif vom Kinderschutzbund. Es geht darum, Familien frühzeitig zu unterstützen, wenn sie Hilfe benötigen. Die Hilfe ist in der Regel zeitlich begrenzt. Manchmal brauchen Familien nur ein paar Monate Unterstützung, manchmal auch eineinhalb Jahre. Die Eltern sollen entlastet werden. „Viele alleinerziehende Mamas haben im Alltag keine Atempause mehr. Sie gehen arbeiten und kümmern sich um ihre Kinder, ohne Unterbrechung“. Der Familienpate kann hier für kleine Erholungspause sorgen, indem er etwas mit dem Kind unternimmt. „Die Mama kann sich einfach mal ein Buch schnappen oder zum Friseur gehen und Energie tanken“, sagte Zeif.

„Da die Betreuung des Kindes für Eltern eine große Vertrauenssache ist, schauen wir genau, welcher Pate und welche Familien zusammenpassen“, sagte Eva Götz-Huber vom Sozialdienst katholischer Frauen. Es gibt ein erstes Treffen, und wenn die Sympathie stimmt, eine mehrwöchige Probephase. Sowohl die Familien als auch die Paten sollen sich wohlfühlen. „Wir wollen eine Win-win-Situation für beide Seiten“, so Götz-Huber.

Dass die Arbeit als Patin sehr bereichernd sein kann, wusste Margareta Kuntze aus eigener Erfahrung zu berichten. Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sie sich seit 2014 im Raum Prien. Die Beiden betreuen inzwischen eine zweite Familie. Doch auch zur ersten Familie haben sie noch immer Kontakt. „Die Kinder wachsen einem ans Herz. Es ist schön zu sehen, wie sie sich freuen. Dieses Projekt ist eine Bereicherung für uns“, sagte Kuntze. Sie kann nur jedem empfehlen, sich hier zu engagieren.

Familienpate werden kann grundsätzlich jeder. Voraussetzungen sind Liebe zu Kindern, Offenheit gegenüber der Lebenswelt der Familien und ein einwandfreies erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. „Wir haben Paten im Alter von 34 bis 76 Jahren“, so Zeif. Wie viel Zeit jeder Pate investieren möchte, entscheidet er selbst. Alles andere bekommen die Paten in Schulungen mit an die Hand. „Wir bieten Schulungen an in Erster Hilfe, zur gewaltfreien Kommunikation genauso wie zum Thema „Grenzen-Setzen“. Wir sind aber auch jederzeit für unsere Paten erreichbar, wenn sie Hilfe benötigen oder Fragen haben“, sagte Götz-Huber. Außerdem gibt es regelmäßige Treffen zum Austausch und Kennenlernen der Paten untereinander.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich beim Sozialdienst katholischer Frauen oder beim Kinderschutzbund Rosenheim melden. Ansprechpartnerin für den Bereich Chiemgau ist Eva Götz-Huber unter 08051 62 110, für das Inntal Cornelia Berchtenbreiter unter 0157 37131109. Ansprechpartnerin im Bereich Wasserburg ist Dorothée Ortner unter 0170 37 11 775 und im Raum Mangfalltal Beate Zeif unter 0170 37 11 782.

Ansprechpartnerin und Koordinatorin im Landratsamt Rosenheim ist Patricia Calpin unter 08031 392 2397.

Finanziert werden die Familienpatenangebote des Sozialdienstes katholischer Frauen und des Kinderschutzbundes Rosenheim in Kooperation mit dem Netzwerk Familienpaten Bayern durch Mittel des Landkreises Rosenheim und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

 

 

 

 

 

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