A8: „Noch immer keine Antwort”

Michael Linnerer schreibt offenen Brief an den Bundesrechnungshof in Sachen Stautagebuch

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A8/Raubling – Im August 2018 hat Michael Linnerer (FDP) für seine Facebook-Community den Abschlussbericht des Stautagebuchs an MdB Daniela Ludwig übergeben und sie gebeten dieses dem Bundesrechnungshof zu übergeben um eine Antwort auf fünf Kernfragen zu erhalten (wir berichteten/Foto). Knappe 8 Monate später hat er immer noch keinerlei Antwort seitens Bundesrechnungshofs darauf erhalten.

Deshalb wendete er sich jetzt gemeinsam mit A8-Pendlern, Anrainern, Berufs-Kraftfahrern und Sicherheitskräften uns erneut letzte Woche mit einem Offenen Brief an den Bundesrechnungshof um nachdrücklich eine Antwort auf diese 5 Fragen zu erhalten.

Hier der Offene Brief an den Bundesrechnungshof:

Sehr geehrte Damen und Herren vom Bundesrechnungshof,

wie Ihnen sicherlich bekannt ist haben wir Anwohner, Pendler, Sicherheitskräfte und Berufskraftfahrer die fast täglich den von Ihnen bewerteten Streckenabschnitt der A8 befahren im letzten Jahr (100Tage lang) genau unter die Lupe genommen um Ihre Aussage von lediglich 26 Stautagen pro Jahr zu Hinterfragen.

Im Anhang erhalten Sie nochmals unseren Abschlussbericht unseres Stautagebuchs indem die Messmethodik, die Rohdaten, die Hochrechnung, die Schlussfolgerungen sowie unsere Forderungen enthalten sind.

Ich wende mich an Sie, weil wir Anwohner, Pendler, Sicherheitskräfte und Berufskraftfahrer auf unsere 5 Forderungen eine Antwort/Stellungnahmen von Ihnen erwarten!

Weiterhin möchten wir Sie auf Ihre Art zu messen hinweisen. In unserem Abschlussbericht wird ganz deutlich aufgezeigt (und evaluiert!), dass die von Ihnen und vom Verkehrsministerium zugrundeliegende Messmethode des Verkehrsaufkommen eine unzureichende Aussagekraft besitzt.

Sie stützen sich auf das reine Zählen von Autos (Induktionsschleifen), die einen Streckenabschnitt in einer gewissen Zeit passieren und nehmen alleine diese Zahlen her, um Rückschlüsse zu ziehen ob der Verkehr flüssig ist oder sich Staus bilden.

Dabei werden temporäre Themen auf diesem 4-spurigen Streckenabschnitt (2-Spuren in jede Richtung), wie Verengung auf 1-Spur durch Mäharbeiten, Pannen oder Unfälle nicht berücksichtigt.
Unsere nachvollziehbaren und modernen Auswertungen mittels Schwarmintelligenz von Bewegungsprofilen haben einen deutlichen Unterschied der realen Verhältnisse zu Ihrer Interpretation Ihrer Zählung ergeben.

Wir zeigen in unserem Abschlussbericht ganz deutlich auf, dass durch Ihre veraltete Messmethodik von Verkehrsaufkommen Sie eine völlig falsche Einschätzung des Verkehrsaufkommens erhalten.

Unsere 5 Forderungen an den Bundesrechnungshof

Die in der Argumentation vom Bundesrechnungshof angegebenen 26 Stau-Tage weichen in gravierender Weise von den tatsächlich festgestellten 139 Stau-Tagen im Jahr ab.
Wir fordern den Bundesrechnungshof auf die tatsächlich gemessenen Daten als Basis für die Bewertung der Kosten-Nutzen-Rechnung zu verwenden.

Der Streckenabschnitts A8 Inntal bis österreichische Staatsgrenze bei Salzburg muss im Ganzen betrachtet werden, da in der aktuell vorgenommenen Aufteilung Inntal bis Chiemsee und weiter Chiemsee bis Staatsgrenze keinerlei nennenswerte Anschlussstellen vorhanden sind, die größere Verkehrsströme aufnehmen können.
Wir fordern den Bundesrechnungshof auf keine Unterteilung des Streckenabschnitts A8 Inntal bis österreichische Staatsgrenze bei Salzburg in der Bewertung vorzunehmen!

In unserem Bericht wird eindeutig festgestellt, dass nicht nur Verkehrsspitzen, z.B. durch Reiseverkehr, hochproblematisch sind, sondern die sehr hohe dauerhafte Verkehrsauslastung Montag bis Freitag immense Störungen verursacht.
Wir fordern den Bundesrechnungshof auf, die Empfehlung für einen zügigen/beschleunigten 6-spurigen Ausbau des kompletten A8 Streckenabschnitts Inntal bis österreichische Staatsgrenze bei Salzburg abzugeben.

Ein Ausbau des Standstreifens auf dem Streckenabschnitt A8 Chiemsee bis österreichische Staatsgrenze kann nur als Übergangslösung in Frage kommen, wenn zeitgleich der 6spurige Ausbau vorangetrieben wird und beim Standstreifenbau bereits berücksichtigt wird.

Um zukünftig für ähnliche Verkehrsprojekte eine Bewertung auf Basis tatsächlicher Daten vorzunehmen fordern wir, dass im Zuge einer Digitalisierungs-Offensive veraltete Methoden ad acta gelegt werden und die moderne Methoden wie die von uns verwendete Auswertung durch Schwarmintelligenz verwendet werden.

Wir fordern Sie auf dazu Stellung zu nehmen.

Hochachtungsvoll

Dipl.-Inf. (FH) Michael Linnerer

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