Bad Aibling: Echte Helden

ARD-Magazin „Brisant" ehrt Aiblinger Feuerwehrmänner als „Helden des Alltags"

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Bad Aibling – Prominenter Besuch in der Stadt: TV-Moderator Marco Schreyl (im Foto r.) stattete Wolfram Höfler einen Besuch ab. Der Grund: für die Jubiläumswoche des ARD-Magazins „Brisant” wurde der frühere federführende Kommandant der Feuerwehr Bad Aibling gemeinsam mit seinen Kameraden als „Helden des Alltags” geehrt. Im Rückblick auf 25 Jahre „Brisant” war ihr Einsatz beim Zugunglück 2016 in den Augen der Redaktion und der Zuschauer vorbildlich – eben heldenhaft.

„Um gleich eines vorwegzunehmen: Wir fühlen uns nicht als Helden, sondern als Handwerker, die das, was sie täglich üben, dann auch anwenden”, beantwortet Wolfram Höfler gleich zu Beginn die Frage, „die irgendwann immer gestellt wird.” Trotzdem wurde gerade der Einsatz der Aiblinger Feuerwehrler an jenem 9. Februar 2016 von vielen Menschen als beispielhaft für den Umgang mit Extremsituationen gesehen. Bis heute hält der ehemalige Feuerwehrchef diesbezügliche Fachvorträge vor Kollegen im In- und Ausland. Er erklärt dabei das taktische Vorgehen bei derartigen Katastrophen und die Erkenntnisse daraus. Das ist für ihn wie gesagt „Handwerk”, mehr nicht. Aber ein Held? So sieht er das nicht. Er will da eher seine Kollegen in den Vordergrund stellen. „Die sind damals in den Zugwaggon gegangen, ohne, dass der geerdet war. Das war ein hohes Risiko, doch sie wollten den Verletzten schnell helfen”, erzählt Wolfram Höfler.

Gemeinsam mit dem Kamerateam und mit Marco Schreyl ging der frühere Kommandant noch einmal an die Stelle des Unglücks. Das verursachte bei ihm ein Déjà Vu: „Das war echt gespenstisch”, sagt er. „Denn in diesem Moment war es, was die Geräusche anbetrifft, identisch zum Unglückstag. Nur etwas Vogelgezwitscher, sonst Stille.” Ein Trauma hat Höfler deswegen allerdings nicht. „Ich habe den großen Vorteil, dass ich mir das Erlebte in meinen Vorträgen von der Seele reden kann. Natürlich kann ich nicht an die Unglücksstelle gehen, ohne dass da Emotionen hochkommen. Doch im großen Ganzen habe ich das gut verarbeitet.” So wie der langgediente Feuerwehrchef viele Erlebnisse des Feuerwehralltags verarbeitet hat. „Man sieht so vieles und es kommt immer wieder ins Bewusstsein, dass das Leben eine sehr zerbrechliche Sache ist.” Um damit klar zu kommen, hat es sich Wolfram Höfler zu eigen gemacht, sich nach Unfällen nie später nach dem Befinden der Opfer zu erkundigen. Es würde ihn dann doch zu sehr beschäftigen und belasten.

Auch von den meisten Betroffenen des Zugunglücks hat er eher indirekt erfahren. Er erinnert sich an eine Fernseh-Gala, zu der er damals eingeladen war. „Da kam plötzlich die Angehörige eines Opfers auf mich zu und hat sich dafür bedankt, dass ich durch meinen Einsatz ihrem Freund das Leben gerettet habe. Diese Frau war mir unbekannt und ich sehe das auch anders, denn ich hab ja nur getan, was ich zu tun hatte. Außerdem war ich das ja nicht allein, sondern es waren die Kollegen.”

Diese sieht Höfler durchaus als Helden, die durch ihren Einsatz im nicht geerdeten Wagen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Höfler: „Aus diesem Grund habe ich sie auch für die bayrische Rettungsmedaille vorgeschlagen – was allerdings leider von einigen Instanzen abgelehnt wurde.”

So erfahren Höfler und seine Kollegen jetzt wenigstens die Anerkennung im ARD-Magazin „Brisant”, was in einer der Sendungen in der Jubiläumswoche vom 6. bis zum 10. Mai zu sehen sein wird. Eine Medaille gab es für die Feuerwehrler übrigens auch da nicht – das Geschenk der ARD war stattdessen ein Essensgutschein für das Hotel Johannisbad …

„Helden des Alltags” – vom 6. bis zum 10. Mai in „Brisant” (ARD, 17.15 Uhr)

Foto: ARD

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