Jugend, nutzt die gute Lage …

Arbeitslosenzahl geht weiter zurück - Für über 55-Jährige ist's nicht so rosig

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„Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin dynamisch und sehr aufnahmefähig. Der Frühjahrsaufschwung, der schon im März eingesetzt hatte, setzte sich im April 2019 weiter fort“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, heute bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten. Der Landkreis Rosenheim hat aktuell eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent (Vormonat 2,4; Vorjahr 2,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 022.

1 892 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 295 weniger als im Vormonat.

Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 130 arbeitslose SGB II-Kunden, 21 weniger als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 272 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 591 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Auf den ganzen Bezirk der Agentur bezogen:

„Die Zahl der Arbeitslosen ist von 7 570 im Vormonat auf nun 6 840 Betroffene zurückgegangen. Der Wert ist damit so niedrig wie zuletzt Anfang der 80er Jahre. Damals standen der Arbeitslosenzahl jedoch deutlich weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gegenüber. Beim letzten Zähltag im September 2018 waren in unserem Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 196 000 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.“

Cujai weiter: „Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche, in denen Arbeitslose im Betrachtungszeitraum vom 15. März bis 11. April Arbeit aufgenommen haben, fällt auf, dass viele nach der witterungsbedingten Freistellung in den Wintermonaten von ihrem Arbeitgeber wieder angestellt worden sind: In den Hoch- und Tiefbauberufen ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 110 Betroffene (entspricht 61 Prozent) zurückgegangen, in den Gartenbau- und Forstbetrieben lag der Rückgang zusammen bei 120 Personen, was 51 Prozent entspricht, und bei den (Innen)Ausbauberufen bei 120 Personen, beziehungsweise 46 Prozent.

Auch im Bereich Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten, der von der Wiederaufnahme der Bautätigkeiten profitiert, war ein Rückgang der Arbeitslosenzahl um 90 Betroffene (entspricht 27 Prozent) zu verzeichnen und in den Tourismus, Hotel- und Gaststättenberufen waren 80 weniger Arbeitslose (entspricht 14 Prozent) gemeldet als im Vormonat. Gleichzeitig liegen für diese Wirtschaftszweige noch zahlreiche Stellenangebote vor, sodass die Arbeitslosigkeit in diesen Bereichen im nächsten Monat weiter zurückgehen sollte“, so die Agenturleiterin.

Insgesamt waren im April 730 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 450 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent und liegt damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert von April 2018.

Die Agenturleiterin stellt heraus, dass die einzelnen Personengruppen weiterhin in unterschiedlichem Maße von der Aufnahmefähigkeit und Dynamik des regionalen Arbeitsmarktes profitieren: „Junge und Menschen mit Migrationshintergrund profitieren beispielsweise von der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt: Zur Monatsmitte (Zähltag war der 11. April) waren 660 junge Menschen in der Altersgruppe bis unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 40 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Bei den Ausländern war ein Rückgang um 130 auf 1 850 Betroffene zu verzeichnen.

Bei Schwerbehinderten und älteren Arbeitnehmern war im Jahresvergleich hingegen ein Anstieg der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen: Bei den schwerbehinderten Menschen lag die Arbeitslosenzahl im April mit 610 um 20 und bei den über 55-Jährigen mit 1 940 um 50 Personen über dem Wert des Vergleichsmonat des Vorjahres“, sagt Cujai und appelliert an die Unternehmen, auch diesen Personengruppen eine Chance zu geben:

„Die Agentur für Arbeit investiert nach wie vor in unterschiedliche Programme der beruflichen Qualifizierung für Arbeitslose. Auch bei der Arbeitsaufnahme ist durch Probearbeit oder den sogenannten Eingliederungszuschuss eine Unterstützung möglich. Wenn Sie einen Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen möchten, können Sie sich an unsere Spezialisten vom Reha-Team wenden und sich über die vielseitigen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Durch Gespräche und Informationen können Vorbehalte häufig abgebaut werden. Geben Sie diesen Menschen eine Chance, sie bereichern das Unternehmen“, sagt die Agenturleiterin. „Interessierte Arbeitgeber können sich mit Fragen zu den vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten gerne auch unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 an den Arbeitgeberservice wenden.“

Ein Blick auf den Ausbildungs-Stellenmarkt:

Seit Oktober letzten Jahres haben sich bei der Arbeitsagentur Rosenheim 2 630 Burschen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, 290 weniger als im letzten Jahr um diese Zeit.

Aktuell suchen noch 1 320 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle.

Dem gegenüber wurden der Agentur für Arbeit von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern 3 030 Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst gemeldet, von denen 1 550 noch zu besetzen sind.

Cujai zum Ausbildungsmarkt: „Die Situation ist gut und die Jugendlichen haben beste Chancen, eine betriebliche Ausbildungsstelle zu bekommen. Bei vielen Arbeitgebern stehen nicht mehr die Noten im Vordergrund, sondern gute Bewerbungsunterlagen und/oder ein Praktikum sind wichtiger geworden.

Die meisten Angebote gibt es im April noch in den Berufen (es gilt jeweils auch die weibliche Form) Kaufmann Einzelhandel (120), Verkäufer (80), Bankkaufmann (70), Koch (60), Hotelfachmann (60), Zahnmedizinischer Fachangestellter (50), Kfz-Mechatroniker (50), Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Fleischerei (60), Handelsfachwirt (40) und Kaufmann Büromanagement (40).

Aber auch in vielen anderen, vielleicht weniger bekannten, aber sehr attraktiven Ausbildungsberufen, wie Maler/Stukkateur, Personaldienstleistungen oder Getränkeherstellung sind noch offene Stellen mit Ausbildungsbeginn im Herbst gemeldet. Ich möchte daher alle Jugendlichen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt oder ein Studium abgebrochen haben – ermuntern:

Nutzt die gute Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung. Sie ist auf jeden Fall eine gute Grundlage für alle weiteren beruflichen und schulischen Schritte bis hin zum Studium oder Meister/Techniker.

Vereinbart am besten gleich per E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de einen Termin mit der Berufsberatung oder kommt am 15. Mai zwischen 13.30 und 16 Uhr gleich zum offenen Sprechtag in die Arbeitsagentur Rosenheim und in die Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen.

Die Kollegen der Berufsberatung geben wertvolle Tipps zu Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen und die Kollegen vom Arbeitgeberservice halten attraktive Ausbildungsstellen mit Starttermin noch heuer bereit.

Im Zuge dessen möchte ich die Arbeitgeber einladen, ihrem Ansprechpartner vom Arbeitgeber schon jetzt Ausbildungsplätze zu nennen, die noch heuer oder 2020 zu besetzen sind.

Gerne können Sie dies auch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 tun“, so Cujai, und weiter:

„Eine gute Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, bietet auch die IHK jobfit! am 11. Mai von 9.30 bis 15.30 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim. Auch hier bietet die Agentur für Arbeit einen Bewerbungsmappencheck und einen Treffpunkt für Eltern an. Nutzen Sie diese Möglichkeiten!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent (Vormonat 4,1; Vorjahr 4,1 Prozent). Derzeit sind 1 359 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 67 auf 670. Für 689 arbeitslose SGB II-Kunden, fünf mehr als im März, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 141 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 705 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im April eine Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent auf (Vormonat 2,1; Vorjahr 2,2 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 1 383. Von der Gesamtzahl sind 911 Männer und Frauen, 106 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 472 Personen, zwei mehr als im März, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 959 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 522 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 076 Bürger arbeitslos gemeldet. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent (Vormonat 2,4; Vorjahr 2,4 Prozent). Von den 1 076 Arbeitslosen sind 718 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 236 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Landkreis Jobcenter sind 358 Arbeitslose, 16 weniger als im März, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 053 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 828 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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