Kinder nach Schleusung an Tankstelle zurückgelassen

Rosenheimer Bundespolizei ermittelt - Kinder zwischen zwei und elf Jahren sich selbst überlassen

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Garmisch-Partenkirchen/Rosenheim – Dies ist ein Fall besonderer Herzlosigkeit: Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen unbekannte Schleuser, die in der Nacht zu Donnerstag sieben Personen ohne die erforderlichen Dokumente von Italien nach Deutschland gebracht haben. Drei Kinder, zwei, sieben und elf Jahre alt, waren einfach an einer Tankstelle bei Klais (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) abgesetzt und sich selbst überlassen worden.

Im Ortsgebiet Garmisch-Partenkirchen kontrollierte die örtliche Polizei die Insassen eines Autos mit deutschen Kennzeichen. Der 42-jährige Fahrer legte einen deutschen Ausweis vor. Die weiteren vier Insassen, ein Mann, eine Frau und zwei Kinder hatten türkische Ausweise dabei. Bei der Kontrolle der Papiere stellten die Beamten fest, dass drei Kinderausweise ausgehändigt worden waren, die nicht zugeordnet werden konnten. Laut Aussage des Fahrzeugführers wollte er die Gruppe abholen, die drei Minderjährigen waren offenbar nicht zum Treffpunkt gebracht worden. Eine Streife der Polizei Mittenwald entdeckte die Kinder schließlich an einer Tankstelle nahe Klais und nahm die Jungen in Gewahrsam.

Alle acht Personen wurden nach Rosenheim gebracht, wo die für Schleusungsfälle zuständige Bundespolizei die Ermittlungen übernahm. Über gültige Pässe oder Visa verfügte keiner der türkischen Staatsangehörigen. Nach ersten Erkenntnissen hatten sie sich für die Beförderung von der Türkei nach Deutschland Schleusern anvertraut. Den Schilderungen zu Folge wären sie mehrere Tage mit einem Lkw unterwegs gewesen. Den letzten Abschnitt der Reise seien sie getrennt in zwei Fahrzeugen transportiert worden. Sie hatten diese Tour auf sich genommen, weil sie in ihrer Heimat aufgrund ihrer kurdischen Abstammung verfolgt würden. Nach Abschluss der erforderlichen polizeilichen Maßnahmen wurden die Migranten einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet.

 

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