Landkreis – Frust und Unsicherheit bei den Bauern in der Region

Runder Tisch Landwirtschaft mit MdB Daniela Ludwig in Prutting

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Landkreis – Die Düngeverordnung, eine CO2-Steuer und das Volksbegehren Artenschutz: drei aktuelle Themen, die bei den Bauern in der Region Rosenheim für Frust, Ärger und Unsicherheit sorgen. Das ist die Bilanz eines Runden Tisches, zu dem die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig Vertreter der Landwirte eingeladen hatte. Als wichtigen Gesprächspartner hatte sie ihren Fraktionskollegen Artur Auernhammer, selbst Landwirt und Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag, an den Tisch geholt.

Foto: Stv. Landrat Josef Huber, MdB Artur Auernhammer, MdB Daniela Ludwig, der Kreisobmann des Bauernverbandes Josef Bodmaier (v.l.)

„Die Landwirte haben es derzeit nicht leicht“, sagte die heimische Wahlkreisabgeordnete im Hofcafé Donebauer. „Brüssel hat eine Verschärfung der Düngeverordnung gefordert. Das ist noch ein langer Kampf. Wir können das in Bayern nicht hinnehmen. Denn unsere Landwirte werden in einen Topf geworfen mit der Massentierhaltung im Norden und Osten der Republik. Wir brauchen individuellere Werte und keine Pauschalwerte.“

Beim Volksbegehren Artenschutz ist für Artur Auernhammer noch nicht das letzte Wort gesprochen. „Es sind wichtige Vorschriften, die für uns Landwirte einfach nicht gehen. So etwa das Walzverbot von Grünland nach dem 15. März oder Mähverbot auf 10 Prozent der Grünflächen vor dem 15. Juni. Diese und andere Regelungen zwingen Bauern zum Aufgeben.“ Dennoch war es richtig, dass sich der Bauernverband hier den Verhandlungen nicht verweigert habe, meinte Auernhammer. „Es gab keine Alternative. Wir müssen das Beste daraus machen.“ Auf Kritik stießen in der Runde auch die Regelungen für Obstgärten oder das Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf Dauergrünland.

Frust, Ärger und Unverständnis prägen die Diskussion über die Düngeverordnung. Die von der EU geforderte Verschärfung der Düngeverordnung nehme keinerlei Rücksicht auf regionale Gegebenheiten. „Wir haben das sauberste Wasser. Kein Bauer hat bei uns Verständnis für eine Verschärfung“, sagte der ehemalige Landtagsabgeordnete Sepp Ranner. Eine Verschärfung werde viele Bauern in der Region zwingen, die Tierhaltung zu reduzieren, meinten andere Teilnehmer. Wegen der unsicheren Perspektiven habe auch kein Landwirt mehr Lust, in seinen Betrieb zu investieren.

Das Volksbegehren Artenschutz hatte für die Landwirte noch in anderer Hinsicht fatale Auswirkungen. Mehrere Teilnehmer des Runden Tisches berichteten, dass sich die Einstellung der Bevölkerung zur Nutzung von Wiesen, Wäldern und Feldern geändert hat. So gebe es mehr Übergriffe auf das Eigentum der Landwirte. Mountainbiker fahren über die Felder, Jogger laufen über den Grund, Radfahrer fahren über die Wiesen der Landwirte. Die Landwirte, so der Tenor, seien zum Allgemeingut geworden.

Einer CO2-Steuer erteilten die Landwirte eine klare Absage. „Wir sind die einzige Berufsgruppe, die CO2 bindet, zum Beispiel über den Mais oder die Forstwirtschaft“, betonte der Kreisobmann des Bauernverbandes Rosenheim Josef Bodmaier. „Alle anderen Industriezweige produzieren CO2. Wir wollen deshalb von einer Steuer, wenn sie wirklich kommt, profitieren und nicht belastet werden.“

Daniela Ludwig hat ebenso wie ihr Fraktionskollege Artur Auernhammer großes Verständnis für den Ärger und die Sorgen der Landwirte. Beide lehnen eine CO2-Steuer ab. „Diese Debatte müssen wir beenden“, forderte Ludwig. „Die  Landwirte verdienen mehr Respekt für ihre Leistungen. Und Klimaschutz betrifft alle. Die Verbraucher zum Beispiel bestimmen mit ihrem Verhalten selbst, was in den Supermärkten im Regal steht.“ Pressemitteilung Daniela Ludwig

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