Rosenheim: „Krebs ist keine hoffnungslose Dignose mehr”

OB Gabriele Bauer eröffnete Fotoausstellung „Ansichtssache“ im RoMed Klinikum Rosenheim

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Rosenheim – Zur Vernissage der Fotoausstellung „Ansichtssache“ des BRCA-Netzwerkes – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e. V. begrüßte Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Andreas Schnelzer zusammen mit Diplompsychologin Jana Weinhold zahlreiche Gäste. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai täglich zwischen 7 und 19 Uhr in der Eingangshalle des RoMed Klinikums Rosenheims zu sehen.

Die Fotoausstellung mit den außergewöhnlichen Fotos rund um die Entscheidung und das Wissen bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs bringt dem Betrachter die Patientinnen näher, die in ihrer Familie eine genetische Belastung haben und zeigt, wie man damit leben kann und muss.

Priv.-Doz. Dr. Schnelzer betonte, wie wichtig das Brust- sowie das gynäkologische Krebszentrum am RoMed Klinikum Rosenheim für die Patientinnen aus Stadt und Landkreis Rosenheim seien. „Hier werden die Frauen mit Krebserkrankungen nach den neuesten Leitlinien und medizinischen Erkenntnissen behandelt“, ist er überzeugt.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (Foto oben) betonte in ihrem sehr einfühlsamen Grußwort, dass mit einer Diagnosestellung Krebs die Welt aus den Fugen gerate, sich der Blick verändere und Panik aufkomme. „Wir müssen die Verantwortung für unseren Körper und unsere Seele übernehmen – Krebs ist keine hoffnungslose Diagnose mehr.“, so Oberbürgermeisterin Bauer. Sie zeigte sich beeindruckt von der Kraft der Ausstellung und des dazugehörigen Bildbandes und unterstrich die große Bedeutung der Selbsthilfegruppen in diesen schwierigen Situationen. „Zu wissen nicht allein zu sein, ist ein wichtiges Zeichen!“

 

Die Vorsitzende des BRCA-Netzwerkes – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e. V., Traudl Baumgartner aus München erklärte, dass sich das BRCA-Netzwerk nicht mehr nur als Breast Cancer Netzwerk verstehe, sondern auch offen für andere Krebsarten sei. „Seit fünfundzwanzig Jahren ist die genetische Disposition bekannt.“, so Baumgartner und stellte folgende Fragen in den Raum: “Was ist zu tun, wenn ich betroffen bin? Will ich überhaupt wissen, ob ich betroffen bin? Was mache ich mit dem Wissen?“. Sie betonte, dass jede Frau ein Recht auf Nichtwissen habe. „Es gibt keinen Königsweg bei der Entscheidung und jede muss für sich herausfinden, welcher Weg für sie am besten passt.“, so die Fachfrau aus der Selbsthilfe. Die Möglichkeit des Austausches in einer Selbsthilfegruppe mit Betroffenen leiste hier einen wichtigen Beitrag. Zusätzlich möchte das BRCA-Netzwerk e.V. mit dem Bildband und der Fotoausstellung „Ansichtssache“ Hilfestellung geben.

 

Diplompsychologin Jana Weinhold, Leiterin der Abteilung für Psychoonkologie und Psychologische Schmerztherapie am RoMed Klinikum, erläuterte in ihrem Schlusswort, dass für die Patientinnen das Wissen zum Thema von großer Bedeutung sei. „Dies ist wichtig, um mit der Erkrankung umgehen zu können und gibt Sicherheit beim Treffen von Entscheidungen.“, so die Psychoonkologin und betont: „Im Rahmen der psychoonkologischen Begleitung besteht das Angebot, dass auch Familienangehörige miteinbezogen werden.“.

 

Der Klinikchor unter der Leitung von Hans Kelnberger gestaltete die musikalische Umrahmung der Vernissage sehr gefühlvoll mit passenden Stücken.

 

Mit einem Rundgang durch die Ausstellung und der Möglichkeit zum Austausch und Fragen an die Referenten zu stellen, klang die Veranstaltung bei einem Imbiss aus.

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