Bad Feilnbach: Zwischen Brenner und Brennen

Jahreshauptversammlung des Kur- und Tourismusvereins - Karin Freiheit geehrt

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Bad Feilnbach – Zweimal angesetzt und immer wieder verschoben – jetzt hat sie endlich stattgefunden: Die Jahreshauptversammlung des Kur- und Tourismusvereins Bad Feilnbach. Rund 50 Mitglieder und Interessenten sind der Einladung gefolgt und informierten sich am Dienstagabend im Hotel Kistlerwirt über Geleistetes, über Pläne und Wünsche der Verantwortlichen. Neben dem Jahresbericht standen vor allem die Themen „Brenner Nordzulauf” und die Veranstaltung „Bad Feilnbach brennt” am kommenden Sonntag im Mittelpunkt.

Foto: Zum Dank für 30 Jahre Engagement überreichte Bürgermeister Anton Wallner das Buch „Zukunft Moorheilbad Bad Feilnbach” an Vereinsvorsitzende Karin Freiheit

Als erste Rednerin begrüßte Vorsitzende Karin Freiheit die anwesenden Gäste – unter ihnen auch Bürgermeister Anton Wallner sowie die Leiterin der Kur- und Gästeinformation Ute Preibisch und Medical-Park-Geschäftsführer Stephan Merz – und gedachte eingangs den verstorbenen Mitgliedern Reinhold Aha und Erich Kandulski. Anschließend gab es Erfreulicheres zu berichten: Die  Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr von 153 auf 158 Personen angestiegen, der Verein immer mehr in der Gemeinde angekommen. Karin Freiheit ließ mehrere Aktionen Revue passieren und erwähnte dabei auch die regelmäßig stattfindenden Gästebegrüßungen. 15 waren es im vergangenen Jahr, sie alle wurden im Wechsel von den Vereinsmitgliedern Hans-Jürgen Eisele, Getraud Eder, Angelika Zehetmaier und Sepp Höfer durchgeführt. Hierbei stellen die Referenten ehrenamtlich den neuen Kur- oder Urlaubsgästen die Attraktionen und Angebote der Gemeinde vor.

Darüber hinaus war der Verein verantwortlich für Oster- und Weihnachtsdeko an den Straßenlaternen, viele Mitglieder beteiligten sich an der Aktion „Saubere Landschaft”, die Internetseite wurde überarbeitet und an moderne Anforderungen angepasst. Als Beispiel dafür, wie gut sich der Kur- und Tourismusverein in Bad Feilnbach inzwischen ins Gemeindeleben integriert hat, nannte Freiheit die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kur- und Gästeinformation sowie der Gemeinde.

Ein weiteres jährliches Highlight, das in Zusammenarbeit mit dem Verein entstand, ist die Reihe „Kreativ & köstlich”. Regelmäßig blicken hier die beteiligten Wirte und Veranstalter auf ausverkaufte Abende, an denen sich kulinarische und cineastische Spezialitäten zu einem unvergesslichen Erlebnis ergänzen. Karin Freiheit: „Der krönende Anschluss war mit Sicherheit das tolle Abschlussfest und das kulinarische Kino mit 283 Besuchern.”

Nach ihrem Wunsch soll auch das Projekt „Bad Feilnbach brennt” eine dauerhafte Erfolgsgeschichte in der Gemeinde werden. Am kommenden Sonntag, den 26. Mai, laden erstmals acht Obstbrenner der Gemeinde zur Verkostung vor Ort ein. Verbunden durch einen Bus-Shuttle können die Besucher von 10 Uhr bis 18 Uhr in den jeweiligen Höfen und Betrieben edle Obstbrände aus Bad Feilnbach probieren – zudem gibt’s an jeder Station noch kulinarische und kulturelle Überraschungen.

Näheres dazu gab’s dann von Christian Eder (Foto r.) vom Wachingerhof, der ebenfalls an der Aktion beteiligt ist. „Wir haben extra dafür ein eigenes Glas kreiert. Das gibt’s mit Inhalt für fünf Euro zu kaufen”, erzählte er. „Das Glas kann man dann auf seiner Tour durch die verschiedenen Brennereien mitnehmen und immer wieder befüllen lassen.” Dabei fügte er an: „Wir sind natürlich kein Ort, an dem man sich betrinkt, sondern an dem man genießt.” Dass dieser Tag für alle Beteiligten ein schönes und positives Erlebnis wird, kann sich Eder gut vorstellen: „Wir probieren das jetzt mal aus und wenn es gut läuft, dann machen wir es im nächsten Jahr wieder.” Stephan Kalinka, der für das Marketing der Aktion verantwortlich ist, versprach: „Wir drehen von diesem Tag einen Film, damit man das nächste „Bad Feilnbach brennt” damit noch besser bewerben kann.”

Anschließend informierte Kassiererin Getrud Eder über den Kassenstand des Vereins und Kassenprüfer Peter Koch gab dann trotz eines leichten Minus grünes Licht mit den Worten: „Das ist ein Verein, der auch mit dem Geld arbeitet. Das Geld soll auch arbeiten. Deshalb ist es nicht tragisch, wenn einmal etwas weniger auf dem Konto ist.” Das sahen auch die Anwesenden so – der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Ein immer heißeres Thema in Bad Feilnbach wird der Brenner Nordzulauf. Dr. Hans-Jürgen Eisele, der 2. Vorstand, berichtete über die mögliche Variante einer neuen Bahntrasse durch Gemeindegebiet und bezog im Namen des Vereins klar Position: „Wir lehnen die Feilnbacher Variante ab”, sagte er. „Denn sie zerstört die Natur und beeinträchtigt die Landwirtschaft und den Tourismus massiv.” Die Forderungen des Kur- und Tourismusvereins sind die Ertüchtigung der Bestandsstrecke mit dem maximalen Lärmschutz für Anwohner, die Ausstattung mit Digitaltechnik, die die Kapazität um ein drittel erhöhen kann, sowie die Abkehr von der Maximalgeschwindigkeit, wo sie auf der  vorhandenen Strecke nicht machbar ist.

Welche einzigartige Natur hier auf dem Spiel steht, machte der Vortrag von Gastredner Sepp Millauer deutlich. Der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereines Au ist gleichzeitig Jenbachbegleiter und führt Gäste und Gemeindemitglieder regelmäßig ins Jenbach-Paradies. Vor allem Kinder und Jugendliche will er ansprechen. „Wenn die Jungen diese einzigartige Natur erkennen und schätzen, dann setzen sie sich auch dafür ein”, sagte er. Denn hier gäbe es noch eine heile Welt. „Man muss manchmal wieder mit offenen Augen durch die Heimat gehen, um zu erkennen, was wir hier eigentlich haben.” Millauer zeigte den Zuschauern anhand von Bildern, was die Jenbach-Begleiter anbieten und konnte zudem stolz vermelden, dass inzwischen auch eine Hütte genutzt werden kann. Damit müssen bei Regenwetter keine Termine mit Kindergärten und Schulklassen abgesagt werden.

Als letzter Redner der Abends ließ es sich Bürgermeister Anton Wallner dann nicht nehmen, der Vereinsvorsitzenden Karin Freiheit für 30 Jahre Engagement für den Tourismus in der Gemeinde zu danken und sie zu ehren. Als kleine Anerkennung überreichte er ihr eine gebundene Machbarkeitsstudie mit dem Inhalt „Zukunft Moorheilbad Bad Feilnbach”. Dass diese Zukunft durchaus rosig sein kann, beschrieb Wallner mit ansteckender Begeisterung: „In der Gemeinde greift so langsam ein Zahnrad ins andere, nach dem Knick 1996 geht es jetzt stetig wieder aufwärts. Die innergemeindlichen Rivalitäten sind nach über 40 Jahren Großgemeinde so langsam weg, wir haben eine neue Ortsmitte, die noch viel schöner wird, wir haben hier tolle Aktionen wie „Bad Feilnbach brennt” und die Chorwoche – und wir haben einen Campingplatz, der zu den 44 schönsten in ganz Europa zählt.” Um den Tourismus in Bad Feilnbach muss einem wirklich nicht bange sein.

 

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