Bad Aibling: Spezlwirtschaft im Trinkwasserschutzgebiet

Leserbrief zum AIB-Stimme-Artikel „Verwässerter Bebauungsplan“ vom 14.5.2019

image_pdfimage_print

Bad Aibling – Unser Artikel „Verwässerter Bebauungsplan”, der am 14. Mai auf der AIB-Stimme über das Bauvorhaben im Gartenäckerweg zu lesen war, brachte bei vielen Lesern Diskussionen über die Machenschaften in der Kommunalpolitik in Gang. In den sozialen Medien wie auch per Mail wurde hier lebhaft gestritten. Tenor dabei: So geht’s nicht! Als Beispiel zeigen wir hier einen Leserbrief, der uns von Regisseur Michael Stacheder erreichte.

„Wir lesen und hören in diesen Tagen viel vom Verfall der Ethik in der Politik, von widerlichen und abstoßenden Sittenbildern, von perfiden Politikern, die ihren eigenen Machtanspruch und die Eigeninteressen über das Allgemeinwohl stellen. Um diesen Verfall beobachten zu können, braucht es nicht unbedingt die große weltpolitische Bühne oder ein ominöses Video, sondern es reicht schon der Blick in unseren Stadtrat. Der ethische Anspruch verlässt wohl bereits selbst den unscheinbaren Kommunalpolitiker, wenn es gilt, die eigenen Interessen über das Allgemeinwohl zu stellen und diese mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln zu erringen, selbst wenn dabei allgemein gültige Verbote umgangen und außer Kraft gesetzt werden müssen.

An dieser Stelle sei dem Bürger die Frage gestattet, was den betreffenden CSU-Stadtrat von Bad Aibling motiviert, der seit 1996 über ein Mandat verfügt, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Diese Frage reiche ich aber auch gerne an die anderen Stadträte weiter, die sich nicht zu schade sind, ihren Stadtrats- und Fraktionskollegen bei seinem Vorhaben zu unterstützen, für seine Kinder am Rande eines Trinkwasserschutzgebiets ein privates Bauvorhaben durchzusetzen. Kurzerhand wird das Allgemeinwohl hinten angestellt, außer Acht gelassen, dass für 100.000 Menschen dieses Wasserschutzgebiet lebensnotwendig ist! Was schert man sich im Aiblinger Stadtrat um das Bauverbot in einem Trinkwasserschutzgebiet, gilt es doch, dem Stadtratsspezl und seiner Familie einen schönen Blick in die Berge zu ermöglichen. Der Verdacht der Mauschelei liegt nahe. Allein, dass ein Großteil der Stadträte von Bad Aibling hier wieder beispiellos lavieren und fadenscheinige Argumente zum Umgehen eines bestehenden Verbots zu Felde führen und gar offensichtlich für den Kollegen und dessen private Interessen Schlupflöcher suchen, ist ein Skandal. Hier machen sich gewählte Vertreter der Bürgerschaft zu Steigbügelhalter! Aber es wäre ja nicht das erste Mal in unserer Stadt, dass man Feuchtwiesen & Co trocken legt und Einzelinteressen über das Allgemeinwohl stellt.
Wir Aiblinger tun gut daran, bei der kommenden Kommunalwahl 2020 genau hinzusehen, wen wir in unser zukünftiges Stadtparlament wählen.”

Michael Stacheder, Regisseur
Bad Aibling

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren