Das sichere Tal

Nach Bad Aibling, Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl stimmt auch Kolbermoor für eine Sicherheitswacht

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Mangfalltal – Die Würfel sind gefallen. Nachdem sich schon die drei großen Mangfallgemeinden Bad Aibling, Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl für eine Sicherheitswacht ausgesprochen haben, stimmte nun auch die Stadt Kolbermoor dafür, dass ab Ende des Jahres die ehrenamtlichen Helfer der Polizei im Mangfalltal nach dem Rechten sehen. Im gesamten Altlandkreis sind die Meinungen dazu allerdings geteilt.

Nein, es geht nicht um die großen Kriminaldelikte. Verbrecher festnehmen und verfolgen ist noch immer das Ding der Polizei. Es geht vielmehr darum, ein Auge auf die kleinen Sünden im Alltag zu werfen, Ordnungswidrigkeiten zu erkennen und zu unterbinden. Was in Rosenheim schon seit langer Zeit funktioniert und etabliert ist, soll nun demnächst auch im Mangfalltal Realität sein: Die Leute der Sicherheitswacht patrouillieren an den Brennpunkten der Gemeinden.

Dafür, dass die Sicherheitswacht in den Gemeinden ihren Dienst aufnimmt, setzt sich auch die Polizei ein. Polizeipräsident Robert Kopp, sowie Mario Huber und Bernd Heller von der Aiblinger Polizei gaben in den vergangenen Wochen in diversen Stadtrats- und Gemeinderatssitzungen Einblicke in die Arbeit der Sicherheitswacht und beantworteten dazu auch viele Fragen. Dabei stellten sie überall klar, dass es hier nicht um so etwas wie „schwarze Sheriffs” gehe oder dass die Bürger bespitzelte werden sollten. Ihre Credo: Die Sicherheitswacht soll in erster Linie das Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei sein und vor allem das Gespräch suchen.

Dass die ehrenamtlichen Mitglieder der Sicherheitswacht Uniform tragen sei wichtig. So sind sie sofort klar erkennbar, zudem helfe eine Uniform oft schon alleine durch ihre Präsenz, dass sich aufkeimende Probleme erst gar nicht entwickeln können.

Erfreulich für die Kommunen: Durch die Sicherheitswacht entstehen ihnen keine Kosten, das übernimmt das Bayerische Innenministerium. Und genau dort muss das „Ja” zu den Einsätzen im Mangfalltal noch abgenickt werden, noch in diesem Monat.  Passiert das, werden geeignete Bewerber für dieses Ehrenamt gesucht und dann ausgebildet. Im besten Fall könnten die ersten Einsätze dann schon im Spätherbst und Winter anlaufen. Dafür bieten sich zum Beispiel Events wie die Advents- oder Christkindlmärkte an, auch in den Parkanlagen, am Mangfallufer, am Höglinger Weiher oder in den Ortszentren sollen die Sicherheitswachtler präsent sein.

Nicht jedem Bürger, Gemeinde- oder Stadtrat gefällt das. Kritische Stimmen denken, dass da weit übers Ziel hinaus geschossen wird. Oder wie es Bad Aiblings Stadträtin Heidi Benda von den Grünen formuliert: „Ich weiß nicht, ob das Sicherheitsgefühl der Bürger hier in der Stadt tatsächlich so schlecht ist.”

Für Polizeipräsident Kopp soll die Sicherheitswacht allerdings vor allem eine Signalwirkung auf die Bürger haben: Hinschauen statt wegsehen. Sich selbst zwar nicht in Gefahr bringen, aber in brenzligen Situationen ohne Zögern den Notruf 110 wählen.

 

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