Landkreis: Wieder mehr Keuchhusten

Höchste Fallzahlen seit Einführung der Meldepflicht - Häufung auch in Bad Aibling und Kolbermoor

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Landkreis – Seit Beginn des Jahres wurden dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim etwa 350 Keuchhustenfälle gemeldet. Eine Zahl, die den Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl alarmiert: „Es scheint sich nach vorläufiger Auswertung der Daten um die höchste Fallzahl seit Einführung der Meldepflicht im März 2013 im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen der Vorjahre zu handeln.“

Vor allem in den letzten Wochen gingen zahlreiche Meldungen zu der hochansteckenden Infektionskrankheit beim Gesundheitsamt ein. Wobei örtliche Schwerpunkt erkennbar sind, so Dr. Hierl: „Wir beobachten eine außergewöhnliche Häufung in den Gemeinden Samerberg und Brannenburg aber auch aus den Städten Rosenheim, Bad Aibling und Kolbermoor werden hohe Erkrankungszahlen gemeldet.“

Gleichzeitig liegen Stadt und Landkreis Rosenheim bei der Durchimpfungsrate gegen Keuchhusten bei den Schulanfängern in Bayern auf dem letzten Platz. Das hat eine Auswertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gezeigt. Für das Schuljahr 2016/17 lag die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung bei 88,9 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 95,3 Prozent.

Der Leiter der Rosenheimer Gesundheitsbehörde warnt davor, Keuchhusten zu unterschätzen: „Es ist eine hochansteckende und lange andauernde Infektionskrankheit. Es kommt dabei zu Anfällen mit oftmals schweren krampfartigen Hustenstößen verbunden mit Luftnot. Häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung. Neugeborene und Säuglinge haben ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen, nicht selten kommt es zu lebensgefährlichen Atemstillständen.“

Vor diesem Hintergrund appelliert Hierl an die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen: „Impfungen sind der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich.“ Hierl verweist auch auf die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Kokon-Impfstrategie: „Schützen Sie die Neugeborenen in Ihren Familien. Wenn in den vergangenen zehn Jahren keine Keuchhustenimpfung stattgefunden hat, sollten Frauen im gebärfähigen Alter und enge Haushaltsmitglieder, wie Eltern, Großeltern und Geschwister aber auch Tagesmütter und Babysitter, spätestens vier Wochen vor Geburt eines Kindes eine Dosis eines Keuchhusten-Impfstoffs erhalten.“

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder zum frühestmöglichen Zeitpunkt, das heißt unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats, zu beginnen und zeitgerecht fortzuführen. Empfohlen werden je eine Impfung im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie eine weitere Impfung im Alter zwischen 11 und 14 Monaten. Auffrischungsimpfungen erfolgen erstmals mit 5 bis 6 Jahren, eine weitere Dosis wird zwischen 9 und 17 Jahren verabreicht. Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO, die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einem Keuchhusten-Impfstoff zu verabreichen.

 

Weitere Informationen gibt es beim Gesundheitsamt Rosenheim, aber auch Haus- und Kinderärzte in der Region beraten zur Keuchhustenimpfung.

 

 

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