Vom Sport fürs Leben lernen

Kapitän der Starbulls Rosenheim zu Gast im Caritas Kinderdorf Irschenberg

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Irschenberg – Kurz vor den Sommerferien berichtete der Kapitän der Starbulls Rosenheim, Michael Baindl (Foto M.), in der Schule im Caritas Kinderdorf Irschenberg über seinen Werdegang als Eishockeyspieler, über Zielstrebigkeit, Entbehrungen, Erfolge und wie er gelernt hat, mit Rückschläge umzugehen.

Foto oben: Schulrektor Thomas Wimmer (r.) und Kinderdorf-Bereichsleiter Uli Meyrl (l.) begrüßten Michael Baindl in Irschenberg

Mucksmäuschen still war es in der Turnhalle als der 32-jährige Starbulls-Spieler den rund 20 Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Jahrgangsstufe erzählte, wie er als Dreijähriger zum ersten Mal auf Schlittschuhen stand. Wie er es mit viel Trainingsfleiß, Durchhaltevermögen und Unterstützung durch die Familie in die Junioren-Nationalmannschaft schaffte und nach vielen Jahren schließlich in der Mannschaft des Erstligisten Straubing Tigers spielte.

Dabei machte er deutlich, wie wichtig es ist, sich von Anfang an erreichbare Ziele zu setzen, um schrittweise dem großen Ziel näher zu kommen. Dass dabei nicht immer alles rund lief, dass er auch einmal einen Schritt zurückgehen musste, um zwei Schritte voranzukommen, verschwieg er nicht. Doch er behielt die ganze Karriere sein Ziel konsequent im Auge und setzte früh Prioritäten.

Wenn seine Mitschüler zum Baden fuhren, ging er ins Training. Wenn seine Freunde am Wochenende feierten, ging er früh ins Bett, denn am frühen Morgen wartete der Bus zum Auswärtsspiel. Auch dass der Weg zum Profi kein leichter war, verdeutlichte er, in dem er über die Zeit sprach, als er nach der Hauptschule tagsüber auf dem Bau arbeitete, am Abend dann trainierte und an den Wochenenden wiederum Eishockey spielte. Mal erfolgreich, mal weniger. Sportler lernen mit Niederlagen umzugehen. Besonders erfolgreiche Sportler sehen Niederlagen als Ansporn, sich weiter zu verbessern. Das könnten die Schülerinnen und Schüler – seiner Meinung nach – auch für sich übernehmen.

Wie wichtig nicht nur beim Spiel der Teamgeist ist, wurde deutlich als ein Mädchen ihn fragte, wie er es schaffte, nach einer schweren Kopf- und Knieverletzung und jeweils monatelanger Pause wieder zurückzukommen. Seine Mannschaftskollegen seien es gewesen, die ihn motivierten, an sich zu glauben und nicht aufzugeben. Mit deren tatkräftiger Hilfe kämpfte er sich schließlich jedes Mal wieder zurück. Deutlich wurde, die Erfahrung der eigenen Verletzlichkeit macht Sportler demütig.

Während dieser schwierigen Zeit wurde ihm bewusst, dass er einen Plan B braucht, wenn es eines Tages mit dem Eishockey nicht mehr weitergeht. „Erst da wurde mir klar, wie wichtig Schule ist“, erklärte er den Mädchen und Jungen. Er ging wieder zur Schule, absolvierte sein Fachabitur und heute studiert er Sport und Fitness. Das Wissen, das er dort erlangt, gibt er beim Athletiktraining der Jugendmannschaft der Starbulls Rosenheim weiter. Den Kindern und Jugendlichen gab er noch einen Ratschlag aus eigener Erfahrung mit: „Wenn andere sagen, das schaffst du eh nicht. Dann lasst euch nicht runterziehen. Glaubt an euch. Es sollte euch eher motivieren, das erst recht durchzuziehen.“

Zum Abschluss lud er die Klassen zusammen mit Lehrer Markus Hengge ein, die Mannschaft in der kommenden Saison nach einem hoffentlich erfolgreichen Spiel in der Kabine zu besuchen und die Kraft- sowie Physioräume zu besichtigen. Damit geht die bereits seit 10 Jahren bestehende soziale Partnerschaft zwischen den Starbulls Rosenheim und dem Caritas Kinderdorf Irschenberg in eine neue Runde.

Fotos: © bfl relations

 

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