Bad Aibling: Ja zum Radschnellweg

Stadtrat beschließt einstimmig die Beteiligung an Radlroute durchs Mangfalltal

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Bad Aibling – Die Stadt Bad Aibling hat beim alljährlichen Stadtradeln die Nase meist vorne im regionalen Vergleich. Wie könnte sie sich da gegen einen geplanten Radschnellweg entscheiden, der in der näheren Zukunft von Feldkirchen-Westerham nach Stephanskirchen führen soll? Zumal die Kosten für die Stadt erst einmal überschaubar sind – rund 12.000 Euro müssen für die Planung und Konzeption der Strecke locker gemacht werden. Also votierte der Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig für die Beteiligung.

Allerdings gab es dabei auch Einschränkungen. Denn noch ist die Strecke, die es letztendlich sein soll, nicht endgültig festgelegt. Mehrere Varianten werden geprüft. Dabei war es für Rosemarie Matheis (ÜWG) besonders wichtig, dass der Weg auf keinen Fall durch den Kurpark führen darf. Bürgermeister Felix Schwaller versuchte zu beruhigen: „In meinen Plänen führt keine Strecke durch den Kurpark.” Trotzdem wurde im Anschluss sicherheitshalber der Beschluss festgelegt, dass die Kurpark-Variante auf keinen Fall kommen darf. Dem stimmten alle Stadträte zu.

Obwohl auch keine Strecke an der Mangfall entlangführen soll, wollte Stephan Schlier (CSU) dies noch einmal prüfen lassen. Seine Idee: „Auf der einen Seite einen Weg für die Fußgänger und gemütlichen Radler, auf der anderen Seite dann der Radschnellweg.” Auch das fand seine Mehrheit im Gremium.

Wie sich allerdings die Schnelltrasse für Radler, die flott von A nach B kommen wollen, in der Praxis zeigt, bleibt dahingestellt. Denn da aus Gründen der Flächenversiegelung keine neuen Wege geschaffen, sondern bestehende Strecken genutzt und ausgebaut werden sollen, stellt sich die Frage, ob denn etwa eine Umleitung um den Kurpark drumherum von den Radlern so angenommen wird. Zudem stehen Konflikte schon jetzt im Raum. Wie Felix Schwaller eklärte, soll der Schnellweg vor allem auf Straßen gelegt werden. „Der Autoverkehr soll so zurück gedrängt werden”, merkte er an.

Das mag in schwach frequentierten Gebieten noch funktionieren, doch in den Bereichen rund um die Therme wird’s dann heikel – denn eine Variante wäre der Radschnellweg auf der Ganghoferstraße. Ein Bürger sagte im Anschluss der Sitzung: „Wenn man nicht mehr problemlos mit dem Auto zu der Therme hinkommen kann, wird’s bedenklich.”

Noch ist das alles Zukunftsmusik, und Bad Aibling kommt, nachdem die anderen Mangfallgemeinden schon ihr „Ja” gegeben haben, schlecht aus der Nummer raus. Doch wie sich der Radschnellweg dann irgendwann einmal im täglichen Gebrauch bewährt, wird spannend. Weil sich Radler nicht nur daran orientieren, wo sie am kräftigsten in die Pedale treten können, sondern auch daran, wo der Weg am kürzesten ist.

 

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