Reisezeit, Stauzeit: Tipps der Johanniter

Gute Planung für den Aufbruch in die Ferien ist das A und O – Motorradstaffel wieder im Einsatz

image_pdfimage_print

Landkreis – Eine gute Vorbereitung kann die Fahrt in den Urlaub deutlich entspannen. Nicht nur die Fahrtroute, die Pausenintervalle und Beladung stehen dabei im Fokus, auch an Details wie das Warndreieck, Warnwesten und den Verbandkasten sollte man denken: Ist alles griffbereit? Die Johanniter geben Tipps zur Reisezeit.

Während des Reiseverkehrs sind am Wochenende ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter-Motorradstaffel zwischen München und Salzburg beziehungsweise Kufstein unterwegs, um bei Notfällen im Stau schnell zu helfen. Die Stauprofis haben Tipps für alle Reisenden: „Jeder motorisierte Urlauber sollte einkalkulieren, dass es zu Komplikationen und Staus auf der Route kommen kann und insbesondere bei den aktuellen Temperaturen ausreichend Wasservorrat mitnehmen,“ sagt Uli Rubner, ehrenamtlicher Rettungsassistent der Johanniter. „An genügend Spielzeug für die Kleinen denken die Eltern meist, aber ist der Verbandkasten aktuell bestückt? Das wird häufig übersehen. Und wie sieht es mit Warnwesten aus? Für jeden Fahrinsassen sollte ein Exemplar griffbereit sein.“

 

Auch während der Reise selbst sind Verhaltensregeln zu beachten: Sollte der Verkehr gänzlich zum Erliegen kommen, ist das Freihalten einer Rettungsgasse unabdingbar. Sobald sich der Verkehr auf Schrittgeschwindigkeit verlangsamt oder ganz zum Erliegen kommt, halten sich auf mehrspurigen Straßen alle Fahrzeuge auf der linken Spur ganz links, alle anderen Fahrzeugen weichen nach rechts aus.

 

Und wie sieht es mit der Absicherung eines liegengebliebenen Wagens auf dem Seitenstreifen oder an einer Unfallstelle aus? „Das Fahrzeug muss auffallen,“ sagt Uli Rubner. „Deswegen die Warnblinkanlage anschalten und den Kofferraum geöffnet lassen – dann wirkt es auffälliger. Vor dem Aussteigen zur verkehrsabgewandten Seite die Warnweste anlegen und dann Schutz hinter der Leitplanke suchen.“ Auch das Warndreieck muss aufgestellt werden. In einer Entfernung von 100 Metern auf Landstraßen und mindestens 150 Metern auf Autobahnen, an unübersichtlichen Stellen bis zu 400 Metern.

 

Wer bei einem Unfall selbst zu Hilfe eilt, sollte niemals die Eigensicherung vergessen und sich zuerst einen Überblick verschaffen. Dann den Verunfallten ansprechen und wenn möglich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Liegen Verletzungen vor, den Rettungsdienst unter der europaweit gültigen Notruf-Nummer 112 benachrichtigen. Die Verletzten versorgen bis der Rettungsdienst eintrifft und keinesfalls im Auto auf die Hilfskräfte warten.

 

Tipps

…. für lange Fahrten

·             ausgeruht in den Urlaub starten

·             leichte Kleidung, in der man sich wohlfühlt, tragen

·             Check des Autos: Warnwesten, Verbandkasten, Warndreieck, ggf. Decke

·             ausreichend Getränke und leichte Snacks einpacken

·             Gepäck gesichert verstauen

·             richtige Sitzposition einstellen

·             für angenehmes Klima im Wageninneren sorgen

·             bei der Routenwahl flexibel bleiben und Verkehrsnachrichten beachten

·             regelmäßige Pausen mit Bewegung einlegen

·             vorausschauend und defensiv fahren und Abstand halten

·             im Stau: Ruhe bewahren und Rettungsgasse bilden

·             beim Unfall: zuerst an die Eigensicherung denken und die Unfallstelle absichern

 

… für lange Fahrten mit Kindern

·             gute Reiseplanung und das richtige Timing sind das A und O

·             Handgepäck wie Spielzeug im Wageninnern z.B. durch Netze sichern

·             Kinder fest aber bequem angurten

·             am frühen Abend und nicht bei Hitze losfahren

·             bei gleichbleibendem Tempo ohne abruptes Bremsen fahren

·             Unterhaltsame Spiele, Hörspiele und Bücher, Malbücher sorgen für Ablenkung

·             für eine gewisse Zeit vertreibt auch ein Tablet die Langeweile

·             Pausen interessant gestalten

·             Kinder sollten sich in den Pausen bewegen und austoben können

·             Ausreichend Getränke wie Wasser, Saft-Schorlen mitnehmen

·             abwechslungsreiche, leichte Kost einpacken

·             Kinder vor der Sonne schützen (Sonnenblenden, Fensterfolie, Sonnenmilch)

·             „Notfallköfferchen“ mit Ersatzklamotten, Windeln, Tüchern etc. parat haben

 

… für lange Fahrten mit Kleinkindern und Babys

·             als Starttermin in den Urlaub den Ferienanfang vermeiden

·             Säuglinge und Babys sollten nicht aus dem Rhythmus gebracht und werden

·             ein Elternteil sollte hinten beim Kind sitzen

·             eine Schatztruhe mit Stiften, Stickern, Spielfiguren, Stofftieren verkürzt die Fahrt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren