Bad Aibling: Partnerschaft, die gerne gelebt wird

60-köpfige Delegation feierte in Cavaion den 13. Geburtstag der Städtepartnerschaft

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Bad Aibling/Cavaion – Drei Tage Sonnenschein und drei Tage mit den italienischen Freundinnen und Freunden in Cavaion, die unvergessen bleiben. Mit über 60 Leuten aus Bad Aibling und Umgebung ging es ab in die Partnerstadt Cavaion Veronese, um die Freundschaft zwischen den beiden Städten zu festigen und den 13. Geburtstag der Städtepartnerschaft zu feiern.

Am Ziel der Reise in den Süden besichtigten die Aiblinger die Firma „Cavaion Sideloaders Baumann“ von Dr. Wolfgang Baumann, der zu den Gründervätern der Städtepartnerschaft zählt. Dort gewährte der Geschäftsführer Dr. Klaus Pirpamer zusammen mit weiteren Mitarbeitern spannende Einblicke in die Tätigkeiten des Unternehmens, das Seitenstapler auf Bestellung hergestellt und diese weltweit in rund 60 Ländern vertreibt. Abends genossen die Aiblinger bei bestem Wein und Sonnenuntergang am Strand Lido di Cisano das Flair und die Stimmung am Gardasee.

Am nächsten Tag besichtigte die Gruppe aus Bad Aibling die Wallfahrtskirche Madonna della Corona in Ferrara di Monte Baldo. Diese Kirche wurde in 773 m Höhe in den Felsen gebaut und war ursprünglich von und für Eremiten errichtet.

Foto o.: Übersetzerin Valerie Gruber, Vorsitzende Freundeskreis Cavaon-Bad Aibling,  ital. BGM Sabrina Tramonte, BGM Felix Schwaller (v.l.)

Am Abend fand die Partnerschaftsfeier im Torcolo in Cavaion statt. Weil in der Partnerstadt neben der Europawahl auch die Kommunalwahl stattfand, waren viele neue Gemeinderäte bei der Feier anwesend. Die Bürgermeisterin Sabrina Tramonte begrüßte die Gäste mit italienischem Temperament und bedankte sich beim Freundeskreis Cavaion – Bad Aibling für die gute Vorbereitung. Ihr Bürgermeisterkollege Felix Schwaller freute sich über die Wiederwahl von Sabrina Tramonte und meinte, dass damit ihre gute Arbeit honoriert wurde. Er machte keinen Hehl daraus, dass er sich gut an sie gewöhnt hat und allein deshalb schon froh ist, sie wieder als Bürgermeisterkollegin zu haben. Wenn ihm auch im großen Europa einige Staatsmänner suspekt sind, so lobte er das kleine Europa zwischen Italien und Bayern.

Die Vorsitzende des Freundeskreises Cavaion – Bad Aibling e.V., Irmi Gruber, betonte in ihrer Ansprache, von ihrer Tochter Valerie Gruber konsekutiv ins Italienische übersetzt, die vielen Verbindungen zwischen Bad Aibling und Cavaion. Zugleich wies sie auf die Bedeutung des Italienischkurses hin, der unter der Leitung von Carmela Roiu immer gut besucht ist.

Im Anschluss überreichte Bürgermeister Felix Schwaller seiner Amtskollegin Sabrina Tramonte eine beleuchtete Weltkugel aus getragenen Hufeisen, die von der Künstlerin Uschi Kannopka angefertigt worden war. Felix Schwaller deutete an, dass Eisen ein sehr hartes Material ist, das dennoch geformt werden kann. Die vielen Hufeisen symbolisieren ihm zufolge den Fleiß seiner Amtskollegin Sabrina Tramonte und zeigen, dass auch durch harte Arbeit Glück entstehen kann.
Cavaions Geschenk an Bad Aibling war eine Skulptur aus Cavaioner Marmor, die der Bürgermeister freudig entgegennahm. Sabrina Tramonte assoziierte die Form der Skulptur mit der Freundschaft zwischen Cavaion und Bad Aibling.

Beim Austausch der vielen Geschenke wurden auch die neuen Gemeinderäte aus Cavaion mit ihren jeweiligen Ämtern und Aufgaben vorgestellt. Die erste und zweite Vorsitzende des Freundeskreises Cavaion – Bad Aibling e.V., Irmi Gruber und Elisabeth Gessner, übergaben ebenfalls Geschenke an verdiente und treue Vertreterinnen und Vertreter der Partnerschaft. Aus dem Bad Aiblinger Stadtrat waren neben der dritten Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz und der bereits erwähnten Elisabeth Gessner auch Katharina Dietel, Rosemarie Matheis, Rudi Gebhart und Hans Schweiger anwesend. Von allen Seiten gelobt wurde die Familie Bauer-Gallucci aus Cavaion. Sabine Bauer übersetzt in allen denkbaren Varianten von der bayerischen in die italienische Sprache sowie vom Veroneser Dialekt in die deutsche Sprache. Ihr Mann Francesco Gallucci kredenzte Wein beim Abendessen und unterstützte sie bei der Organisation und Reiseleitung, und auch ihr Vater Max Bauer fungierte als Eventmanager. Ohne die tatkräftige Zusammenarbeit zwischen Sabine, ihrer Familie und dem Freundeskreis Cavaion – Bad Aibling könnte die Partnerschaft nicht so gut gedeihen.

Nach dem offiziellen Teil gab es noch einen Videoclip über die Partnerschaftsfeier des letzten Jahres zu sehen, der von Brigitte Karlstetter professionell gestaltet wurde. Das Abendessen auf dem Vorplatz des Torcolo endete erst nach Mitternacht. Sangesfreudige Italienerinnen und Italiener unterhielten die Gäste mit ihrer heimlichen Nationalhymne, dem Gefangenenchor aus Nabucco. Der vielbejubelte Überraschungsauftritt einer Bauchtänzerin rundete den Abend gelungen ab.

Foto: Stadtrat Rudi Gebhart, BGM Sabrina Tramonte und BGM Felix Schwaller (v.l.) drehen Knödel

Der letzte Tag stand bis zur Abfahrt zur freien Verfügung. Nach dem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche San Giovanni de Battista besuchten einige Aiblingerinnen und Aiblinger die Waisenkinder aus der Ukraine in der Scuola Elementare von Cavaion. Rudi Gebhart und Max Bauer drehten mit den Kindern Knödel und kochten Gulasch. Auch die beiden Rathauschefs aus Cavaion und Bad Aibling versuchten sich beim Knödelmachen. Das gemeinsam gestaltete Mittagessen schmeckte den Kindern aus der Ukraine und den Gästen unter den Pinienbäumen vorzüglich. Der Erlös des Mittagessens kam in die Kasse des Vereins Cavaion Nel Mondo.

Die Zeit in Cavaion war viel zu schnell vorbei – ein Zeichen, dass die Partnerschaft lebt. Schon jetzt freuen sich alle auf das nächste Treffen.

 

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