Der Arbeitsmarkt im Juli

Rosenheim: Mehr Jugendliche melden sich nach Ausbildungsende beschäftigungslos

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„Wir freuen uns, dass die Arbeitslosenzahl von Juni auf Juli nur leicht angestiegen ist“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim bei der heutigen Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in diesem Monat üblich, denn seit Jahren beobachten wir das gleiche Phänomen: Viele junge Menschen haben im Juli ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, und trotz des enormen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft werden nicht alle im Anschluss von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen …

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,0 Prozent (Vormonat: 2,0; Juli 2018: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2931. Hier sind 1875 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 93 mehr als im Vormonat.

Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1056 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 46 weniger als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 3188 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2519 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen ist die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat im gesamten Agenturbezirk um 140 auf 730 Betroffene (+22,7 Prozent) angestiegen. Die Agenturleiterin sagt an die Unternehmen gewandt: „Für diese frisch ausgebildeten jungen Fachkräfte suchen wir Arbeitgeber, die bereit sind, ihnen eine Chance zu geben.

Im August werden sich noch weitere junge, frisch ausgebildete Fachkräfte bei uns melden. Ich bin mir sicher, dass sich neue und alteingesessene Beschäftigte (Stichwort: Jugend trifft auf Erfahrung) sehr schnell ergänzen und zu einem neuen Team zusammenwachsen werden. Sprechen Sie Ihren Ansprechpartner vom Arbeitgeberservice an oder melden Sie sich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20.“

Dr. Cujai weiter zu dieser Personengruppe: „Einige Jugendliche, die sich bei uns melden, streben nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung auch eine höhere Qualifikation an. Sie wollen die BOS (Berufsoberschule) besuchen oder studieren und suchen nur befristete Jobs, da sie ab Herbst wieder die Schulbank drücken werden. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit dürfte deshalb von vorübergehender Natur sein.“

Insgesamt hat sich die Arbeitslosenzahl im Betrachtungszeitraum vom 14. Juni bis 11. Juli um 160 auf 6670 Personen erhöht und liegt damit um 170 unter dem Wert des Vergleichsmonats des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 2,2 Prozent. Sie übersteigt damit den Juni-Wert um 0,1 Prozentpunkte und unterschreitet den Wert des Vergleichsmonats des Vorjahres ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte.

Die Agenturleiterin sagt mit Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahl der einzelnen Personengruppen:

Während die Bewerber unter 25 Jahren (-40 Personen), die Ausländer (-130 Personen) und die Langzeitarbeitslosen (-150 Personen) in den vergangenen zwölf Monaten von der Aufnahmefähigkeit und Dynamik des regionalen Arbeitsmarktes profitiert haben, ist die Arbeitslosenzahl bei den Menschen über 55 Jahre (+110) und mit Schwerbehinderung (+10) angestiegen.

Ich möchte Unternehmen ermuntern, auch diese Personengruppen zu Vorstellungsgesprächen einzuladen, um von deren Berufserfahrung und Persönlichkeit zu profitieren. Die Agentur für Arbeit kann die Arbeitsaufnahme durch Probearbeit und den sogenannten Eingliederungszuschuss (EGZ) unterstützen. Für Menschen mit Schwerbehinderung gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten, über die Sie unser Reha-Team informiert“, sagt Dr. Cujai.

„Die Notwendigkeit zu qualifizieren und vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben, unterstreicht der Blick auf den Stellenmarkt. So gibt es in den Berufsgruppen Kunststoff- und Holzherstellung und -verarbeitung (200 gemeldete Arbeitsstellen, 120 Arbeitslose), Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau (210 Stellen, 150 Arbeitslose), Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe (350 Stellen, 200 Arbeitslose), Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe (290 Stellen, 130 Arbeitslose) sowie Hoch-, Tief- und Ausbauberufe (300 Stellen, 140 Arbeitslose), Informatik und andere IKT-Berufe (200 Stellen, 110 Arbeitslose) und Medizinische Gesundheitsberufe (430 Stellen, 220 Arbeitslose) zum Teil deutlich mehr gemeldete Stellen als Arbeitslose.“

Noch ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt: Die Agenturleiterin spricht die Jugendlichen an, die noch einen Ausbildungsplatz suchen: „Schickt am besten gleich eine E-Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de und vereinbart einen Termin mit Eurem Berufsberater, denn es sind noch 1300 freie Lehrstellen in fast allen Berufsgruppen gemeldet. Die Berufsberater helfen Euch bei der Stellensuche und geben Tipps zu Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgesprächen“, sagt Dr. Cujai und wendet sich auch an die Unternehmen:

„Zum Stichtag am 11. Juli waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim noch 780 Bewerber für Ausbildungsplätze gemeldet. Kontaktieren Sie unseren Arbeitgeberservice und geben Sie auch jungen Menschen eine Chance, die in der Schule vielleicht keine Überflieger waren. Häufig können diese bei der praktischen Arbeit und durch ihre Persönlichkeit überzeugen. Und sollte es in der Berufsschule einmal nicht so rund laufen, kann die die Agentur für Arbeit die Auszubildenden mit den kostenlosen ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), quasi Nachhilfeunterricht für den Berufsschulstoff, unterstützen.“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent (Vormonat: 3,6; Juli 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 1290 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGBIII-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 37 auf 645. Für 645 arbeitslose SGB II-Kunden, 24 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2111 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1677 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juli eine Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent (Vormonat: 1,9; Juli 2018: 2,0 Prozent) auf. Das entspricht 1373 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 946 Männer und Frauen, 92 mehr als vor einem Monat, in den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 427 Betroffene, 30 weniger als im Juni, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1856 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1455 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1071 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,0 Prozent (Vormonat: 1,9; Juli 2018: 2,1 Prozent) entspricht. Davon sind 728 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 51 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 343 Arbeitslose, 15 weniger als im Juni, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1011 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 801 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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