Noch 505 unbesetzte Lehrstellen

Arbeitsmarkt im August: Der Blick auf den Landkreis - Verkäufer-Azubis gesucht

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„Wir müssen auch in diesem Jahr im Ferienmonat August einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 600 auf 7260 vermelden“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Viele Personalentscheider sind in Urlaub und Neueinstellungen erfolgen dementsprechend erst nach deren Rückkehr. Zudem haben sich – wie um diese Jahreszeit üblich – viele unter 25-Jährige nach Schul- oder Ausbildungsabschluss arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit ist bei dieser Personengruppe im Betrachtungszeitraum vom 12. Juli bis 12. August um 270 Personen, das entspricht 37 Prozent, auf 1000 Betroffene angestiegen“, erklärt die Agenturleiterin.

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,2 Prozent (Vormonat: 2,0; August 2018: 2,3 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3207. Hier sind 2123 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 248 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1084 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 28 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 3083 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2443 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt: Zum Stichtag 12. August waren im Landkreis Rosenheim noch 157 unversorgte Bewerber gemeldet. Dem gegenüber stehen 505 unbesetzte Lehrstellen. Die meisten Ausbildungsplätze gab es noch in den Berufsgruppen Verkauf (129), Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (46), in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen (31) und in medizinischen Gesundheitsberufen (29).

„Viele junge Menschen werden jedoch voraussichtlich nur für kurze Zeit arbeitslos gemeldet bleiben, da sie uns bereits signalisiert haben, dass sie schon eine Arbeitsstelle in Aussicht haben oder ab Herbst eine weiterführende Schule oder eine Hochschule besuchen werden. Es gibt aber auch einige frisch ausgebildete Fachkräfte, die noch nach einem Arbeitsplatz suchen. Ich möchte deshalb an die Unternehmen appellieren, diesen jungen Menschen eine Chance zu geben. Routiniertes und neues Personal ergänzen sich gut, und so kann sich eine neue positive Dynamik im Unternehmen entwickeln.“

Insgesamt hat sich die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat im Agenturbezirk Rosenheim um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent erhöht. Sie entspricht damit dem Wert von August 2018. „Der Wert liegt damit erstmals in diesem Jahr auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Dieses Phänomen hatten wir zuletzt im Januar 2017, als die Arbeitslosenquote – wie im Januar des Vorjahres – 3,4 Prozent betrug. In allen darauffolgenden Monaten lag sie jeweils unter dem Vergleichsmonat des Vorjahres“, so Dr. Cujai.

„Diese Entwicklung unterstreicht die weiterhin abwartende Haltung von Unternehmen bei Neueinstellungen aufgrund der unsicheren konjunkturellen Aussichten. Die Betriebe im Agenturbezirk haben dem Arbeitgeberservice im Betrachtungszeitraum 1020 zu besetzende Stellen neu gemeldet, 70 mehr als im Vormonat, aber 70 weniger als im August 2018.

Insgesamt haben die Betriebe seit Jahresbeginn 8060 neue Stellen gemeldet, 1570 weniger als in diesem Betrachtungszeitraum vor einem Jahr. Der Bestand der zu besetzenden Stellen liegt mit 5100 (4850 davon sind sozialversicherungspflichtig und 4890 sofort zu besetzen) um 290 unter dem Vergleichswert des Vorjahres“, erklärt die Agenturleiterin.

„Besonders betroffen vom Stellenrückgang sind die Berufshauptgruppen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, wo mit 210 Stellen 100 weniger gemeldet sind als vor einem Jahr und die Kunststoff- und Holzherstellung und -verarbeitung, wo die Anzahl der gemeldeten Stellen um 60 auf 180 zurückgegangen ist.“

Im Betrachtungszeitraum haben sich 2860 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, 1210 davon aus Arbeit. Dem gegenüber standen 2250 Abmeldungen, 850 davon in Arbeit. 4690 Arbeitslose, 500 mehr als im Vormonat, wurden nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Agentur für Arbeit in der Hauptagentur in Rosenheim sowie in den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen betreut. 2570 SGB II-Kunden, 100 mehr als vor einem Monat, waren bei den Jobcentern in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und bei der optierenden Kommune Miesbach gemeldet.

Ein Hauptaugenmerk legt die Agenturleiterin kurz vor Ausbildungsbeginn auf den Lehrstellenmarkt: „Im September starten viele junge Menschen mit ihrer Berufsausbildung, jedoch haben noch nicht alle Jugendlichen eine passende Stelle gefunden, und auch einige Betriebe suchen noch händeringend nach dem richtigen Bewerber“, sagt Dr. Cujai. Am Stichtag 12. August waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim noch 380 unversorgte Bewerber für Ausbildungsplätze gemeldet.

Dem gegenüber standen 1160 unbesetzte Lehrstellen, unter anderem im Verkauf (280), in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Köche, Fleischer – 100) sowie in medizinischen Gesundheitsberufen (u.a. medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte) und in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen (jeweils 80).

Die Agenturleiterin weiss, dass Angebot und Nachfrage so kurz vor Ausbildungsbeginn häufig nicht zu 100 Prozent zusammenpassen und appelliert an die jungen Menschen, die noch nach einem Ausbildungsplatz für heuer suchen:

„Seid bei der Berufs- und Betriebswahl und beim Arbeitsweg flexibel und vereinbart am besten gleich per E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de einen Termin mit der Berufsberatung. Unsere Berufsberater warten mit attraktiven Lehrstellen mit Starttermin sofort und tollen Bewerbungstipps. Die international anerkannte duale Ausbildung in Deutschland bietet die Ideale Grundlage für die berufliche Karriere.“

An die Betriebe gewandt sagt Dr. Cujai: „Geben Sie auch Bewerbern eine Chance, die in der Schule keine Überflieger waren, die nach der Schule erst einmal gejobbt oder ein Studium begonnen und nicht beendet haben oder die aus anderen Gründen keinen lückenlosen Lebenslauf haben. Häufig entwickeln sich diese jungen Menschen im Betrieb sehr positiv.

Ein eigener Arbeitgeber-Service informiert Sie unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 oder in einem persönlichen Beratungsgespräch gerne zu Fragen bei der Suche nach Auszubildenden und/oder Unterstützungsmöglichkeiten (Hinweis: Der Einstieg in die Ausbildung ist in der Regel noch bis Dezember möglich).“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 3,6; August 2018: 4,2 Prozent). Derzeit sind 1372 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 39 auf 684. Für 688 arbeitslose SGBII-Kunden, 43 mehr als im Juli, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2098 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1678 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt: Zum Stichtag 12. August waren in der kreisfreien Stadt Rosenheim noch 77 unversorgte Bewerber gemeldet. Dem gegenüber standen 181 unbesetzte Lehrstellen. Die meisten Ausbildungsplätze gab es noch in den Berufsgruppen Verkauf (38), Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung (23) sowie Unternehmensführung und
-organisation und Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen (jeweils 15).

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im August eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent auf (Vormonat: 2,0; August 2018: 2,0 Prozent). Das entspricht 1494 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1069 Männer und Frauen, 123 mehr als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 425 Betroffene, in etwa so viele wie im Juli, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1810 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1434 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt: Zum Stichtag 12. August waren im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen noch 83 unversorgte Bewerber gemeldet. Dem gegenüber standen 257 unbesetzte Lehrstellen. Die meisten Angebote gab es im Verkauf (59), in den medizinischen Gesundheitsberufen (22) und in Hoch- und Tiefbauberufen (21).

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1187 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,2 Prozent (Vormonat: 2,0; August 2018: 2,1 Prozent) entspricht. Davon sind 814 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 86 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der ArbeitslosengeldII  Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 373 Arbeitslose gemeldet, 30 mehr als im Juli. Insgesamt betreut das Jobcenter 977 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 783 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt: Zum Stichtag 12. August waren im Landkreis Miesbach noch 60 unversorgte Bewerber gemeldet. Dem gegenüber standen 217 unbesetzte Lehrstellen. Die meisten Angebote gab es noch in den Berufsgruppen Verkauf (56), Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe (24) sowie medizinische Gesundheitsberufe und Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (jeweils 20).

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