Vagen: Maß statt Malle

Dreister Abzocker vermiest den Vagener Burschen die diesjährige Party - über 1800 Euro Schadensersatz gefordert

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Vagen – Ganz schnell wurde ein Maßkrug aufs Plakat gezaubert. Denn die diesjährige Malle-Party am 5. Oktober des Burschenvereins Vagen steht unter keinem guten Stern. Nachdem die Burschen in der Vergangenheit schon zwei erfolgreiche Feste unter diesem Slogan veranstaltet hatten, flatterte ihnen heuer böse Post des Anwaltsbüros „Feistel, Becker, Weise” ins Haus. Dort wurde dem Verein untersagt, weiterhin ein Fest unter diesem Namen auszurichten, denn der Name „Malle” sei geschützt. Damit nicht genug: Als Schadensersatz für die beiden bereits gefeierten „Malle-Partys” hätten die Verantwortlichen 1822,96 Euro zu bezahlen.

Bei Nichtbezahlung drohen die Anwälte in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, mit einem Gerichtsverfahren, das im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe oder eine ungleich höhere finanzielle Strafe nach sich ziehen kann.

Kein Wunder, dass Thomas Ramthun, Vorstand im Vagener Burschenverein, sauer ist. Denn das Prinzip ist klar: Jörg L., ein Privatmann aus Hilden, hat sich im März 2002 die Rechte an dem Namen „Malle” schützen lassen und ist seitdem auf großer Abzocke-Tour durch Deutschland. Verklagt wird jeder Wirt, jeder Verein und jeder Unternehmer, der Veranstaltungen ausrichtet, die das Wort „Malle” in sich tragen. Besonders perfide daran: Hier nutzt ein Mensch die Unwissenheit anderer Leute aus, die ohne böse Absichten fröhliche Feste feiern wollen. Dass es dabei in manchen Fällen sogar um Existenzen geht, scheint dem Kläger egal zu sein.

Auch die Vagener Burschen sind durch diese Forderung in großer Not. „Wir sind ein kleiner Verein und haben dieses Geld nicht”, sagt Ramthun. Dann erzählt er weiter: „Wenn wir etwas übrig haben, dann versuchen wir, es für einen guten Zweck zu verwenden.” So hat der Burschenverein erst kürzlich 1.700 Euro an das Rote Kreuz in Bruckmühl gespendet, nachdem das Einsatzfahrzeug durch unbekannte Täter mutwillig zerstört wurde. „Wir helfen gern, wo wir nur können”, sagt der Vereins-Vorstand. Für derartige Forderungen wie bei der Malle-Party, die nur ein dreistes Abkassieren Unwissender zum Ziel hat, fehlt im allerdings jedes Verständnis.

Extra ärgerlich: Die Vagener Burschen haben schon in die Werbung für die Party am 5. Oktober einiges an Geld investiert. Als Notlösung werden nun die bereits gedruckten Plakate und Flyer mit einem Maßkrug überklebt – so wird nun aus der „Malle-Party” eine „Maßen-Party”. Es sieht so aus, als ob sich die Burschen, trotz allem Ärger das Feiern nicht vermiesen lassen wollen. Ob der Kläger aus Hilden darauf einen heben wird, darf bezweifelt werden …

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