Bad Aibling: „Jetzt geben wir Vollgas!”

Rudi Gebhart wurde zum Bürgermeisterkandidaten der ÜWG gewählt - drei Bewerber zur Auswahl

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Bad Aibling – Dieter Kannengießer (im Foto r.), Vorsitzender der Parteifreie/ÜWG in Stadt und Landkreis Rosenheim, war überrascht: „Es ist schon ungewöhnlich, dass sich so viele Kandidaten zur Wahl stellen. Normalerweise ist man ja schon froh, wenn man überhaupt einen findet”, sagte er, nachdem die Mitglieder des ÜWG e.V. ihren Kandidaten für die kommenden Bürgermeisterwahl am 15. März gewählt hatten. Am Ende wurde es der Fraktionsvorsitzende Rudi Gebhart (im Foto l.), der sich am Donnerstagabend mit 16 Stimmen gegenüber Aiblings dritter Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz (9 Stimmen) und Überraschungskandidat Alexander Mario Wolff (4 Stimmen) durchsetzen konnte.

Nachdem in der Wahlversammlung im Gasthaus Schoder die Würfel zu seinen Gunsten gefallen waren, zeigte sich Gebhart sogleich angriffslustig: „Jetzt geben wir Vollgas!” gab er die Parole aus. Tatsächlich wird die anstehende Wahl eine spannende Angelegenheit. Da der amtierende Bürgermeister Felix Schwaller aus Altersgründen nicht mehr antreten wird, werden die Karten im kommenden März neu gemischt in der Stadt.

Und da sieht der ÜWG-Fraktionsvorsitzende gute Chancen für sich. „2020 wird ein Jahr des Umschwungs, und da stehen die Chancen gut für uns”, zeigte er sich in seiner Vorstellungsrede optimistisch. Dabei ließ er auch keinen Zweifel dran, dass im Falle seiner Wahl ein frischer Wind durchs Rathaus wehen soll. „Mich bringt es auf die Palme, wenn ich sehe, mit welcher Arroganz man hier von den großen Parteien behandelt wird. Dieses Parteiengekleckere ist für mich seit vielen Jahren untragbar.”

Gebhart versprach eine transparentere Verwaltung und mehr Nähe zu den Bürgern. Das ist auch für Dieter Kannengießer einer der Gründe, wieso freie Wähler in fast der Hälfte der Landkreisgemeinden den Bürgermeister stellen. „Jeder Ort ist ein bisschen anders gestrickt. Da hilft keine Parteilinie, da braucht’s individuelles Gespür. Die ÜWG hat ihr Ohr näher am Bürger, das ist unser Erfolgsrezept”, sagte er.

Foto: Sie standen zur Wahl – Rudi Gebhart, Kirsten Hieble-Fritz und Alexander Mario Wolff (v.l.)

Wie seine Mitbewerber kritisierte Rudi Gebhart auch den geplanten Neubau der Sankt-Georg-Schule. „Der neue Bürgermeister wird es durch diesen nicht kalkulierbaren Schuldenberg nicht leicht haben”, sagte er. Das Geld fehle dann für andere wichtige Projekte in der Stadt. Ganz oben auf der Agenda stehen bei Gebhart die Themen „bezahlbarer Wohnraum” sowie „leben und arbeiten in Bad Aibling”. „Und wenn das nicht geht, dann wenigstens im Mangfalltal. Sollte ich gewählt werden, freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden.”

Am Ende der Kandidatenwahl machten auch die anderen Mitbewerber klar, dass sie bei der kommenden Bürgermeisterwahl zusammenhalten und Rudi Gebhart unterstützen werden. Denn wenn der Fraktionssprecher den Chefsessel der Stadt erklimmen sollte, dann wird das nur gehen, wenn alle an einem Strang ziehen. Diesen Punkt hat Gebhart übrigens auch schon privat geklärt: „Ich habe mir das reiflich überleg und auch meine Frau hat nichts dagegen. Deshalb will ich das jetzt durchziehen.”

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