Au: Bildung wird teurer

Sanierungskosten der Grundschule müssen nach oben korrigiert werden - 1,5 Millionen mehr

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Au – Das, was viele Skeptiker der Schulsanierung schon vorab befürchtet hatten, ist eingetreten: Die Renovierung der Grundschule wird um einiges teurer werden, als zuvor veranschlagt wurde. Vor allem die generelle Preissteigerung im Baugewerbe, höhere Kosten für Handwerker und so manche bauliche Überraschung im bestehenden Gebäude sind dafür verantwortlich. Zwar wäre ein Neubau trotzdem noch um einiges teurer geworden, trotzdem waren die Gemeinderäte über diese Nachricht verärgert. Keine leichte Aufgabe also für Architekt Thomas Dumps, mit dieser Hiobsbotschaft vor den Gemeinderat Bad Feilnbach zu treten …

Es war eine knappe Entscheidung vor rund drei Jahren, als sich der Gemeinderat Bad Feilnbach für eine Generalsanierung der Auer Schule entschied. Denn viele im Gremium waren auch der Meinung, dass man dann doch gleich einen Neubau machen könne. Schließlich waren die veranschlagten Sanierungskosten von etwa 4,8 Millionen kein Pappenstiel. Und schon 2016 wurden im Rat auch Stimmen laut, die befürchteten, dass während der Renovierungsarbeiten noch die eine oder andere Überraschung im Gemäuer auf die beteiligten Firmen warten würde.

Das war nun tatsächlich der Fall. Nachdem der erste Bauabschnitt jetzt beendet ist, musste Architekt Thomas Dumps in der Sitzung am Donnerstagabend die Kostensteigerung begründen. Zuerst legte er die nackten Zahlen auf den Tisch: Aus für diesen Abschnitt zuvor berechneten 2,13 Millionen wurden nun 3,05 Millionen. Das sind 921.117,19 Euro mehr – eine Steigerung von 43 Prozent. Der gerade begonnene zweite Abschnitt wurde einst mit 2,798 Millionen berechnet, jetzt werden es wohl 3,3 Millionen werden, was etwa 20 Prozent Mehrausgaben bedeutet. Am Ende muss die Gemeinde statt mit den früher geplanten 4,8 Millionen im günstigsten Fall nun mit rund 6,3 Millionen rechnen. Dumps zu den Ursachen: „Zum einen schlägt eine zehnprozentige Preissteigerung in der Branche mit 213.000 Euro an Mehrkosten zu Buche.” Zudem wären zusätzliche statische Maßnahmen nötig gewesen, die Böden in der Turnhalle mussten herausgerissen werden, zusätzliche Brandschutzauflagen mussten eingehalten werden, und für einen Kran musste ein extra Zu- und Anfahrtsweg geschaffen werden – „all das war in der Summe so nicht vorhersehbar”, erklärte der Planer.

Was zum großen Teil auf Unverständnis unter den Gemeinderäten stieß. „So etwas muss man doch genauer berechnen können, eine Preissteigerung ist ja absehbar. So ein Kostenvoranschlag muss mehr Puffer haben”, sagte Gerhard Mair (CSU), selbst Unternehmer in der Baubranche. „Wenn das bei einem Privatkunden passiert, den dreht es auf.”

Dumps erklärte es damit, dass man bei Kostenberechnungen wie diesen, bei denen es auch um Fördergelder gehe, an bestimmte Vorgaben gebunden sei. Große Puffer einberechnen wäre da nicht möglich.

Um die Kosten nicht ganz explodieren zu lassen, wurde der Dachaufbau vereinfacht, statt Parkett wurde Linoleum verlegt und die Treppe erhält eine einfache Metallplatte als Innengeländer. Das wollte Dr. Balthasar Spann (ebenfalls CSU) so nicht stehen lassen, denn: „Eigentlich ist die Preissteigerung dadurch noch höher, da ja an einigen Stellen gespart wurde. Jetzt haben wir ein qualitativ geringwertigeres Gebäude.”

Nach all der nachvollziehbaren Kritik  sah sich Bürgermeister Anton Wallner allerdings in der Pflicht, weiter eine Lanze für die Sanierungsmaßnahme zu brechen, obwohl auch er zugab, über die höheren Kosten verärgert zu sein. „Trotzdem”, so meinte er, „muss man sehen, dass eine bewusste Entscheidung für den Schulstandort Au gefallen ist. Das ist immer noch gut und wichtig. Einige Preissteigerungen sind so auch tatsächlich nicht absehbar gewesen.” Und schließlich wäre – Mehrkosten hin oder her – ein Neubau mit Sicherheit um einiges teurer gewesen. „Auch hier hätten wir es mit der allgemeinen Preissteigerung und den höheren Handwerkerkosten zu tun gehabt”, sagte er. Peter Feldschmidt vom Bauamt sprang dem Bürgermeister und dem Architekten zur Seite, denn seine Erfahrung war die: „Die Mehrkosten liegen auch an den Angeboten der Betriebe. Man kriegt derzeit wenig, und die Firmen nutzen das auch aus.”

Für Wallner steht trotz allem Unmut außer Frage, dass Au bald wieder ein toll hergerichtetes Schulgebäude haben wird, das mindestens für die nächsten 50 Jahre Bestand hat. Positiv dabei: Die Turnhalle wird dabei auch von den Vereinen genützt, und auf das Dach kommt zudem eine Photovoltaik-Anlage, die sich in acht bis neun Jahren rechnen wird. Wallner: „Dann haben wir Energie-Autarkie.” Ein kleiner Lichtblick mit einer verlässlichen Komponente – die Sonne wird ihre Preise wohl in den kommenden Jahren nicht steigern …

 

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