Wetten, du verlierst?

Nächste Woche Zwergen-Aktion gegen Glücksspielsucht auch in Rosenheim

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Landkreis – Am kommenden Mittwoch, 25. September, findet wieder der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Wie die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) mitteilt, versammeln sich an diesem Tag überall in Bayern Personen, die ihrem Ärger endlich Luft machen wollen. Auch die Fachstelle für Glücksspielsucht der Fachambulanz für Suchterkrankungen der Sozialen Dienste der Diakonie Rosenheim nimmt in diesem Jahr am Aktionstag teil – und zwar von 9 bis 12 Uhr in der Münchener Straße 12 in Rosenheim …

In Gruppen von 15 bis 30 Zwergen und mit Demo-Schildern gerüstet, auf denen eindeutige Botschaften gegen das übermäßige Glücksspielen zu lesen sind, stehen die kleinen Protestler an über 20 ausgewählten Plätzen im Freistaat. Gemeinsam prangern sie Themen wie Spielhallen, Online-Gambling und Sportwetten an.

Viele der Zwerge sind sogar selbst betroffen. So sagt einer von ihnen: „Früher habe ich in einem tollen Garten gewohnt, ein schönes Haus hatte mein Besitzer auch. Jetzt ist alles weg, verzockt, und ich steh‘ auf der Straße.“

Konrad Landgraf, Geschäftsführer der LSG: „Glücksspielsucht ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung, häufig verlieren die Betroffenen alles, sei es ihre Beziehung, das eigene Vermögen oder den Job. So witzig unsere Aktionen erscheinen mögen, sie sind uns bitterernst, auch wenn wir sie niedlich verpackt haben.“

Mit der Zwergen-Aktion erhofft sich Landgraf vor allem ein großes mediales Echo, um das Thema Glücksspielsucht noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Und er hofft natürlich auf zahlreiche Menschen, die sich die Aktionen der LSG ansehen, den Beratenden vor Ort Fragen stellen und sich, falls sie selbst oder ihre Angehörigen Hilfe benötigen, ganz offen an die Kolleginnen und Kollegen vor Ort oder an eine Beratungsstelle wenden.

Doch nicht nur die Spielenden selbst leiden unter der Sucht. „Auch die Angehörigen sind häufig massiv von der Spielsucht des Partners oder der Partnerin betroffen. Deshalb halten wir auch auf Angehörige zugeschnittene Hilfsangebote vor“, sagt Suchtexperte Landgraf. Die LSG hat über ganz Bayern verteilt zahlreiche Fach- und Kompetenznetzwerkstellen eingerichtet, die auf der Website der LSG leicht zu finden sind. Speziell für Angehörige wurde die Website Verspiel nicht mein Leben eingerichtet.

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