Kolbermoor: Das Frage-Antwort-Spiel

Streit ums Krematorium geht weiter - Dieter Kannengießer antwortet Robert König

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Kolbermoor – Dass vor dem Ratsbegehren zur geplanten Feuerbestattungsanlage die Meinungen über Sinn oder Unsinn eines Krematoriums weit auseinander gehen, haben nicht nur mehrere Informationsabende dazu gezeigt. Schon seit Frühjahr wurden die Diskussionen darüber heftig und emotional geführt. Nach der letzten Veranstaltung am vergangenen Dienstag will es Robert König von der Bürgerinitiative Kolbermoor gegen den Bau eines Krematoriums allerdings nicht auf dem dort Gesagten belassen.

In einem offenen Brief an den Stadtrat versuchte er noch einmal, den Finger in einige von ihm vermutete Wunden zu legen. Dazu will jetzt Kolbermoors zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer nicht schweigen und antwortet ihm ebenfalls mit einem  offenen Brief. Beide Schreiben wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

Das steht im Brief der Bürgerinitiative:

Sehr geehrte Damen und Herren des Kolbermoorer Stadtrates,

bereits während der laufenden Pro-Krematorium-“Informations-“Veranstaltung vom 17.09.2019 wurde Herrn Bürgermeister Kloo der beigefügte Sachverhalt vorgelegt; es gab bis dato keinerlei Reaktion des Bürgermeisters hierauf.

Herr Engmann hat bereits in der sogenannten Informationsveranstaltung vom 25.06.2019 im Mareissaal betont und auch in der Präsentation auf Seite 4 geschrieben, dass das Krematorium in Traunstein”Referenzanlage des LfU, in Bayern, Deutschland und Europa” ist. Gleichlautende Aussagen sind auf den Homepages der Fa. EHG und Feuerbestattung Südbayern sowie in den sogenannten Faktenchecks der EHG, welche auf der Homepage der Stadt Kolbermoor herunter geladen und gelsen werden können, zu finden. Die Fa. EHG wirbt mit einer Auszeichnung durch ein Gütesiegel “Umweltpakt Bayern”.

Die unten angefügte Email des Landesamtes für Umwelt vom 17.09.2019 widerspricht diesen Aussagen deutlich und lässt ein ganz anderes Bild zu.

Zuletzt hat der OVB sebst in einem Artikel Aussagen des Investors bzw Bürgermeisters zu angeblichen Wartezeiten in den umliegenden Krematorien widerlegt: es gibt keine Wartezeiten in Krematorien!!! Uns liegen gleichlautende schriftliche Aussagen verschiedener Krematorien vor. München schreibt sogar sinngemäß: es wird auch keine Wartezeiten geben!

Viele Fragen der Bürger und Bürgerinnen wurden bisher nur mit ausweichenden Aussagen beantwortet: z.B. Bedarf, radioaktive Belastung, etc.

Wir fragen jeden einzelnen von Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren im Stadtrat:

Können und wollen Sie diesem Investor jetzt noch wirklich Ihr Vertrauen schenken? Ist es nicht höchste Zeit, von dieser Ansiedlung Abstand zu nehmen?

Warum vertrauen auf die Aussagen des Investors und den von diesem bezahlten Fachleuten?

Warum beschützen Sie uns nicht vor einer Anlage, wo nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese giftige Emissionen haben und unserer aller Gesundheit gefährden kann?

Warum nehmen Sie die Ängste großer Teile der Bürgerschaft nicht wirklich ernst und beschließen, dass eine solche Anlage nicht direkt neben bestehender Wohnbebauung errichtet wird?

Denken Sie nicht auch, dass die Bürger darin einen großartigen Charakterzug sehen würden, wenn Sie den Verzicht auf die Ansiedlung eines Krematoriums beschließen?

Sind Ihnen die eventuell erwartbaren Gewerbesteuereinnahmen wichtiger als die Menschen und die Umwelt?

Was muss denn noch alles an Ungereimtheiten aufgedeckt werden, damit Sie reagieren?

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Bürgerinitiative Kolbermoor gegen den Bau eines Krematoriums

c/o Klaus Zirngast und Robert Gerhard König, Kolbermoor

 

Das sagt Dieter Kannengießer:

 

Sehr geehrter Herr König,

mit Ihren Fragestellungen an die Städträte unterstellen Sie, dass wir eine Gesundheitsgefährdung in Kauf nehmen, dass Fachleute keine Fachleute sind und wir Ungereimheiten akzeptieren. Sie stellen also den Bürgermeister und den Stadtrat unter Generalverdacht. Vielleicht sollte sich der Stadtrat hiergegen schützen.

Ich bezweifle, dass Sie ein wirkliches Interesse an einer sachlichen Diskussion haben, da Sie sich trotz langfristiger und mehrmaliger Einladung zur Diskussion am 17.09. verweigerten, mit am Podium aufzutreten. Sie zitieren zwar aus der Podiumsdiskussion, waren aber selbst nicht anwesend. Hier hätten Sie Ihre Bedenken und Fragen vortragen können. Sie hatten zudem das Angebot, mit mehreren Personen aus Ihrer Bürgerinitiative mit auf dem Podium zu stehen. Fragen von Personen aus Ihrer Bürgerinitiative im Publikum wurden beantwortet. Bitte akzeptieren Sie, dass es auch unterschiedliche Meinungen gibt und spalten Sie nicht durch unangebrachte Angstmacherei weiter die Kolbermoorer Bevölkerung.

Der Stadtrat ist Ihrem Anliegen, ein Ratsbegehren durchzuführen, einstimmig nachgekommen. Die Fragestellung zum Standort Rothbachl konnten wir gemeinsam Rechtskonform abklären. Außerdem wurde ebenso wunschgemäß der einstimmige Beschluss gefasst, dass an keinem anderen Standort in Kolbermoor eine Feuerbestattungsanlage gebaut wird. Manche Aussagen über einen anderen Standort in Kolbermoor verstehe ich daher nicht.

Nunmehr entscheiden zunächst die Bürger und nicht der Stadtrat.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Kannengießer

 

 

 

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