Ein Herzblut-Aiblinger       

Rudi Gebhart ist bei der Bürgermeisterwahl der Kandidat der ÜWG - und er ist siegessicher

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Bad Aibling – Für Christine Gebhart ist ein Stadtspaziergang an der Seite ihres Mannes oft sehr interessant. Denn meist trifft ihr Rudi an jeder Ecke auf Bekannte und Freunde, bleibt kurz stehen, ratscht mit ihnen, hört ihnen zu. Dazwischen ertönt ein kurzes „Servus, Rudi!” von der anderen Straßenseite – nein, mit wirklicher Entspannung hat das wenig zu tun. Aber einiges mit dem Entschluss, als Bürgermeisterkandidat bei der kommenden Wahl ins Rennen zu gehen. Denn wer so beliebt und bekannt in Bad Aibling ist, der hat auch Chancen auf das höchste Amt in der Verwaltung.

Rudi Gebhart selbst sieht das genauso und weiß bei dieser Entscheidung auch seine Frau hinter sich. „Ich habe mir das reiflich überlegt”, sagt er, „und deshalb will ich das jetzt durchziehen.” „Das” ist für den „Herzblut Aiblinger”, wie er sich selbst bezeichnet, der Sieg bei der anstehenden Bürgermeisterwahl am 15. März. „Mein Ziel ist es, der erste ÜWG-Bürgermeister in Bad Aibling zu werden”, sagt er. Und Gebhart glaubt an den Umschwung: „Die Zeichen stehen gut für uns.”

Ein Grund dafür sieht er in der Parteienverdrossenheit vieler Bürger. Die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG), für die er kandidiert, ist nämlich keine Partei, sondern ein eingetragenen Verein. Hier gibt es kein Parteiprogramm, keine festen Leitsätze, hier zählt eine andere Philosophie: Jeder kann und darf seine Meinung vertreten und soll nach ihr abstimmen. Wildwuchs gibt es aber trotzdem nicht. „Wir reden über alle Themen sehr ausführlich und durchaus sehr kritisch”, sagt Gebhart.

Und so will er auch das Amt führen. Offen, direkt und ohne Parteizwang. „Ich wollte nie in einer Partei sein”, erzählt er und kommt zu einem seiner Kritikpunkte an der derzeitigen Stadtpolitik: „Mich ärgert es maßlos, wenn ich bei Parteien raushöre ,wir sind die größten und die besten’ – dieser arrogante Umgang mit anderen bringt mich auf die Palme.” Gebhart will ein Bürgermeister aus der Mitte der Bevölkerung sein, einer, der sich mit ihren Wünschen und Bedürfnissen identifizieren kann.

Und da lautet sein Motto: Einfach einfacher machen. „Ich will den Einheimischen weniger Prügel zwischen die Beine werfen.” Als Beispiel nennt Gebhart das Thema Baumaßnahmen: „Wenn jemand an einer prägnanten Stelle bauen will, dann bekommt der bei seinem Vorhaben oft größere Probleme als ein fremder auswärtiger Investor, der irgendwo im großen Stil bauen will.” Er blickt da kritisch zurück: „Es wurden bei uns schon viele Leute aus der Stadt vergrault, die gerne hier bauen wollten, aber nicht durften.” Dazu kommt: „Auf dem B&O-Gelände wurden einst Wohnblöcke abgerissen – jetzt könnte man diesen Wohnraum gut brauchen. Ich wollte diesen Wohnraum erhalten, war aber hier absolut in der Minderheit mit meiner Stimme.“

Dann schneidet er ein anderes Thema an, das ihm wichtig ist: Die Geburtenstation im Krankenhaus. Rudi Gebhart will sie unbedingt wieder zurück haben. Er meint: „Das ist kein spezielles Parteienthema – hier müssen wir „alle“ an einem Strang ziehen.” Obwohl er all die Gründe kennt, wieso die Station in Bad Aibling geschlossen werden musste und wieso es mangels Fachpersonal sehr schwer wird, diese wieder zu reaktivieren, denkt er trotzdem an eine Chance. „Wir dürfen mit Ärzten nicht immer nur über die Stelle sprechen – wir müssen ihnen auch die Region schmackhaft machen”, sagt er. Die hat nämlich seiner Meinung nach eine Menge zu bieten und er sagt mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung politische Konkurrenz: „Ich bin zwar nicht verliebt in Bad Aibling, aber ich bin ein Fan von Bad Aibling.”

Als solcher ist der 61-jährige Unternehmer natürlich auch mit einigen Vereinen stark verwurzelt.  Natürlich ist durch die sehr lange Mitgliedschaft beim AMC – auch in Vorstandspositionen – eine gute Vernetzungen weit über die Region hinaus entstanden. „Und ich habe dadurch auch gute Verbindungen zu den Nachbargemeinden knöpfen können”, fährt Gebhart fort.  Mit den Bürgermeistern im Mangfalltal will er dann gemeinsam an seiner Vision für die kommenden Jahre arbeiten: „Die Jugend, die jetzt heranwächst, soll hier arbeiten und leben können. Die Pendelei nach München oder oft noch weiter, ist auf Dauer nicht finanzierbar und das macht auch die Jugend nicht mit.” Gebhart, selbst Vater zweier erwachsener Söhne, will Arbeitsplätze vor Ort schaffen. „Die Infrastruktur hier ist ideal für Unternehmen”, sagt er.

Dass er im Falle eines Wahlsiegs aus Altersgründen nur eine Legislaturperiode im Amt sein kann, sieht er nicht als Nachteil. Im Gegenteil: „Das kann ein Ansporn für die anderen Parteien sein, sich in den kommenden Jahren extra zu bemühen und sich für die Wahl danach in Position zu bringen.” Derweil will er in seiner möglichen Amtszeit die Hürden zwischen Verwaltung und Bürger so niedrig wie möglich halten. Dabei fordert er auch Engagement seitens der Bevölkerung ein. „Derjenige, der mit einer Sache nicht zufrieden ist, oder zu einem Thema noch keine Reaktion von der Verwaltung bekommen hat, muss sich unbedingt bei mir melden. Oft geht es eben auf dem unbürokratischen Weg besser.”

Das ist generell der Vorteil, den er für sich sieht. „Ich denke, dass der Umgang mit mir am unkompliziertesten wäre.” Dazu komme seine Historie als langjähriger ÜWG-Fraktionssprecher, zudem die Erfahrung die man seit fast 18 Jahren im Stadtrat und in den Ausschüssen erfahren und auch erlernen konnte. „Man braucht auf jeden Fall den Kontakt zu all den Leuten.”

Trotz seiner möglichen Wahl zum Rathauschef will Rudi Gebhart einige Dinge, die seine Freizeit bisher bestimmten, weiter beibehalten. So will der leidenschaftliche Hobbykoch auch weiterhin bei den Feiern des Stopselclubs in der Küche stehen und in der Weihnachtsstube am Heiligen Abend aktiv sein. „Auch meine Besuche in Weißenkirchen in der Wachau werde ich versuchen, nicht einzuschränken.” Seine Motorradreisen werden allerdings weniger werden. „Hier bin ich schon so viele Kilometer unfallfrei gefahren und das lass ich jetzt einfach gut sein. Und er fügt hinzu: „Ich weiß, dass das Amt mich zwar belastet, aber mein Privatleben sollte nicht all zu sehr darunter leiden.” Die Zusammenarbeit mit den Freunden aus der Partnerstadt Cavaion, die sich seit vielen Jahren um Waisenkinder in der Ukraine kümmern wird ganz bestimmt nicht eingeschränkt sagt Gebhart.

Seit einem Jahr ist Mischlingshündin Luna eine wirklich treue Begleiterin bei allen Unternehmungen und das muss unbedingt auch so bleiben, sagt Hundefreund Gebhart

Was so ungefähr auf ihn als Bürgermeister an Belastung zukommen wird, hat er schon im kleinen Stil am Anfang seiner inzwischen 18 Jahre als Stadtrat erleben können. Von 2002 bis 2008 als 3. Bürgermeister, musste er den damaligen zweiten Bürgermeister sehr oft vertreten. Abgeschreckt haben ihn diese Verpflichtungen nicht, sie haben ihn eher dazu angestachelt, jetzt endlich den ganzen Schritt zu machen. Und halb im Scherz ergänzt er pragmatisch: „Wenn ich’s nicht mache, macht‘s ein anderer. Und dann mach ich’s lieber selber.”

 

 

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