Quo Vadis Au?

Ortsentwicklung - Bürger wurden in Planungswerkstatt um Mithilfe gebeten

image_pdfimage_print

Au – Wie wird sich der Ort in den kommenden 20 Jahre verändern? Wo hat es noch Gestaltungs- und Wachstumsmöglichkeiten? Wo sind Schwachstellen? Was muss dringend getan und verändert werden? Die Auer Bürger sahen sich am Samstagnachmittag mit jeder Menge Fragen zur Ortsentwicklung konfrontiert. Und sie konnten aktiv an der Zukunftsgestaltung des Dorfes mitwirken. Die Gemeinde Bad Feilnbach hatte zur Planungswerkstatt eingeladen, eine Möglichkeit für die Einwohner, sich selbst aktiv in die Gestaltung mit einzubringen.

Foto: Bürgermeister Anton Wallner, Verkehrsexperte Ulrich Glöckl und Constanze Bock (v.l.) beim Ortsrundgang

In der Auer Turnhalle stellte Bürgermeister Anton Wallner kurz noch einmal das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) vor – ein Angebot des Freistaates im Rahmen der Städtebauförderung eine Bestandsaufnahme einer Gemeinde zu machen und den Handlungsbedarf für die kommenden Jahre abzustecken. Das Ganze kann dann mit rund 60 Prozent Fördergeldern unzterstützt werden. „Wir haben schon viel in Bad Feilnbach mit der Neugestaltung der Ortsmitte gemacht”, sagte Wallner. „Jetzt ist Au dran.”

Schon vor einem Jahr informierten die Leute des Planungsbüros Dragomir im Rahmen des Dorffestes die Bürger mit ISEK und sammelten Wünsche und Verbesserungsvorschläge zu Themen wie Ortsbild, Verkehrssituation oder Siedlungsentwicklung. Nun präsentierten die Dragomir-Mitarbeiterinnen Sigrid Hacker und Constanze Bock die ersten Ergebnisse und Erkenntnisse, die dann am Samstagnachmittag von den anwesenden Einwohnern noch aktiv optimiert werden sollten.

Erste Erkenntnis: Auch wenn das Bevölkerungswachstum in den kommenden 30 Jahren nur 0,6 Prozent betragen sollte, wird der Platz im Ort eng, Bauflächen sind nicht in diesem Ausmaß vorhanden.

Das jedoch am meisten diskutierte Thema bei dieser Planungswerkstatt war wie nicht anders zu erwarten die Verkehrssituation. Die Staatsstraße durch Au ist offizielle Autobahn-Umfahrungsstrecke, was an Reisewochenenden oder bei Unfallsituationen auf der A8 stets für chaotische Verkehrsverhältnisse im Ort sorgt. Hier waren die Bürger aufgefordert Wünsche und Lösungsvorschläge auf ausgelegte Ortspläne einzutragen.

Weiteres großes Manko in Au ist der Dorfplatz, der an der Kreuzung liegt und somit nicht als sozialer Treffpunkt geeignet ist. Fußgänger haben es an hier an jeder Stelle schwer, über die Straße zu kommen, es fehlen klar gekennzeichnete Überwege, und die Bordsteine sind vor allem für ältere Menschen oder Mütter mit Kinderwägen viel zu hoch.

Dies nahmen die Beteiligten dann noch einmal bei einem Ortsrundgang am Dorfplatz noch einmal livehaftig in Augenschein. Gemeinsem mit den Mitarbeiterinnen des Büros Dragomir und Verkehrsexperte Ulrich Glöckl vom Büro Schlothauer & Wauer wurden vor Ort die Defizite rund um den Platz besprochen – mit dem Ergebnis, dass es hier wohl in absehbarer Zeit kein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis geben wird.

Was auch an den unterschiedlichen Zuständigkeiten liegt. Die Straßen unterliegen entweder dem Freistaat, dem Landkreis oder der Gemeinde. Ein gemeinsamer Nenner in Sachen Verkehrsplanung wird hier schwer.

Und so stand am Ende der Planungswerkstatt die Erkenntnis, dass die Zukunft des Gemeindeteils Au kein leichter Weg sein wird. Dennoch waren alle Beteiligten positiv darüber gestimmt, dass hier Bürger in den Prozess mit eingebunden werden und so selbst die Geschicke ihrer Heimat mitbestimmen können. Was dann letztendlich in den kommenden Jahren tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Aber: Es rührt sich was in der Gemeinde.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren