Arbeitsmarkt gewinnt wieder an Fahrt

Landkreis: Viele junge Menschen haben im September eine Stelle gefunden

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Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote im September – exakt wie vor genau einem Jahr – bei 2,1 Prozent (Vormonat: 2,2; September). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3076. Hier sind 2002 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 121 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1074 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 10 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3002 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2375 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Es macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, dass die Personalverantwortlichen in den Dienstleistungs- und Industrieunternehmen sowie in den Handwerksbetrieben aus dem Urlaub zurückgekehrt sind: Die eingegangenen Bewerbungen werden gesichtet, Vorstellungsgespräche geführt, und es kommt wieder vermehrt zu Einstellungen“, sagt Dr. Nicole Cujai, die scheidende Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur (wir berichteten), heute bei der Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen.

„Dies macht sich auch bei der Arbeitslosenzahl bemerkbar: Zum Stichtag am 11. September waren in unserem Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 7080 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 180 gegenüber dem Vormonat. Es waren jedoch insgesamt 200 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im September 2018. Dies zeigt wie schon im August, als die Arbeitslosenzahl um 30 über dem Vorjahreswert lag, dass die globalen wirtschaftlichen und politischen Krisen auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt für Unsicherheit sorgen:

So lag die Anzahl der Kunden, die nach dem Sozialgesetzbuch III durch die Agentur für Arbeit betreut werden, im September mit 4440 Betroffenen um 370 über dem Wert von vor einem Jahr. Dagegen ist die Zahl der SGB II-Kunden, die bei den Jobcentern in der Stadt Rosenheim sowie in den Landkreisen Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach (letzterer als optierende Kommune) gemeldet sind, binnen Jahresfrist um 160 auf 2640 zurückgegangen.“

Die Agenturleiterin weist im Zuge dessen auf das Qualifizierungschancengesetz hin und sagt an die Unternehmen gewandt:

„Durch dieses Förderprogramm haben Sie die Möglichkeit, Beschäftigte direkt an ihrem Arbeitsplatz zu qualifizieren und dadurch in die positive Entwicklung Ihres Unternehmens in der Zukunft zu investieren. Die Agentur für Arbeit kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren einer an- oder ungelernten Tätigkeit nachgehen und ihren Ausbildungsberuf nicht mehr ausüben können, durch eine Weiterbildung bis hin zu einem anerkannten Berufsabschluss fördern. Beschäftigte, deren Tätigkeitsfeld sich verändert hat, werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, durch eine Anpassungsqualifizierung unterstützt. Beide Maßnahmen sind in der Regel auch in Teilzeit möglich. Interessierte können sich direkt an ihren Ansprechpartner vom Arbeitgeberservice wenden und sich im Internet unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/content/1533719201342 informieren.“

Die Arbeitslosenquote lag wie schon vor einem Jahr auf einem historisch niedrigen Wert von 2,3 Prozent, der zuletzt Ende der 70erJahre so gering war. Die Arbeitslosenquote bleibt trotz des Anstiegs der Arbeitslosenzahl um 200 gegenüber September 2018 unverändert, da sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Rosenheim im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 194910 erhöht hat (Stand März 2019).

Die Agenturleiterin sagt weiter mit Blick auf den Stellenmarkt: „Die abwartende Haltung schlägt sich auf der Unternehmensseite auch bei der Anzahl der gemeldeten Stellen nieder: Zum Stichtag am 11. September waren in unserem Agenturbezirk 5080 zu besetzende Stellen registriert, 4830 davon waren sozialversicherungspflichtig und 4900 sofort zu besetzen. Damit waren 280 weniger vakante Arbeitsplätze gemeldet als noch vor einem Jahr. Insgesamt sind dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim seit Jahresbeginn mit 9070 zu besetzenden Stellen 1420 weniger gemeldet worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Am deutlichsten ist der Rückgang bei der Anzahl der vakanten Arbeitsplätze im Verkauf (Minus 80 auf 530) sowie in den Berufsgruppen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau (Minus 60 auf 230) und Verkehr, Logistik (Minus 50 auf 220).“

Mit Blick auf die unter 25-Jährigen und den Ausbildungsmarkt ergänzt Dr. Cujai: „Die Arbeitslosenzahl ist bei dieser Personengruppe im vergangenen Monat mit Abstand am Stärksten zurückgegangen und zwar um 170 – oder knapp 17 Prozent – auf 840 Betroffene. Viele junge Menschen haben in den vergangenen Wochen eine Arbeitsstelle gefunden, eine Ausbildung oder ein Studium begonnen, oder sie besuchen eine weiterführende Schule (Fach- oder Berufsoberschule).

An die Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es für sie beruflich weitergehen soll und noch auf Ausbildungssuche sind, gerichtet sagt sie: „Vereinbaren Sie am Besten gleich per E-Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de einen Termin mit Ihrem Berufsberater. Die Kolleginnen und Kollegen halten noch viele Ausbildungsplätze bereit, die Sie gleich antreten können. In den meisten Fällen kann bis Ende November/Anfang Dezember noch problemlos nachträglich ins Ausbildungsjahr gestartet werden.”

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent (Vormonat: 3,8; September 2018: 4,0 Prozent). Derzeit sind 1435 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um 17 auf 701 Betroffene. Für 734 arbeitslose SGB II-Kunden, 46 mehr als im August, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2084 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1659 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote im September 2,1 Prozent (Vormonat: 2,1; September 2018: 1,9 Prozent). Das entspricht 1456 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 993 Männer und Frauen, 76 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 463 Betroffene, 38 mehr als im August, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1776 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1433 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1110 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,0 Prozent (Vormonat: 2,2; September 2018: 2,1 Prozent) entspricht. Davon sind 743 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 71 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 367 Arbeitslose gemeldet, 6 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 947 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 764 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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