Super-Silphie …

Eine Alternative-Energiepflanze mit Top-Umweltbilanz - Erste Erfahrungen im Landkreis

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Landkreis – Auch im Landkreis Rosenheim weckt die Silphie immer mehr Begeisterung und gewinnt an Aufmerksamkeit. Es handelt sich um eine Energiepflanze, die in Biogasanlagen zu Strom veredelt werden kann. So ist ein Silphien-Feld ein wahres Paradies für Bienen, Schmetterlinge und allerlei Insekten.

Neben den Leistungen für die Insektenwelt bietet die Dauerkultur eine Top-Umweltbilanz: Ihr dichtes Wurzelwachstum fördert die Bodenbiologie, das Bodenleben und somit die Humusbildung. Dadurch hat sie eine positive Wirkung auf das Grundwasser im Hinblick auf das Nitratrückhaltevermögen.

Der Mais ist derzeit die wichtigste Energiepflanze in unserer Region. Er liefert bei guter Witterung Spitzenerträge und scheint somit unschlagbar. Trotzdem positioniert sich die Silphie ergänzend zum Mais. Sie kann in vielen Bereichen punkten.

Ein weiterer Vorteil der Pflanze ist, dass sie eine Dauerkultur ist.

Das heißt, sie muss nur einmal gesät werden und kann durchaus 15 Jahre lang geerntet werden. Die Silphie wird im ersten Jahr als Untersaat in den Mais gesät und liefert erst im zweiten Jahr Erträge. Die Kunst ist es, in den ersten drei Jahren einen guten Bestand zu etablieren. Das fordert einen Mehraufwand und ein scharfes Auge des Landwirts …

Die Pflanze gehört in die Familie der Korbblütler und wird auch „Becherpflanze“ genannt. An den Ansätzen der Blätter sammelt die Silphie Tau- und Regenwasser, wovon sich Insekten aller Art bedienen. Zudem blüht die Kultur von Anfang Juli bis September in strahlendem gelb und dient als Nahrungsquelle.

Eine echte Augenweide in unserer Landschaft …

So entstanden auch erste Hektar durchwachsene Silphie im Landkreis Rosenheim. Landwirt Peter Plank aus Breitbrunn und Maschinenring-Geschäftsführer Florian Hötzelsperger waren bestrebt regionale Erfahrungen mit der Energiepflanze zu machen.

Auf einer Fläche des Betriebsleiters in Gstadt am Chiemsee konnte zum Beispiel ein Silphienfeld etabliert werden.

Anfang August wurde dann eine landkreisübergreifende Exkursion auf dieser Fläche in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Rosenheim und Traunstein, der Maschinenringe (MR) Rosenheim und Traunstein und der Biogasgruppe Rosenheim organisiert.

Die Kultur stand dort bereits im zweiten Jahr und zeigte eine Wuchshöhe von knapp drei Meter. Außerdem diente die gemeinsame Aktion zum Erfahrungsaustausch unter den Landwirten und den verschiedenen Organisationen. Im Landkreis Traunstein werden derzeit schon rund 60 Hektar Silphie angebaut.

Parallel und federführend wurde von Matthias Eggerl aus Rott, Kreisvorsitzender der Jungen Union Rosenheim-Land, ein Antrag ausgearbeitet, den Anbau finanziell zu fördern.

Denn der größte Nachteil der Silphie sind die hohen Anbaukosten. Das Saatgut ist sehr teuer und zusammen mit einer speziellen Saattechnik müssen Landwirte mit etwa 1900 Euro pro Hektar für Saatgut und Anbau rechnen.

Somit kam es zustande, dass der Kreistag Rosenheim der Initiative zustimmte und 240€ pro Hektar (einmalig), gedeckelt auf 100 Hektar in den nächsten vier Jahre zur Verfügung stellt und somit dem Anbau der Energiepflanze einen Anreiz verschafft.

Positiv äußert sich auch der Geschäftsführer des MR Rosenheim, Florian Hötzelsperger und begrüßte den Beschluss des Kreistages:

„Sicherlich wird die Silphie den Mais nicht ersetzen, jedoch gewinnt sie auf einigen Flächen zunehmend an Bedeutung. Vor allem auf Hangflächen, Wasserschutzgebieten und unförmigen Flächen. Die größten Vorteile sehe ich bei der alternativen Energiepflanze durch weniger Arbeits- und Maschinenaufwand, weniger bis kein Pflanzenschutzeinsatz und einer hohen Stickstoffverwertung. Ihre Nebenleistungen wie Humusaufbau, CO²-Bindung, Lebensraum für Insekten und die Imagepflege durch überaus positive Akzeptanz in der Bevölkerung sind dabei nicht weniger interessant.“

Landwirte, die sich für die durchwachsene Silphie interessieren, können sich beim Maschinenring Rosenheim informieren und dort auch die Förderung beantragen. Auch der Anbau für das Frühjahr 2020 wird vom MR Rosenheim organisiert.

Anfang Dezember ist eine Informationsveranstaltung für Landwirte geplant. Sobald der Termin feststeht wird der MR Rosenheim seine Mitglieder informieren.

Fotos: Hötzlsperger

Nähere Informationen:

Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim e.V.

Kufsteiner Straße 87

83026 Rosenheim

Telefon: 08031 400 73 0

florian.hoetzelsperger@maschinenringe.de

www.mr-ro.de

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Ein Kommentar zu “Super-Silphie …

  1. So sehr ich es begrüße, dass der Landkreis den Anbau der Silphie fördert, so ist an dieser Stelle doch auch sehr augenfällig, dass die Subventionierung der Landwirtschaft durch die EU allgemein viel zu wenig Wert auf die ökologischen Aspekte legt. Leider wird da viel zu stark und undifferenziert nach Fläche subventioniert. Im Interesse der Verbraucher und für das Gemeinwohl ist es aber viel wichtiger, dass auf unbelastete Lebensmittel, gesunde Böden, sauberes Wasser und Artenvielfalt geachtet wird. Wir brauchen mehr Bio-Landwirtschaft und weniger der intensiven Monokulturen – dahin muss die Politik lenken!

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