Bad Aibling: Würdiger Abschluss

Konzert mit Martin Kälberer und Fanny Kammerlander beendete den Maxlrainer Kultursommer

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Bad Aibling – Der neue Vorsitzende des Kulturfördervereins Mangfalltal, Georg Weigl, konnte im Saal „Cambridge“ des B&O Parkhotels etwa 180 Zuhörer und natürlich die Interpreten des Konzerts Martin Kälberer und dessen Kollegin Fanny Kammerlander begrüßen. Baltasound ist der Name des größten Ortes auf dem Archipel Unst auf den Shetland-Inseln.

So außergewöhnlich wie die Landschaft ist auch die Musik, die Kälberer mit ebenfalls außergewöhnlichen Instrumenten darbietet. Seine Inspirationen entstehen meist auf seinen Reisen in fremde Länder und entwickeln sich zu eigenen Klanglandschaften, nicht nur aus den Klängen, die er unterwegs wahrnimmt, sondern auch aus der Stille.
Seine Empfindungen in der weiten Landschaft auf den Shetland-Inseln „geboren“ vertont er mit ungewöhnlichen Sounds und Instrumenten, die er den Besuchern des Konzerts bei seinem Auftritt vorstellt. Das sind ein in der Schweiz erfundenes Percussions-Instrument namens „Hang“, das wie ein zusammengeschweißter Doppelwok aussieht sowie andere Instrumente wie Waterphone, Vibrandoneon und Kubal.

Sein Hauptinstrument ist neben Hang das E-Piano (Keyboard). Auf seiner Klangreise wird Kälberer begleitet von Werken wie „Turn“ ein fließendes, eindringliches Stück und „Lost, but not forgotten“, das auf das Artensterben aufmerksam macht, ein Stück das der Klangvirtuose seit Jahren immer wieder spielt, weil es ihm ein Herzensanliegen ist.
Seine sympathische Kollegin, die Solo Cellistin Fanny Kammerlander begleitet ihn bei einzelnen Stücken mit Cello und Gitarre, was „Baltasound“ auf das Feinste bereichert und veredelt. Beide haben enge Beziehungen zum Bad Aiblinger Raum, wobei Kälberer sogar acht Jahre in der Kurstadt lebte. Wie empfanden die Zuhörer diese fremdartige und zugleich beeindruckende Musik der beiden Interpreten?

Die klang-philosophischen Kompositionen greifen Zeit und Raum auf, Puls und Harmonie. Stille hat darin genauso Platz wie pulsierende und rhythmische Elemente. Vieles klingt  wehmütig und sehnsuchtsvoll aber immer kraftvoll. Bei intonierten Saitengeräuschen auf dem Cello glaubt der Zuhörer das schrille Geschrei von Möwen zu hören, die als stilisierte Figuren unter der Decke des Saales schwebten. Dann wieder meinte der Besucher Meeresrauschen und Brandungsgeräusche des Eilands wahrzunehmen. Die Gäste bedankten sich mit anhaltendem Beifall für den gelungenen Konzertabend, wofür die Interpreten mit „unvorbereiteten“ – so Kälberer – Zugaben antworteten. Ebenso bedankte sich Georg Weigl namens des Vereins mit Blumen und herzlichen Worten für den beeindruckenden Auftritt der Multi-Instrumentalisten und wies darauf hin, dass diese Veranstaltung die letzte des sehr erfolgreichen Maxlrainer Kultursommer 2019 gewesen sei. Text: Lutz Ellermeyer

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