Bruckmühl: Zweikampf im März

Stefan Mager tritt bei den Kommunalwahlen gegen Bürgermeister Richard Richter an - wir stellen ihn vor

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Bruckmühl – Es liegen nur wenige Kilometer zwischen diesen Orten, doch die Unterschiede sind groß: Während bei den anstehenden Kommunalwahlen im März in Bad Aibling – Stand jetzt – gleich fünf Kandidatinnen und Kandidaten um das Bürgermeisteramt kämpfen, sind es in Bruckmühl gerade mal zwei. Stefan Mager ist der Kandidat der Grünen und will dem amtierenden Bürgermeister Richard Richter den Platz im Rathaus streitig machen.

Dass der 52-jährige Grünen-Politiker ins Rennen geht, hat mehrere Gründe. Der erste ist dabei sehr pragmatisch. „Eine Wahl kann nur eine Wahl sein, wenn die Bürger auch tatsächlich eine haben und dazu benötigt es mindestens zwei Bewerber”, sagt er und fügt gleich hinzu: „Ich hätte mich jedoch nicht aufstellen lassen, wenn ich nicht wirklich vorhätte, etwas zu verändern.” Und da gibt es seiner Ansicht nach vieles, das man in Bruckmühl tun könnte.

Vor allem eines hat er im Sinn: Die absolute Mehrheit der CSU im Marktgemeinderat zu brechen. Magers Philosophie: „Politik geht für mich nur im Dialog. Doch das wird schwer, wenn eine Partei stets die Mehrheit hat und sich deren Fraktionsmitglieder bei Entscheidungen auch linientreu verhalten. In der CSU Bruckmühl wackelt da niemand. Das ist für mich und die anderen Kollegen in der Opposition schon ein Gefühl von Ohnmacht.”

Sollte Stefan Mager die Wahl im März gewinnen, dann steht bei all den Dingen, die er angehen will, die Verkehrssicherheit in der Gemeinde ganz oben. Er erklärt: „Es ist wirklich gefährlich, mit dem Rad durch den Ort zu fahren. Ständig muss man zwischen Straße, Geh- und Radweg wechseln. Die Polizisten, die den Kindern Verkehrsschulungen geben, stellen dies hier immer wieder fest.” Als erste Maßnahme denkt der Grünen-Kandidat hier an aufgemalte Radlstreifen auf der Fahrbahn. Positiver Effekt nebenbei: Auf diesen Streifen darf man nicht parken, das würde die Situation in Straßen, die oft von Autos zugeparkt sind, in dieser Hinsicht etwas entspannen.

Auch die städtebauliche Entwicklung in der Marktgemeinde will er forcieren. Bruckmühls Erscheinungsbild und Freizeitwert findet er stark verbesserungswürdig. „Was machen die Bruckmühler, wenn sie in einer Innenstadt bummeln, durch einen Park gehen oder zum Abendessen möchten? Sie gehen nach Bad Aibling”, merkt er an. Deshalb soll die Gemeinde lebenswerter werden. Stefan Mager gesteht: „Sicher wurde mit dem Jugendhaus oder dem Kulturhaus am Bahnhof schon etwas auf den Weg gebracht. Doch das ist alles noch Stückwerk, beim Kulturhaus wird ja gerade erst mit dem Bauen begonnen, aber eben auch nur das Gebäude und nicht das Drumherum mit einbezogen.” Sein großer Wunsch für die Ortsmitte ist, ein Zentrum in Bruckmühl zu schaffen, in dem sich die Leute gerne aufhalten. Dazu müssten Teile der Bahnhofsstraße und Kirchdorfer Straße (zwischen Café Mittendrin und Post) zu Fußgängerzonen oder Begegnungsstraßen umfunktioniert werden. Dass das nicht überall auf Beifall stoßen wird, ist ihm klar. Aber: „Die Leute sollen wieder in Bruckmühl bleiben.”

Dazu gehört für Mager auch die Entwicklung der Baggerseen. „Das ist ein traumhafter Naturbereich, aus dem man viel machen könnte”, sagt er. Badestege, Gastronomie, Kioske – die Ideen sind da, die Umsetzung wird jedoch auch hier ebenfalls nicht ganz leicht werden. „Man muss dazu viele Besitzer unter einen Hut bringen.” Einen Versuch, Bruckmühl so für die Einheimischen noch attraktiver zu machen, wär’s ihm trotzdem wert.

Als Mitglied der Grünen hat natürlich auch die Klimapolitik oberste Priorität für Stefan Mager. Um ein Stück näher an seine Vision „Bruckmühl klimaneutral” heranzukommen, will er dafür sorgen, dass jede Firmenneuansiedlung verpflichtend mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden muss. Für bestehende Firmen will er Anreize schaffen, dass sie in dieser Hinsicht nachrüsten. Bestehende Stromproduzenten wie z.B. die Grastrocknungsanlage in Hornau ärgert ihn: „Die produzieren seit zwei Jahren Strom über deren Blockkraftwerks zur Einspeisung ins Stromnetz. Die dabei entstehende Wärmeenergie wird aktuell nutzlos in die Luft geblasen. Diese gehört sinnvoll genutzt, man stelle sich vor, wieviel Haushalte/Betriebe damit versorgt werden könnten”. Auch den Privatleuten der Gemeinde will Mager die Kraft der Sonne schmackhaft machen. Er sagt: „Wir brauchen ein Solarkataster, damit die Menschen sehen, was ihnen Solarenergie bringt.”

Ohnehin vertritt der Familienvater den Standpunkt, dass in Sachen Klimaschutz jeder selbst vieles ändern kann: „Wir müssen die Bürger noch mehr für Umweltthemen und Abfallvermeidung sensibilisieren.” Er, seine Frau und seine beiden Kinder gehen da schon mit gutem Beispiel voran. „Wir bringen beim Einkaufen unsere eigenen Behälter mit, nehmen keine Plastiktaschen, schauen, dass wir – wo möglich – Bio kaufen, haben den Konsum von Fleisch und Wurst extrem reduziert und schauen, dass wir das Auto stehen lassen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Es sind die kleinen Dinge, die oft ein großes Ganzes ergeben und wenn dies jeder in seiner Form beherzigt, dann ist schon viel gewonnen.“

So auch wie 2012, als Stefan Mager, Personalentwickler einer großen Firma, durch den geplanten Ausbau der Straße „Am Bruckfeld” über Umwege in die Politik kam. Damals engagierte er sich zuerst in der Bürgerinitiative, war dann einer der Sprecher und ging dann schließlich 2014 zu den Grünen. Das Ergebnis von damals bekräftigte ihn – der erst kleine Protest gegen die aus seiner Sicht unsinnige Straßenverbreiterung wurde größer und brachte schließlich einige erforderliche Korrekturen und ein akzeptableres Straßenbild mit einem Rest Baumbestand. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich Stefan Magers Bürgermeister-Kandidatur ähnlich: Aus einem kleinen Protest gegen bestehende Konstellationen in Bruckmühls Kommunalpolitik wird eine große Bewegung, an deren Ende er dann als Sieger hervor geht. Damit läge er im Trend, denn die Zeiten waren für einen Kandidaten der Grünen selten günstiger.

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