Bad Aibling: Fireballs verschenken Derbysieg

Drama in Rosenheim – Führung verspielt - Niederlage nach Verlängerung

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Rosenheim/Bad Aibling – In einem hochklassigen Basketball-Derby mit allen Facetten,  die diesen Sport so interessant machen, unterliegen die Fireballs Bad Aibling trotz großer Führung in den Schlussminuten mit 88:92 nach Verlängerung in Rosenheim.

„Das war alles andere als ein Happy End für uns, trotzdem bin ich mächtig stolz auf meine Jungs. Gratulation an Alen und sein Team. Beide Mannschaften haben heute echte Werbung für den Basketball betrieben,“ resümierte Coach Tobi Guggenhuber relativ gefasst die Geschehnisse direkt nach der Partie. Kurz zuvor erlebte Aiblings Übungsleiter noch eine Achterbahnfahrt der Emotionen.

Die Ausgangslage vor dem ersten Aufeinandertreffen zwischen dem SBR und dem TBA brachte zusätzlich Brisanz in die Partie. Punktgleich trennten die beiden Teams nur drei Tabellenplätze und da die Regionalliga Süd Ost in diesem Jahr extrem ausgeglichen ist, sollte der Sieger der Partie sich direkt ins Mittelfeld katapultieren, während der Verlierer auf den vorletzten Platz zurückfällt. Nur gut, dass sich das Fireballs-Lazarett zum wichtigsten Spiel der Hinrunde langsam lichtete. Vor allem die Rückkehr von Center Jo Wießnet wurde über Wochen schmerzlich herbeigesehnt. Auch Justin Kaifosch konnte nach langer Verletzungspause wieder mitwirken und kompensierte so die Sperre von Dennis Nimphius, die er sich im Spiel gegen die Hellenen einhandelte. So fehlten zwar auf beiden Seiten wichtige Spieler, was der Qualität des Spiels aber keinen Abbruch tun sollte.

Vor einer würdigen Kulisse, die Gabor Halle in Rosenheim war bis zum letzten Platz gefüllt, starteten die Gastgeber konzentrierter in die Partie. Die Fireballs wirkten vor allem im Abschluss noch etwas nervös und vergaben viele gut herausgespielte Würfe. Lediglich die beiden Centerspieler, Kiknadze (SBR) und Wießnet (TBA), verwerteten in dieser Phase konsequent ihre Chancen. So endete das erste Viertel mit relativ wenig Punkten auf der Anzeigetafel mit 22:16 für Rosenheim. Die Gäste wurden dann aber stärker und vor allem effektiver. Mario Hack-Vazquez (25/9/4) brachte nun Impulse in der Offensive und stellte Rosenheims Topscorer Hogges vor große Probleme durch aggressive Verteidigung. Gegen Mitte des Viertels übernahmen die Kurstädter die Führung und sollten diese bis zum Ender der regulären Spielzeit nicht mehr abgeben. Zur Halbzeit lagen die Gäste (37:39) in Front.

In der zweiten Halbzeit konnte sich Bad Aibling erstmals deutlich absetzen, zwischenzeitlich führten die Fireballs mit zwölf Punkten. Lediglich die nun immer stärker werdenden März-Brüder und einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen ließen Rosenheim zum Ende des Viertels wieder in Schlagdistanz kommen. Vor dem Schlussabschnitt lag der TBA mit acht Punkten in Führung. Angeführt von Simon Bradaric (25/5/3) waren die Fireballs nun drauf und dran, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Kurz vor Ende der Partie lagen die Gäste deutlich in Front und der Sieg war eigentlich in trockenen Tüchern – eigentlich. Was sich in der Folge ereignete, beschreibt Guggenhuber treffend wie folgt: „Wir waren über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft. Unser eigenes Unvermögen an der Freiwurflinie und eine sehr einseitige Regelauslegung in der Schlussphase bringen Rosenheim überhaupt noch in die Situation, den letzten Wurf zu haben. Dieses Spiel haben wir ihnen geschenkt. Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir fünfmal einen Spieler beim Dreier gefoult haben sollen, vor allem wenn man sich das Spiel in der Nachbetrachtung ansieht. Natürlich ist es eine geile Story, dass ein Rosenheimer Nachwuchsspieler dann den entscheidenden Dreier vier Sekunden vor dem Ende zur Verlängerung trifft, aber so weit darf es niemals kommen. Bei allem Respekt für die Leistung der Gastgeber, aber dieses Spiel hätte einen anderen Sieger verdient. Unsere Freiwurfschwäche verfolgt uns bereits über die gesamte Saison, nun sieht man wohin sowas führen kann.“

Die Verlängerung war dabei dann nur noch Formsache für den SBR, zu sehr verankerten sich die Szenen der Schlussminuten in den Köpfen der Aiblinger. Zudem saß Bradaric mit fünf Fouls auf der Bank und Wießnet musste seiner Verletzung Tribut zollen. Am Ende wurde es zwar nochmal eng, doch ein letztes Aufbäumen sollte aus Sicht der Fireballs nicht mehr zum Sieg reichen. So verlieren die Gäste letztlich unglücklich mit 88:92 nach Verlängerung. Wie erahnt resultiert aus der Niederlage wieder Platz 12 für Bad Aibling, der Anschluss ans Tabellenmittelfeld ist aber trotzdem noch vorhanden. Bereits am kommenden Wochenende kann man sich zuhause gegen Bamberg rehabilitieren.

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