Arbeitsmarkt bei uns weiter robust

Im Landkreis Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent - Aber Fachkräftemangel erheblich

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„Der Arbeitsmarkt des Agenturbezirks Rosenheim zeigt sich im Betrachtungszeitraum vom 15. Oktober bis 13. November 2019 auch dank der weiterhin vergleichsweise milden Temperaturen weiterhin robust und dynamisch“, sagt Michael Vontra, der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent (Vormonat: 2,0 – im November 2018: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2998.

Hier sind 1976 Männer und Frauen nach dem Sozialgesetzbuch III bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 110 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim betreut 1022 arbeitslose SGB II-Kunden, sieben weniger als im Oktober. Insgesamt sind beim Jobcenter 2964 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 2360 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Vontra: „Die Arbeitslosenzahl im ganzen Agenturbezirk ist im November um 150 Betroffene auf 6940 angestiegen. Die Arbeitslosenquote hat sich in dem Zeitraum um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent erhöht und entspricht damit den vierten Monat in Folge dem Vorjahresniveau.“

Der kommissarische Agenturleiter weiter: „Wir können davon sprechen, dass der regionale Arbeitsmarkt, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, robust ist, da die Arbeitslosenzahl trotz der (globalen) wirtschaftlichen Eintrübungen den Wert des Vergleichsmonats des Vorjahres lediglich um 50 übersteigt. Dabei war beispielsweise bei der Personengruppe der unter 25Jährigen im Jahresvergleich ein Anstieg der Arbeitslosenzahl um 40 auf 630 Personen zu verzeichnen.

Die Dynamik zeigt sich unter anderem dadurch, dass sich – trotz der weiterhin stabilen Lage auf dem Arbeitsmarkt – im vergangenen Monat 2530 Personen neu oder erneut bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet haben, 1420 davon aus Arbeit. Dem gegenüber standen 2370 Abmeldungen, 860 davon wegen Aufnahme einer Beschäftigung“, so Vontra.

Vontra sagt mit Blick auf die jahresübliche saisonbedingte Freistellung von Personal in den Herbst- und Wintermonaten: „Im Baugewerbe sind im November noch kaum Entlassungen zu verzeichnen. In Gartenbauberufen sind hingegen die ersten witterungsbedingten Personalfreistellungen erfolgt (zwölf, bzw. 17,6 Prozent mehr Arbeitslose als im Oktober) und auch die Betriebe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, die über die Wintermonate schließen, haben schon verstärkt Beschäftigte entlassen (135 mehr Arbeitslose als im Oktober, was 30,1 Prozent entspricht). Viele Unternehmen wollen aber an ihren Fachkräften festhalten und haben häufig bereits eine Wiedereinstellungszusage zu Frühlingsbeginn in Aussicht gestellt.“

Der kommissarische Agenturleiter weist darauf hin, dass auf dem Stellenmarkt eine abwartende Haltung herrscht.

„Im November waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 4640 offene Stellen gemeldet, 4430 davon waren sozialversicherungspflichtig und 4500 sofort zu besetzen. Das waren 740 oder knapp 14 Prozent weniger Stellen als vor einem Jahr. Insgesamt haben die mehr als 18400 Betriebe im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice seit Jahresbeginn 11040 zu besetzende Stellen gemeldet, ebenfalls knapp 14 Prozent (2018: 12800 Stellen) weniger als im Vorjahreszeitraum“, sagt Vontra. Er weist jedoch darauf hin, dass es weiterhin Berufsgruppen gibt, in denen deutlich mehr offene Stellen als Bewerber gemeldet sind, sprich wo erheblicher Fachkräftemangel herrscht.“

Als Beispiele benennt er die Berufsfelder Maschinen- und Fahrzeugtechnik (320 gemeldete Arbeitsstellen zu 190 gemeldete Bewerber), Mechatronik-, Energie- und Elektro (290 zu 110), Informatik (190 zu 100) und Medizinische Gesundheitsberufe (460 zu 210).

Vontra wendet sich an die Unternehmen und nennt Möglichkeiten, die diese nutzen können, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken: „Im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes (Förderung der Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer im Unternehmen) kann die Agentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen eine fachspezifische Qualifizierung des Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz bis hin zum Berufsabschluss fördern. Informationen darüber stehen im Internet unter www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/foerderung-berufliche-weiterbildung“, so der stellvertretende Agenturleiter.

Als weitere Möglichkeit an Fachpersonal zu kommen nennt der kommissarische Agenturleiter die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) und den Internationalen Personalservice der Bundesagentur für Arbeit. „Die Kolleginnen und Kollegen sind europa- und weltweit gut mit Kooperationspartnern und Arbeitsmarktservices vernetzt. Sie stehen in Kontakt zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Ausland, die daran interessiert sind in Deutschland zu arbeiten und informieren die Unternehmen vor Ort über die Möglichkeiten und Bedingungen der Beschäftigung einer Fachkraft aus dem Ausland. Nähere Informationen stehen im Internet unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite.“

Ein besonderes Augenmerk legt der kommissarische Agenturleiter in diesem Monat auf die Arbeitslosen mit Behinderung: „Die Lage dieser Menschen stellt die Bundesagentur für Arbeit mit der deutschlandweiten „Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 2. bis 6. Dezember 2019 besonders in den Mittelpunkt. Aktuell sind in unserem Agenturbezirk 650 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, 15 mehr als im Oktober und 50 mehr als vor einem Jahr“, sagt der kommissarische Agenturleiter und wendet sich direkt an Unternehmen: „Sprechen Sie unsere Spezialisten vom Reha-Team oder Ihren Ansprechpartner im Arbeitgeberservice an. Durch Gespräche und Informationen können Vorbehalte häufig abgebaut werden. Dabei möchte ich auch auf vielseitigen finanziellen Unterstützungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in diesem Bereich hinweisen. Sie können als Arbeitgeber vom Potenzial dieser Menschen profitieren!“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die 6944 Arbeitslosen werden – abhängig von ihrem leistungsrechtlichen Anspruch – von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern betreut. Dabei fielen im November 4436 Menschen, 189 mehr als vor einem Monat und 315 mehr als vor einem Jahr, in die Betreuung der Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III. 2508 Arbeitslose, 39 weniger als im Vormonat und 267 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres, werden nach dem Sozialgesetzbuch II durch die Jobcenter in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 3,8; November 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 1 338 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um 14 auf 668. Für 670 arbeitslose SGB II-Kunden, 47 weniger als im Oktober, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt sind dort 2023 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 1604 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im November eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,1; November 2018: 1,9 Prozent) auf. Das entspricht 1448 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 989 Männer und Frauen, 13 weniger als vor einem Monat, nach dem Sozialgesetzbuch III in den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 459 SGB II-Kunden, acht mehr als im Oktober, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1725 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1408 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1160 Bürger ohne Arbeit, was einer Quote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,0; November 2018: 2,2 Prozent) entspricht. Davon sind 803 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 78 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 357 Arbeitslose gemeldet, sieben mehr als im Oktober. Insgesamt betreut das Jobcenter 933 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 760 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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