Bad Feilnbach: Wohlfühlen unterm Wendelstein

Viel Harmonie und ein stolzer Bürgermeister bei der diesjährigen Bürgerversammlung

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Bad Feilnbach – Manches lässt sich eben am besten von außen betrachten. Und so erzählte Bürgermeister Anton Wallner auf der Bürgerversammlung die Anekdote eines Münchners, der deshalb so gerne und oft nach Bad Feilnbach kommt, weil er hier noch das findet, was er in der Großstadt längst vermisst: Zusammenhalt, Rücksicht und Harmonie. Und gerade diese Punkte waren es auch, bei denen der Rathauschef nicht müde wurde, sie lobend zu erwähnen.

Sicher, es waren auch kritische Stimmen zu hören am Dienstagabend beim Kistlerwirt. Warum denn der Bau des neuen Rathauses sei müsse, wie es mit der Entwicklung der Pro-Kopf-Verschuldung aussehen würde und warum man nichts über die CO2-Bilanz und den Klimaschutz vom Umweltreferenten erfahren würde. Wallner konnte alles locker-leicht abfedern, erklärte, wieso ein anstehender Rathaus-Neubau besser ist als die Sanierung des bestehenden Gebäudes, er begründete auch die Investitionen damit, dass viele Dinge wie die Sanierung der Grundschule Au, der Ausbau der Kindergärten, die Sanierung der Schwimmbäder oder die Aubacheinhausung einfach notwendig sind und waren. Zudem wären derzeit die Zinsen so niedrig, dass sich Investitionen lohnen würden

Ansonsten freute er sich an und über sein Gemeinde und gestand: „Bei unserem Dorffest ,Mia feiern’ war ich wohl der stolzeste Feilnbacher.” Hier zeigte sich der Zusammenhalt und das Engagement der Bürger und Vereine ganz besonders. Für Anton Wallner war auch die positive Stimmung rund um dieses Fest schön anzusehen. „Alle haben begeistert mitgefeiert, es gab keine Beschwerden von Anwohnern – es war ein echtes Highlight”, sagte er.

Auch die weiteren Veranstaltungen wie „Bad Feilnbach brennt”, das heuer zum ersten Mal gemacht wurde, oder der unverwüstliche Apfelmarkt fanden selbstverständlich Erwähnung.

Ein Thema, das den Bürgermeister besonders umtreibt, ist das Modell „Heimat Bad Feilnbach”. Die Gemeinde bemüht sich hier um bezahlbaren Wohnraum vor allem für Einheimische. Wallner dazu: „Einfamilienhäuser sind immer weniger zeitgemäß.” Stattdessen sollen auf Baugrundstücken, auf denen früher Einfamilienhäuser gebaut worden wären, größere Mehrfamilienhäuser entstehen, die dann Wohnraum für mehr Menschen bieten. Der ist tatsächlich nötig angesichts der Bevölkerungsentwicklung: Seit 2009 zählte die Gemeinde 680 mehr Bürger unter den inzwischen 8163 Einwohnern. Das bedeutet eine Steigerung von 9,1 Prozent und bedeutet in Sachen Zuwachs Rang vier in der Landkreis-Tabelle.

Dass die Bürger bei Entscheidungen der Gemeinde nicht außen vorgelassen werden, war Wallner ebenfalls wichtig zu erwähnen. Er verwies auf den Ideenstammtisch und die Ideenwerkstatt zum Tannenhofgrundstück und auf den ISEK-Nachmittag in Au.

Die Themen der Zukunft werden mit Sicherheit die sinnvolle Gestaltung und Bebauung des Gewerbegebiets Eulenau sein. „Hier wollen wir durch umweltgerechtes Bauen qualititativ hohen Firmen einen Anreiz geben”, sagte Wallner. Sein Wunsch: Viele Arbeitsplätze in der Eulenau für Menschen aus der Gemeinde, die dann nicht mehr nach München pendeln müssten. „Auch das ist Umweltschutz.” Gerade beim Thema Umwelt sieht der Bürgermeister die Gemeinde mit Blick in die Zukunft in der Pflicht. Sein Credo: „Bad Feilnbach soll, so weit es geht, sein Handeln nach den Herausforderungen ausrichten, die sich aus dem Klimawandel ergeben.”

Zum Abschluss seiner Bilanz vergaß Anton Wallner nicht, seinen Gemeinderat zu loben, der stets pragmatisch und fair arbeiten würde und mit dem es einfach Spaß mache, zusammenzuarbeiten. Dieses Lob gab Feilnbachs zweiter Bürgermeister Josef Rauscher zurück, indem er meinte: „Wir haben in unserem Bürgermeister einen super Steuermann. Damit wir den noch gute elf Jahre behalten können, appelliere ich an die Bürger, im täglichen Umgang mit ihm und den Gemeindevertretern die Umgangsformen zu wahren und bei Ärger nicht unter die Gürtellinie zu gehen.”

Dass dies hier und da auch in Bad Feilnbach schon vorgekommen ist, mag man sich angesichts der harmonischen Bürgerversammlung kaum vorstellen. Denn bei den etwas mehr über 100 anwesenden Besuchern und Gemeindemitarbeitern war anzumerken, dass sie sich wohlfühlen hier unterm Wendelstein.

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