Bad Aibling: Flach und grün

Architektenwettbewerb für das Gelände von Sport Fischbacher entschieden

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Bad Aibling – Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Gab es in Bad Aiblings Stadtrat in den vergangenen Monaten noch flammende Plädoyers gegen Flachdächer und für Satteldächer, so wurde dies jetzt in der letzten Sitzung des Jahres vom Tisch gewischt. Beim Architektenwettbewerb „Münchener Straße” konnte sich – wenn auch knapp mit 13:11 Stimmen – die Flachdachvariante der Architekten Steinsailer, Bessing/Brokmeier durchsetzen (siehe Abb.).

Die optische Kröte schluckten die Stadträte deshalb, weil der verantwortliche Architekt Hubert Steinsailer aus Heufeld die flachen Dächer durchweg begrünen will. Und das kommt derzeit in der Stadt bestens an. „Wir nehmen Klimaschutz ernst” – ist das geflügelte Wort seit diesem Jahr im Gremium, da schien es bei der Abstimmung schon fast politisch unkorrekt, sich für die Satteldachvariante (Illustration u.) des Münchener Architekten Andreas Leupold zu entscheiden.

Dass die Dach-Begrünung dennoch nicht ganz unproblematisch sei, gab Stadtrat Wilhelm Bothar zu bedenken. „Die Pflanzen, die man da ausbringt, sind Hauswurz, Dachwurz oder ähnliches”, sagte er.  „Und da muss man schauen, dass das Wasser, das man zur Bewässerung braucht, schnell wieder abgeleitet wird. Sonst wird das Dach zu schwer.”

Am Ende halfen die Einwände alle nichts, der Aiblinger Stadtrat will sich nicht vorwerfen lassen, sich nur zwecks des Erscheinungsbildes einmal gegen den Klimaschutz entschieden zu haben. Und da man in Zeiten der anstehenden Kommunalwahlen und des wandelnden Umweltbewusstseins in der Gesellschaft ja nie grün genug sein kann, setzte die CSU-Fraktion noch eins drauf: Bürgermeisterkandidat Stephan Schlier stellte den Antrag, dass zusätzlich zu den begrünten Flachdächern auch die Fassaden des Siegerentwurfs teilweise begrünt werden müssen. Welcome to the jungle!

Für alle, die mit der Flachdachvariante schlechter leben können als mit den knapp geschlagenen Satteldächern – egal, was an diese Stelle hinkommt: Schöner als das bisherige Gebäude wird’s allemal.

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12 Kommentare zu “Bad Aibling: Flach und grün

  1. Es ist nicht zu fassen. Der Entwurf mit Satteldach ist wunderschön. Das ist ein prägendes Gebäude der Innenstadt. Jetzt wird’s so ein hässlicher 0815 Klotz wegen… Klimaschutz?? Weil man Angst davor hat, man würde dafür verurteilt, kein begrüntes Dach zu haben? Was? War das vorher auch ein Punkt beim Wettbewerb? Abwählen, bitte bitte diesen Stadtrat abwählen!

    Wenn Aibling wirklich so überirdisch am Klima gelegen wäre, würde man versuchen, Strom zu reduzieren und effektiv zu produzieren, generell mehr Blumen und Pflanzen anpflanzen, den Verkehr besser regeln, etc.. Kein grüner Halm auf dem Marienplatz, aber bissl „Hauswurz“ auf dem Dach. So ein Schwachsinn. Ich krieg mich nicht mehr ein.

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    1. Recht hast, kandidier doch bitte. Man weiß ja gar nicht mehr, welches Wetterfahnderl man da noch wählen soll. Sogar bei der grünen Kandidatin frag ich mich, ob die ökologische Aufrichtigkeit beim eigenen Lebensplan auch umgesetzt wird, wenn sie doch offensichtlich ein Geschäft in Oberhaching betreibt und da wohl nicht täglich mit dem Radl hinfährt. Früher gab es wenigstens mal die Headline “Flachdach-Weber geht steil”, auch nicht toll, aber mir immer noch lieber, als das bodenlos anbiederische Verhalten von diesem konturlosen Schlier.

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  2. Ich kann das nicht glauben! Eine Flachdachkonstruktion, basierend auf extrem umweltschädlichen Baustoffen, wird mit Photovoltaik Elementen und einem Gründach als Ökodach dargestellt.
    1 Tonne Stahlbeton verbraucht zur Herstellung ca 1 Tonne klimaschädliches CO2. Bei einer Deckenstärke von lediglich 20cm, kann man damit lediglich 5m2 Decke herstellen.
    1 m3 Holz bindet beim wachsen dauerhaft 1 Tonne CO2. Das bedeutet, eine 20cm Massivholzdecke bindet bei 5m2 Fläche 1 Tonne CO2 und entlastet damit die Umwelt. Neue Bäume wachsen nach und können wieder CO2 binden.
    Und im Übrigen werden auch auf Holzbauten Gründächer und Photovoltaik gebaut.
    Bauen verursacht mit am meisten CO2 Ausstoß weltweit. Mehr als durch Flugreisen. Mit der Wahl der richtigen Baustoffe können wir mehr für unsere Umwelt erreichen

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  3. Lieber Willinger, falls du es noch weißt, fährt die Grünen-Kandidatin zwar nicht mit dem Rad, aber sehr ökologisch mit dem Zug zu ihrem Laden. Weiterhin kann es ja wohl nicht sein, dass man erst für die Grünen kandidieren darf, wenn man sich 100 % ökologisch korrekt verhält. Da wird das mit dem Klimaschutz nichts, wenn nur Heilige für die Umwelt eintreten dürfen. Dann haben nämlich alle immer eine Ausrede, warum sie selbst nichts tun müssen.

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    1. Ou mei, a Auftragsschreiber, da waar ma ja koa Antwort liaba gwesn. Oiso: Mei, da hab ich fei den högsten Reschpekt, wenn ma einfach 20 min z Fuas geht vom Bahnhof, und dabei vielleicht aa no wos fürs Gschäft mitschleppen muas, und des rentiert si dann aa no. Dann no vui Stundn arbatn dort, und sogn, ma “lebt” in Oabling, glaab i natürli, scho aa ganz schee vui Stress. Hoamfohrn muas ma ja aa no. Aber i erwart ma sowas aa von Leid, die mia in da Bolidik wos vorschreibn wollen, ned blos Sprechblosn, sondern a gwisse Bodenständigkeit. A bissl Greta muas scho sei, sonst weasds koa greans Vorbuid. Aba dee arbat natürli aa nix und gehd no ned amoi in d`Schui.

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      1. Aha,viele Stunden muss man jetzt in Aibling pro Woche verbringen und wieviele Stunden arbeiten damit als Bürgermeisterin antreten darf ? Aber ich glaube nachdem der Angriff mit der vermutlichten Autofahrt ins Leere gelaufen ist werden die nächsten Punkte gesucht, die aber alle nichts mit Kommunalpolitik zu tun haben. Also bitte bei der Sache bleiben.

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        1. Es geht bei der Kritik im Kern um echte Authentizität, die man vermisst. Nicht nur bei der Pendelei an 5-6 Wochentagen… Wenn ich schon dieses Klima-Thema wie den heiligen Gral vor mir her trage, dann sind so Vorschläge “den Kurpark in einen riesigen Spielplatz zu verwandeln” thematisch schon nicht nachvollziehbar (von der kommunalrechtlichen Umsetzbarkeit mal abgesehen) und somit auch nicht wählbar. Eigener Bienenstock hin oder her.

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          1. Also mit dem Zug fahren ist nicht authentisch, weil nicht klimafreundlich ? Und woher wisst ihr beiden denn wie oft sie den fährt? Was ist denn weiterhin das Problem mit einer familienfreundlichsteren Gestaltung des Stadtparks (das ist der Park unterhalb der evangelischen Kirche) und was ist daran nicht authentisch bzw nicht nachvollziehbar oder falsch ? Sorry jetzt komme ich nicht mehr mit. Ausserdem ist das meiner Meinung nach nur eine beliebte Strategie, um die Notwendigkeit des Klimaschutzes anzuzweifeln, wenn man nach angeblichen persönlichen Verfehlungen bei den Personen sucht, die sich für den Klimaschutz eintreten. Wie gesagt sind hier ist die “Verfehlungen” auch noch an den Haaren herbeigezogen. Übrigens der Kommetar von Stefan Fichtl war Klasse und geht jetzt leider etwas unter.

          2. Ich melde mich hier mal zu Wort, nachdem ich auf diese Diskussion aufmerksam gemacht wurde. Mia und Willinger wollt ihr mich nicht vielleicht einfach kennen lernen bevor ihr das Kreuz über mir brecht ? Ich erzähl euch sehr gerne über das was mich bewegt und wie meine Ideen konkret ausschauen. Herzliche Grüße Martina

          3. Sorry, länger nicht reingeschaut. Falls Sie Martina Thalmayr sind: nö, kein Interesse. Ich kenne die HP der Grünen in AIB und die von Ihnen auch. Zu viele wohlfeile Gemeinplätze, abgeschrieben vom Programm der Bundesgrünen, unter Verkennung des örtlichen Wirkungskreises des Amtes, für das Sie sich bewerben wollen. Nur ein Punkt: Soll die Stadt ein Grundstücksunternehmen werden, weil sie alles zusammenkaufen soll? Geht gar nicht, informieren Sie sich doch bitte mal. Und wollen Sie die Eigentümer daran hindern, ihre Grundstücke frei und meistbietend zu veräußern? Dann müssten Sie sich an die Vorgaben des geltenden Bauplanungsrechts halten, kennen Sie die überhaupt? Und wenn es überhaupt ginge, hätten Sie das als Bürgermeistern, mit welcher Mehrheit, in der Hand der Stadt, oder mischt da das Landratsamt mit? Vielleicht deshalb gehen Sie zur “Fortbildung” ausgerechnet zur Quest AG. Die mit den Y-Häusern mit Wohnungen für 1,7mio € in Kolbermoor! Da brauchts wirklich mehrere Generationen zur Finanzierung, jedenfalls im Normalfall, aber so meinen Sie das nicht mit dem Mehrgenerationenwohnen, oder? Haben Sie sonst noch was anzubieten für Senioren, oder wars das? Und für die jüngere Generation, die in Ihrer abgehangenen und sozial abgefederten Kandidatenliste so arg fehlt, natürlich bis auf Ihre Tochter? Radlfahren bis zum Bahnhof, oder im Wunschtraum bis zum Rathaus, das ist für mich kein Programm. Warum ist Maxi Werndl erst mal gescheitert mit seinen Seniorenwohnungen in der Kirchzeile – den Sie unterstützt haben, meine Familie auch – ? Warum wird das Fischbacher-Gelände derart zugeklatscht, nur weil ein “Ökodach” draufkommt? Damit es zum Milano passt und man Aibling von Westen kommend gleich als Schlucht erlebt? Mir fiele noch Etliches ein, aber ich mache doch nicht Ihren Themenmanager, Sie würden eh nicht drauf eingehen, so toll, wie das alles ist, Die Grünen haben das in den letzten Jahren mitverantwortet. . Bin übrigens aus Willing, aber zentral, und nicht verwandt und nicht verschwägert oder sonstwie verbandelt mit Ihrem regionalen, populistisch von Ihnen missbrauchten Stadtratskollegen.. Fazit: forget it, Martina. No way.

  4. Na sappralot da werden ja Dinge in einem Durcheinander in den Ring geschmissen, da wird mir ganz schwindlig. Dann mal ein paar Fakten: Fangen wir mit dem einfachsten an. Also die Tochter von Martina ist nicht auf der Liste der Grünen. Dann zu den Ideen und Programm der Grünen für die Stadtratswahl. Schau mal auf die Internetseiten der einzelnen Parteien, die sich für den Stadtrat bewerben, also da kann ich bei den Grünen im Gegensatz zu den anderen ziemlich viel Inhalt und konkrete Vorschläge für Bad Aibling finden. Zwei Parteien haben gleich überhaupt keinen Ziele/Ideen für Bad Aibling auf ihrer Seite und die andere Partei sprüht auch nicht gerade vor Ideen. Aber hoffen wir mal im Sinne der Demokratie das hier noch was kommt. Außerdem kommt es bei der Kommunalpolitik sehr auf eine gute fundierte Sacharbeit und das Engagement der einzelnen Kandidaten an und weniger auf die Partei. Den Satz ” Bin übrigens aus Willing, aber zentral, und nicht verwandt und nicht verschwägert oder sonstwie verbandelt mit Ihrem regionalen, populistisch von Ihnen missbrauchten Stadtratskollegen” verstehe ich leider nicht, aber vielleicht liegt es an mir ? Was ist den mit der Aussage “Soll die Stadt ein Grundstücksunternehmen werden, weil sie alles zusammenkaufen soll? gemeint ? Geht es hier um das Bad Aibling Modell, das von der Stadt entworfen wurde und gemeinsam von allen Parteien im Stadtrat getragen und weiterentwickelt wurde ? Nochmal zum Fischbacher Gelände : Ein Bauwerber kann für ein Grundstück einen Bauantrag stellen und kann darauf Häuser in der Ausführung bauen wie er will (im Rahmen des Bebauungsplan ). Wenn die Gemeinde/Stadt seinen Wunsch ablehnt, kann das gemeindliche Einvernehmen durch das Landratsamt ersetzt werden. d.h wie ein Gebäude aussieht, kann die Stadt/Gemeinde nur sehr eingeschränkt beeinflussen. Der Bauwerber hat in diesem Fall einen Architektenwettbewerb ausgelobt und den Stadtrat gebeten über die Entwürfe abzustimmen und das auf absolut freiwilliger Basis. Weiterhin sieht man auf den Bilder nicht das Gesamtkonzept und da gibt es viele Punkte abzuwägen, von denen wir gar nichts wissen. Noch ein Hinweis, im Stadtrat sitzen drei Grüne in einem Stadtrat mit 24 Mitgliedern .

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    1. Das Aussehen von Gebäuden kann über entsprechende Gestaltungssatzungen bis zur Dachfarbe gesteuert werden. Bruckmühl ist da meines Wissens sehr vorbildlich gewesen in den letzten Jahren.

      Bei der schwachen Themenaufstellung sämtlicher Kandidaten stimme ich Ihnen allerdings zu.
      Alle haben gemein, dass sie sich nicht am Stadtcharakter und städtischen Problemen orientieren, sondern krampfhaft gerade moderne oder am eigenen Interessen (!) orientierte Themenschlagworte bedienen, egal ob sie passen oder nicht.
      Wirklich konkrete, notwendige Vorschläge und vor allem die rechtliche Umsetzbarkeit dazu hat keiner. Liegt auch oft an der Qualifikation. GO, BayBo, BauGB, LStVG etc. schütteln 99% der Stadträte und Bewerber leider nicht einfach so aus dem Ärmel.

      Es war im obigen Kommentar nicht meine Absicht, ausschließlich auf Frau Thalmayr herumzuhacken, es war stellvertretend für alle Kandidaten. Wobei ich finde, dass Frau Thalmayr eh schon im Verhältnis zu den anderen detailliertere Ideen hat, so ist’s nicht… aber Klimaschutz gehört z.B. definitiv nicht zu den dringensten Problemen Aiblings. Jedoch weiß ich, dass es unter Kommunalpolitikern insbesondere im Wahlkampf verpönt ist, Probleme, Umsetzbarkeit und Ziele konkret zu benennen. Man könnte ja daran irgendwann gemessen werden, weil versprechen kann man letztendlich nichts. Die meisten pokern auch nur ohne Plan herum, Kommunalwahl = Persönlichkeitswahl.

      Nur ein kleines Ideenzuckerl, damit man weiß, was ich mit problemorientiert meine: Ich bin echt gespannt, in welchem Jahrzehnt endlich die Innenstadt zur Cafe Lotte hin einen (eigentlich rechtlich notwendigen) Zebrastreifen oder eine Ampel bekommt. Jetzt ist da eh schon eine totgefahren worden, da denkt man, vielleicht kommt jetzt einer. Nichts. Sowas – mal davon abgesehen, dass es der Lösung schon von vornherein bedurft hätte – berate ich doch unverzüglich im Stadtrat und finde eine Lösung. Ich könnte da nicht ruhig schlafen, wenn das “meine” Stadt wäre und Bürger quasi vor meiner Rathaustür überfahren werden. Unvorstellbar. Daneben der durchsichtige Kreisel. Diese Konstellation ist fast schon Kunst. Aber vielleicht kommt auch morgen wie durch Zauberhand ein Zebrastreifen, wer weiß.
      Unsere Nahversorgung ist ebenfalls ein Abbild kommunaler, städtebaulicher Fehlplanung: Alles bis auf Lidl an einer Stelle -> führt zu Verkehr -> führt zu Chaos, führt zu Unfällen, schlecht fürs Klima, unnötige Verkehrsbelastung der Stadt, …. Und ja, das kann man alles als Stadt planen, wenn man will.

      Ach, da fällt einem spontan so viel ein, da muss man sich eigentlich gar nicht anstrengen. Eigentlich ein Leichtes bei dieser schwachen Kandidatenliste die Wahl mit einem vernünftigen Programm und einigermaßen Persönlichkeit zu gewinnen.

      Demnächst eine Liste aus Willing? Wie schaut’s aus? Mein 1. Wohnsitz ist nicht weit weg von der Grenze zu Willing 😉

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